Beobachtungslisten

images/Insekten.gif

Insekten Erstbeobachtungs-liste

View more
images/voegel.gif

Liste der zurück-gekehrten Vögel

View more

Satzung

Satzungsänderung

Standpunkte

17. August 2020 Fessenheimer Erklärung

20200817_Fessenheim_Erklaerung_Headline.jpg

Fessenheimer Erklärung


Keine neuen Atomanlagen im Elsass!


Freiburg, Colmar, Basel – im August 2020

Partei-, religions- und generationenübergreifend erklären die unten aufgeführten Gruppen, Gruppierungen, Vereine, Organisationen und Institutionen, Kirchengemeinden, politische Parteien und Umweltministerien:

Nach über vier Jahrzehnten nuklearer Bedrohung, die bis zum Abtransport der restlichen Brennelemente aus den Abklingbecken im Atomkraftwerk Fessenheim noch gegeben ist, muss die atomare Ära am Oberrhein ein Ende haben. Die wirtschaftliche Zukunft muss im Sinne des Atomausstiegs und der Energiewende umweltbewusst und ressourcenschonend gestaltet werden - auch und gerade vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Klimaveränderung und dem Verlust der Artenvielfalt.

Der von Frankreich und Deutschland gemeinsam in Gang gesetzte und in den jüngsten Aachener Verträgen (Elysee-Vertrag 2.0) ratifizierte Zukunftsprozess Fessenheim hat sich diese Ziele gesetzt und garantiert damit die Schaffung von vielen neuen und „sauberen“ Arbeitsplätzen in unserer Region.
Dem widersprechen die Pläne der EDF für den Bau eines so genannten Technocentres zur Aufarbeitung und zum Einschmelzen radioaktiv kontaminierter Großkomponenten aus Atomkraftwerken aus ganz Mitteleuropa. Sie spalten schon jetzt die Gemüter am Oberrhein und drohen zu einem massiven Vertrauensverlust der teilweise sehr guten deutsch-französischen Zusammenarbeit zu führen.

Kein „Technocenter“ in Fessenheim, keine regelmäßigen (Groß)Transporte radioaktiv belasteter Materialien durch das Elsass und durch Südbaden.


„Vive l'Alsace sans nucléaire !“ - „Für ein Dreyeckland ohne Atomanlagen.“


Gustav Rosa, i.A. Mahnwache Dreyeckland

p.s. Die Liste der Unterstützer wird laufend ergänzt und kann eingesehen werden unter:
https://old.spd-breisach.de/index.php?id=332&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1831&cHash=e84da1368757b463c6cdac349dc9d13d
Wer sich noch eintragen lassen will, soll bitte eine E-Mail mit Angabe des Namens und der
Gruppe, Gruppierung, Vereins, Organisation, Institution, Kirchengemeinde, politischen Par-
tei, Umweltministerium usw. an moma@proalterna.eu schicken.
Zu Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet 7911-341 „Kaiserstuhl“ und das Vogelschutzgebiet 7912-442 „Kaiserstuhl“

Zu Natura 2000-Managementplan für
das FFH-Gebiet 7911-341 „Kaiserstuhl“ und das
Vogelschutzgebiet 7912-442 „Kaiserstuhl“

Juni 2020
 
Wir unterstützen die vorgeschlagenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Insbesondere zu den in Kapitel 6.2 gelisteten Erhaltungs – und Entwicklungsmaßnahmen wollen wir im folgenden Stellung beziehen.

Zu Kapitel 6.2
Viele Maßnahmen, wie sie in den Kapiteln ab 6.2.1 für die verschiedenen Lebensraumtypen angegeben sind, treffen auch auf die Böschungen zu, die in der Regel einem dieser Lebensraumtypen zugeordnet werden können. Ausgehend vom LEV Breisgau-Hochschwarzwald, wird an Böschungen vermehrt die Mahd mit Abräumen angewandt. Dies ist ein guter, vielversprechender und begrüßenswerter Ansatz.

Dennoch ist derzeit noch das Mulchen die Regel. Hier müssen Anstrengungen unternommen werden, damit zukünftig das Mulchen so wenig wie möglich angewandt wird.
 
Gerade an „privaten“ Böschungen wird oftmals bereits im April und im Mai, d.h. mitten in der Brutzeit und vor oder während der Blüte, mit der Pflege durch Mulcher oder Freischneider begonnen.

Eine der Maßnahmen, die im MaP oft genannt wird, ist die Extensivierung der Landnutzung. Es wird allgemein erwartet, dass aufgrund des aktuell stattfindenden Strukturwandels eine teilweise Stilllegung von Flächen erfolgen wird. Es sind Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Flächen nach Stilllegung zum einen abgeräumt werden und zum anderen schnell in eine geregelte Pflege übergehen, bevor die natürliche Sukzession einsetzt.
 
