Heuernte auf der Streuobstwiese 2020

Streuobstwiese

Heuernte auf der Streuobstwiese 2020
LNV, NABU, BUND - PM: Streuobst ist immaterielles Kulturerbe

Verbände NABU LNV BUND

Gemeinsame Pressemitteilung
LNV, NABU und BUND Baden-Württemberg
25.03.2021

Zum Beschluss der Kulturministerkonferenz über die Aufnahme des „Streuobstanbaus“ ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erhalten Sie ein gemeinsames Statement von NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg: 

Verbände: Aufnahme von Streuobst als Immaterielles Kulturerbe muss Startsignal sein für stärkeres Engagement im Land

Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg freuen sich mit dem Verein Hochstamm Deutschland über die Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe. „Die Würdigung kommt zur richtigen Zeit. Sie ist ein toller Erfolg für alle 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer des Antrags und eine Steilvorlage für die künftige Landesregierung, dem Streuobstanbau noch deutlich mehr Engagement zu widmen“, sind sich die drei Verbände einig.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hat sich Baden-Württemberg verpflichtet, die Streuobstbestände zu erhalten, ihre wirtschaftliche Nutzung finanziell zu fördern und die Pflege der artenreichen Flächen besser zu unterstützen. Zahlreiche örtliche Gruppen und Aktive von BUND, NABU und LNV engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Streuobstwiesen im Land. Sie schneiden Obstbäume und Hecken, leiten pädagogische Projekte, pflanzen junge Bäume nach, hängen Nistkästen auf und fördern die Insektenvielfalt durch eine naturschutzfachliche Mahd oder Beweidung.

„Der Mehrwert von Obst aus Streuobstwiesen liegt nicht nur im vielfältigen Geschmack. Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreich das gute Zusammenspiel von Menschen und Natur sein kann. Die Streuobstwiesen im Land sind ein Tausendsassa, weil sie einer der artenreichsten Lebensräume sind, die Bindung der Menschen an ihre Heimat stärken und für den naturnahen Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Das Land muss sich aber noch stärker engagieren, mit Förderanreizen für alle Besitzerinnen und Besitzern von Streuobstwiesen, damit das immaterielle Kulturerbe eine gute Zukunft hat“, fordert NABU-Naturschutzexpertin Ingrid Eberhardt-Schad.

„Landwirtinnen und Landwirte stehen uns beim Streuobstschutz häufig als kompetente Partner zur Seite. Doch Streuobstwiesen haben nur eine Zukunft, wenn sich ihre Pflege wieder lohnt. Dafür braucht es deutlich mehr Einsatz der neuen Landesregierung für Streuobstprodukte und ihre Vermarktung“, erklärt Martin Engelhardt, Streuobstexperte beim Landesnaturschutzverband (LNV). Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe sei dafür ein wichtiger Baustein.

„Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe ist eine wichtige Anerkennung für alle Menschen, die sich im Streuobstbau engagieren. Doch auch die Wiesen unter den Bäumen sollten so bewirtschaftet werden, dass sich artenreiches Grünland als Lebensraum für viele Insektenarten, wie Wildbienen und Schmetterlinge, entwickelt. Dazu muss die Mahd von Streuobstwiesen sowohl für Landwirtinnen und Landwirte, als auch für Stücklesbesitzende besser gefördert werden“, ergänzt Almut Sattelberger, Streuobstexpertin des BUND Baden-Württemberg.

 

Für Rückfragen und Kontakt:

Über den LNV:

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) ist der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg mit 34 Mitgliedsverbänden, in denen über 540.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Der LNV vertritt nach § 51 NatSchG BW als Dachverband die Natur- und Umweltschutzverbände des Landes und ist anerkannte Naturschutz- und Umweltvereinigung nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz. www.LNV-bw.de

Über den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Baden-Württemberg:

Der NABU Baden-Württemberg ist mit mehr als 115.000 Mitgliedern und über 220 Gruppen vor Ort der größte Landesverband des NABU und zugleich der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg. Mit mehr als 770.000 Mitglieder und Fördernden ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. www.NABU-BW.de

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. www.bund-bawue.de

Diagramm Streuobst-Apfelmenge von 1992-2020

Diagramm_Streuobst-Apfelmenge_1992-2020

Diagramm über angelieferte Tonnen bei unserem STO-Apfelsaft-Projekt.
Bis 2014 waren wir bei der Sankt Katherinen Kellerei, seit 2015 bei der Kelterei Jung.
1. Apfelernte 2020

bei der ersten Apfelernte konnten wir 844 Kilo Äpfel ernten! Wegen der Hitze und Trockenheit hatten viele Bäume etliche ihrer Äpfel bereits abgeworfen.
Frühe Ernte also dieses Jahr. Das 3. Dürre-Jahr setzt auch unseren Bäumen zu.

