Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Georg Leser in Ihringen

 

Bei Georg Leser in Ihringen nisten seit vielen Jahren Rauchschwalben im Hof. Für seine Sorge um die Vögel verliehen ihm Barbara Mutke und Andreas Galli von der NABU (Naturschutzbund Deutschland) Gruppe Kaiserstuhl als Auszeichnung die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

In der Toreinfahrt eines dieser typischen Kaiserstühler Häuser in Ihringen, die dicht an dicht an der Straße stehen, sich aber mit Wohnhaus und Scheune noch tief nach hinten erstrecken, haben Rauchschwalben seit 7 Jahren ihr Zuhause gefunden. Zwei Nester, links und rechts der Einfahrt, sind aus Lehm gebaut, werden jedes Jahr wieder angeflogen, repariert und belegt.

Aber woher bekommen die Vögel den Lehm und ihre Insektennahrung?

Georg Leser führt uns durch eine Scheune einen Treppensteig hinauf, und plötzlich stehen wir in einem Blütenmeer - einem verwunschenen Garten mit herrlichem Blick in die Ferne.

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Nicht nur die Schwalben finden hier alles, was sie brauchen. Ein vom NABU Kaiserstuhl gebautes Wiedehopf-Häuschen mit Nistkasten war schon öfter belegt, und neben vielen Insekten im Garten lebt auch die Smaragdeidechse hier.

Gerade Rauchschwalben sind stark vom Rückgang ihrer Art betroffen. Haben sie den gefährlichen Flug aus ihren Überwinterungsgebieten überstanden, sind sie hier weiteren Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn Nestbaumöglichkeiten und Insektennahrung fehlen.

Georg Leser und sein Mitbewohner Andreas Schöller, der uns das schwalbenfreundliche Haus meldete, bewundern immer wieder mit Freude die rasanten Flugkünste dieser grazilen Vögel und dulden sie gerne im Hof.

Barbara Mutke, Juli 2021


10. Juni 2021 BZ Die Schwalben sind zurück

Von BZ-Redaktion Fr, 11. Juni 2021 Breisach

NABU Kaiserstuhl bietet Hausbesitzern Tipps fürs Nisten.

Rauchschwalbe

Rauchschwalben nisten gerne in Ställen und Scheunen. Foto: NABU / Klemens Karkow 

Die ersten Schwalben sind seit Mitte März zurück in Baden-Württemberg. Auch im Kaiserstuhl haben die ortstreuen Mehl- und Rauchschwalben ihre Brutplätze wieder bezogen, informiert der Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl in einer Pressemitteilung. Dafür mussten die Langstreckenzieher teils mehr als 12 000 Flugkilometer hinter sich bringen. "Diese unglaubliche Leistung der nur zwölf bis 18 Zentimeter großen Vögel gehört belohnt. Mit Nistplätzen und einer attraktiven, insektenreichen Natur können wir den Frühlingsboten zu einem guten Start in die Brutsaison verhelfen", schreibt Barbara Mutke, Vorstandsmitglied der NABU-Ortsgruppe Kaiserstuhl in Vogtsburg. Seit den 1980er Jahren seien die Bestände von Mehl- und Rauchschwalben im Land um mehr als die Hälfte eingebrochen. Mit der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" mache der NABU Kaiserstuhl seit Jahren auf die Not der Schwalben aufmerksam, die in der menschlichen Umgebung wohnen. Mit einer Plakette zeichnet Barbara Mutke Hausbesitzerinnen und -besitzer aus, die den Rückkehrern Obdach geben. "Der Anblick der grazilen Flieger lässt die Herzen vieler Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen höher schlagen."

Landwirte ruft der NABU Kaiserstuhl auf, den Schwalben ihre Tore zu öffnen. Die Rauchschwalbe oder Bauernschwalbe niste gern in Ställen und Scheunen. "Ob Haus oder Hof – wer die Möglichkeit hat, sollte Schwalben unterstützen – mit einheimischen Pflanzen, die mehr Insekten und damit indirekt Schwalben Nahrung bieten, mit Lehmpfützen als Quelle für Baumaterial und mit Toleranz gegenüber ihren Nistplätzen an Gebäuden", so Barbara Mutke.
Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: http://www.NABU-BW.de/ schwalbenfreundlicheshaus
 
 

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Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
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E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

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