Mehrfach angesprochen wird auch der Wert freistehender, großer und alter Bäume, die unbedingt erhalten und gefördert werden müssen. Große und alte Bäume sind bedauerlicherweise über die Jahre weitgehend aus der Reb- und Ackerlandschaft verschwunden. Bäume und Hecken sind Lebensraum für viele Arten und außerdem gestalterische Landschaftselemente.

Zu 6.2.18 Habitaterhalt und -pflege in Weinbauflächen
Dieses Kapitel behandelt im wesentlichen die Pflege der Böschungen. Diese wurde über Jahrzehnte nur unzureichend oder gar nicht durchgeführt und berücksichtigt. Eine fachgerechte Böschungspflege ist dringend notwendig und dient der Förderung sehr vieler Arten, letztlich auch der Offenhaltung der Böschungen, wie sie die Winzer als  notwendig erachten, und erhält das Landschaftsbild.
Sie erfordert allerdings eine Vielfalt von Maßnahmen, die die Eigentümer (leider auch Kommunen) aus technischen, physiologischen, organisatorischen oder finanziellen Gründen oft nicht leisten können oder wollen. Auch die inzwischen gut etablierten LEVs können dies aufgrund ihrer Ausstattung nur teilweise abdecken.

Im Arbeitskreis Böschungspflege wurde deshalb vermehrt eine Professionalisierung der Böschungspflege gesehen. Dies auch deshalb, um die bereits erwähnten freistehenden Bäume und Hecken zu fördern. Stattdessen wird sehr oft einfach alle paar Jahre ein ganzer Böschungsabschnitt vollständig von allem höheren Bewuchs „befreit“.

In diesem Kapitel fünfter Absatz steht der Satz: „Bei der Böschungspflege ist ein flächiger Herbizideinsatz zu vermeiden.“ Der Einsatz von Herbizid an Böschungen ist grundsätzlich verboten und soll es auch bleiben. Ein flächiger Einsatz ist nicht zu vermeiden, er ist verboten! Dieser Satz soll vollständig gestrichen werden.
Im Kapitel 6.2.18 wird außerdem die Reblaus bzw. die Bekämpfung der verwilderten Unterlagsreben angesprochen. Auch dieses Thema wurde im Arbeitskreis Böschungspflege schon intensiv diskutiert und inzwischen gibt es, gerade in Zusammenarbeit mit den LEVs, gute Ansätze wie vollständig zugewachsene Böschungen wieder in einen guten Zustand gebracht werden können. Die Naturschutzverbände haben hier einen begrenzten, zielgerichteten, punktuellen Einsatz von Herbiziden akzeptiert.

In diesem Zusammenhang wird praktisch nur von Böschungen gesprochen, die schon vollständig von verwilderten Unterlagsreben zugewuchert sind. Oftmals in Kombination mit Brombeere, womit das Freiräumen der Böschungen in jeder Hinsicht zur Herausforderung wird.
Leider ist an sehr vielen Böschungen zu beobachten, wie sich die verwilderte Unterlagsrebe in den Anfängen zeigt. Es ist zwingend und dringend, dass die verwilderten Unterlagsreben bereits in diesem frühen Stadium durch die Bewirtschafter entfernt werden. Gerade um die ganzen negativen Folgen zu vermeiden.

Bekämpfung im frühen Stadium ist vielfach schneller, einfacher, billiger, besser für die biologische Vielfalt und vermeidet zudem das Aufkommen der Reblaus. Hier muss viel stärker darauf gedrängt werden, dass keine weiteren Böschungen von verwilderten Unterlagsreben überwuchert werden.
 
In Kapitel 6.2.18 wird unter den Maßnahmen auch das kontrollierte
Brennen angegeben.
Von 2001 bis 2017 wurde das kontrollierte Brennen regelmäßig durch Allgemeinverfügung erlaubt. Der Arbeitskreis Böschungspflege hat Regeln definiert, nach denen die
Flämmungen jeweils durchzuführen waren. Nach vielen Jahren Diskussion und auch Streit ist im Jahr 2017 die Anzahl der falsch geflämmten Böschungen auf über 50% gestiegen – was bedeutet: „Es funktioniert nicht!“. Der Nutzen des kontrollierten Brennens ist nicht gegeben. Die Naturschutzverbände lehnen aus diesen Gründen das Böschungsflämmen ab.

6.2.19 Berücksichtigung von Horstschutzzonen
Die Vorschläge zum Horstschutz sollten in dem genannten Zeitraum von Anfang März bis Ende August einhaltbar sein.