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Foto: Kaiserstühler Wochenbericht

Zenimker auf der Streuobstwiese

Seit dem Frühjahr 2020 hat der Zenimker Daniel Kaiser einen Bienenstand auf unserer blütenreichen Streuobstwiese.

Im Juli war nun die erste Honigernte!

ZEN Imker

BienenstoeckeBienenwaben

16. November 2015 NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen
– Gelbes Streuobst-Logo garantiert Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen - Von links: Engelbert Mayer (NABU Kaiserstuhl), Dr. Andre Baumann (Vorsitzender NABU Baden-Württemberg), David Leander Jung-Lüdemann, Klaus Jung, Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, Andreas Galli (Vorsitzender NABU Kaiserstuhl).
Foto: FSRM

 

Heute Vormittag verlieh der Naturschutzbund Deutschland (NABU) der Teninger Jung Fruchtsäfte GbR für zwei Produkte der Firma das gelbe Streuobst-Siegel. Als einer von nur sechs Lizenznehmern in Baden-Württemberg garantiert Jung Fruchtsäfte damit, dass das Obst für die beiden Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen stammt.

Nur große Obstbäume bieten zahlreichen Tierarten eine Heimat und sichern so wichtige Lebensräume für bedrohte Arten. Durch den Verzicht von Pestiziden wird die Nahrungsgrundlage dieser Tiere erhalten und sichert so einen Über-Lebensraum. Kriterien für die Auszeichnung sind auch die naturfördernde Produktion und eine faire Entlohnung der Streuobstbauern durch ein lukratives Aufpreismodell.

Bei der heutigen Verleihung des Gütesiegels lobte Klaus Jung das Engagement der Gemeinde Teningen und das gute Verhältnis zu seinen Nachbarn. „Die Gemeinde informiert uns, wenn die Eigentümer von Streuobstwiesen den Hof aufgeben und die Flächen verpachten wollen. So haben wir schon mehrere Streuobstwiesen pachten und somit erhalten können.

Andreas Galli, Vorsitzender des NABU Kaiserstuhl, verwies auf die Notwendigkeit der Streuobstwiesen. „Kein Lebensraum in Baden-Württemberg weist eine derartige Artenvielfalt wie Streuobstwiesen auf“, erklärt Galli. „Für uns ist der gewonnene Saft nur ein angenehmer Nebeneffekt“, erklärt Galli, der der Erhaltung des Lebensraumes Streuobstwiesen oberste Priorität einräumt.

Engelbert Mayer, Vorgänger von Galli beim NABU Kaiserstuhl und Vater des Projektes Streuobstwiesen, zeigte sich zufrieden mit der Tatsache, dass der NABU mit Jung schnell einen neuen Partner gefunden habe, der die vom Verein erwirtschafteten Obsterträge nach den Regeln des NABU entsprechend weiter verarbeitet. „Nach der Schließung der Katharinen-Kellerei in Endingen hatten wir Sorge, unsere beliebten Säfte weiter produzieren zu können“, so Mayer.

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, der der Verleihung des NABU-Siegels eigens Platz in seinem vollgepackten Terminkalender reservierte, sprach von einer gelungenen Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie. Als agrarorientierte Gemeinde stehe der Erhalt von Landschaft und Agrarflächen oben auf der Agenda, so der Bürgermeister. Teningen sei aber auch Gewerbestandort und an erfolgreichen Gewerbebetrieben interessiert. „Da ist eine Kombination aus beidem für unsere Gemeinde natürlich der Idealfall!“ lobte Hagenacker.

Dr. Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU, übergab Klaus Jung und dessen Sohn David Leander Jung-Lüdemann das Gütesiegel offiziell. In Anschluss an die Übergabe führte Klaus Jung durch den Betrieb und erläuterte die Produktionsabläufe.

Jung Fruchtsäfte

Seit 1993 produziert Klaus Jung kontrollierte, biologische Fruchtsäfte. Jung verarbeitet ausschließlich Obst von Streuobstwiesen, das zu unterschiedlichen Saftprodukten verarbeitet wird. Seit Jung den Produktionsbetrieb nach Teningen verlegt hat, bietet die Firma ihren Kunden auch die Möglichkeit, eigenes Obst zu Saft zu verarbeiten. Inzwischen bewirtschaftet Jung über 20 Hektar Streuobstwiesen und beliefert verschiedene Verbrauchermärkte in der Region mit seinen Produkten.

Zusammen mit seinem Sohn David Leander Jung-Lüdemann hat Jung eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, die die Produktion, die Vermarktung und den Vertrieb der Säfte übernimmt.

RegioTrends

NABU Apfelsaft Verkaufsstellen

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Streuobstwiese Archiv

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NABU-Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

Bankverbindung

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