Zu 6.2.26 Erstellung eines Besucherlenkungskonzepts
Ein Besucherlenkungskonzept ist sehr dringlich, da der Tourismus im Kaiserstuhl immer merkwürdigere und rücksichtslosere Ausmaße annimmt und zu einem zerstörenden Tourismus in der Natur wird, statt zu nachhaltigem Naturtourismus. Beispiele sind der Rückgang der Küchenschellen durch immer breiter werdende Wege, Picknick in diesen Wiesen, Events zur besten Brutzeit, Mountainbiken über den Badberg, Störungen in der Brutzeit und Betreten der Orchideenwiesen u.v.m.
Die Gründe für die Notwendigkeit eines Besucherlenkungskonzept sind ausreichend dargestellt und auch die Maßnahmen. Manche der Besucher lassen sich aufklären, viele Besucher zeigen sich jedoch unbelehrbar und lassen sich durch einen Naturschutzwart leider kaum beeindrucken.
Deshalb ist die Frage zu stellen, ob höhere Bußgelder einer Verbesserung der Situation dienlich sein können. Benötigt wird eine professionelle Kontrolle mit der Möglichkeit der direkten Sanktionierung.
Viele der genannten Punkte fallen in die Verantwortung der Eigentümer der Flächen, d.h. also in die von Kommunen und Landwirtschaft. Es ist nicht Aufgabe des MaP, aber wir halten es für wichtig, dass vermehrt Aufklärung und Förderung der Betroffenen erfolgt, damit dauerhaft eine Verbesserung erfolgen kann.

Dies alles, damit der Kaiserstuhl für alle so einzigartig bleibt wie er ist.

NABU Kaiserstuhl, Bachstr. 15, 79235 Vogtsburg www.nabu-kaiserstuhl.de
Insektensterben in Mitteleuropa

Insektensterben in Mitteleuropa

Ab 1750 hat man in Mitteleuropa mit der ganzjährigen Stallhaltung begonnen. Der anfallende Stallmist wurde für die Felder gebraucht. Wiesen blieben ungedüngt, wurden im Frühjahr mit Vieh bestoßen und im Sommer meist nur einmal gemäht, um Heu für den Winter zu gewinnen und von ganz armen Wiesen Einstreu für den Stall.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Düngung mit Chilesalpeter. Stallmist war immer noch sehr wichtig, aber die Dreifelderwirtschaft wurde aufgegeben. Brachen, die vielen Insekten einen Lebensraum boten, gab es nun kaum mehr. Erst als 1910 das Haber-Bosch-Verfahren zur künstlichen Gewinnung von Ammoniak entwickelt wurde, begann die Ära des Kunstdüngers. Stallmist wurde zunehmend bedeutungsloser, fiel aber immer noch in großen Mengen an. Nun konnte man es sich leisten, Stallmist in Form von Gülle auf die Wiesen zu verbringen.

Raupen vertragen keine Stickstoff-Überdüngung und überdüngte Wiesen verarmen biologisch extrem. Zudem können nur wenige stickstoffliebende Pflanzen auf überdüngten Wiesen überleben. Auf gedüngten Wiesen geht der Reichtum an Insekten also sehr stark zurück. Je stärker mit Gülle gedüngt wird, umso mehr verarmen diese.

Ebenfalls begann man ab der Mitte 19. Jahrhundert allmählich mit dem sogenannten „naturnahen Waldbau“, der alles ist, nur nicht naturnah. Vielmehr dient er möglichst hohem Ertrag der Forstwirtschaft. Die Bäume stehen nun so dicht, dass kaum mehr Licht auf den Boden kommt. Die meisten Waldschmetterlinge sind aber Lichtwaldarten oder auf Saumstrukturen im Wald (Waldmantel, Waldsaum) angewiesen. Im geschlossenen Hochwald können diese nicht mehr überleben. Vorher weidete das Vieh auch im Wald und durch Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung war der Wald sehr licht – und entsprechend artenreich. Solche Waldstrukturen gibt es heute kaum mehr wo, weil die Forstwirtschaft auf maximalen Ertrag ausgerichtet ist. Ebenfalls der Ertragsoptimierung sind Übergänge im Wald, also der Waldmantel, zum Opfer gefallen. Der Wald geht übergangslos bis zum Waldweg bzw. zum Waldrand. Damit haben die Waldmantelarten unter den Schmetterlingen auch keine Habitate mehr. Durch Stürme wie Wiebke und Lothar wurde der Wald gelichtet und für einige Jahre hatten die Waldschmetterlings-Arten wieder eine kurze Phase der Regenerierung. Aber die lichten Stellen wurden schnell wieder aufgeforstet, zumeist mit Fichten.

1892 wurde von Bayer mit Dinitro-o-kresol das erste Insektizid entwickelt, 1939 kam DDT dazu. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Siegeszug der Insektizide. Mit Einführung der Neonicotinoide in den 1970er-, verstärkt in den 1990er-Jahren kamen Insekten noch viel stärker in Bedrängnis. Im intensivlandwirtschaftlich genutzten Terrain überleben in den letzten Jahren kaum mehr Schmetterlinge. Gerade die „Allerweltsarten“, die bis um die Jahrtausendwende noch recht häufig waren, gehen jetzt sehr stark zurück. Heute sind es vor allem eher seltene Arten, die in Schutzgebieten leben, die es noch etwas zahlreicher gibt, weil ihnen die Intensivlandwirtschaft nicht so sehr zusetzt.

Seit 2017 setzt zudem der Klimawandel den Insekten massiv zu. Das war der nächste und bislang letzte Tiefschlag. Unsere heimischen Arten sind nicht an mediterrane Dürreperioden angepasst. Einige wenige Arten, wie der Karstweißling, breiten sich nun aus Südeuropa zu uns aus, aber insgesamt geht der Individuenreichtum sehr stark zurück. Alleine in den Hochlagen der Alpen gibt es noch verbreitet einen Reichtum an Arten und Individuen. Ansonsten sterben viele Arten aus, andere gehen in der Individuendichte so stark zurück, dass man nur noch Einzelfalter sieht.

Gegen das Insektensterben helfen würde nur ein tiefgreifender Wandel in der Land- und Forstwirtschaft. Aber der ist ebenso wenig zu erwarten, wie dass die Menschheit entschlossen gegen den Klimawandel vorgeht. M. E. ist es daher nicht fünf vor zwölf, sondern Viertel nach eins. Also für eine Rettung der Insekten bereits viel zu spät.

Hinzu kommt seit 1980 mit der Bundesartenschutzverordnung eine völlig verfehlte Naturschutzpolitik, die die weitere Erforschung der Insektenwelt stark einschränkt und vor allem Kinder und Jugendliche von der Natur fernhält. Daher sind Insektenforscher heute ebenso vom Aussterben bedroht, wie die Insekten. Hierzu ein Beispiel: Wenn ein Landwirt Mohrrüben anpflanzt, woran der gesetzlich geschützte Schwalbenschwanz Eier ablegt, dann darf er diese mit Insektiziden gegen den Raupenfraß schützen. Das nennt sich ordnungsgemäße Landwirtschaft.  Wenn er aber eine einzelne Raupe von den Mohrrüben pflückt und sie seiner Tochter, die Biologie-Lehrerin ist, gibt, damit diese sie in den Unterricht mitnimmt, dann machen sich beide strafbar. Denn das Töten der Raupe zum Zweck des Schutzes des Gemüses ist erlaubt. Das Einsammeln zu Unterrichtszwecken bedarf der amtlichen Genehmigung. Daher fällt es zunehmend weniger auf, wenn Insektenarten seltener werden und aussterben. Denn es mangelt zunehmend an Experten, die die einzelnen Arten unterscheiden können.

Verfasser: Jürgen Hensle, Mai 2020

Wiederbesiedlung der Krypta in Breisach mit Rauchschwalben

Wiederbesiedlung der Krypta des Münsters St. Stephan in Breisach durch die Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Summary:
Hurst, J.: recolonisation of the crypt in st. stephan´s cathedral in Breisach by Barn swallows (Hirundo rustica). – Naturschutz südl. oberrhein 9: 226-228. since at least 1992 until 2003, up to a maximum of 12 occupied nests, Barn swallows bred in the crypt of the cathedral in Breisach. the Barn swallows have gradually abandoned this breeding site when House Martins started colonizing the site. In 2004, there were 36 occupied House Martin nests. Following a renovation in 2006/2007 no swallows bred in the crypt for several years. only in 2018 a pair of Barn swallows bred successfully again at one of the former nesting sites.
Keywords: Hirundo rustica, Barn swallow, nesting site, crypt, cathedral, Breisach, southern upper rhine plain.

Einleitung
Bis vor wenigen Jahrzehnten brütete die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) außer in Viehställen und scheunen auch in überdachten Hauseinfahrten, unter Brücken (BoscHert 1996), in Garagen und an anderen Plätzen. In der Krypta des Breisacher Münsters brüteten früher einzelne Rauchschwalbenpaare. Nach und nach gesellten sich brütende Mehlschwalben (Delichon urbicum) hinzu und verdrängten die Rauchschwalben, bis diese als Brutvögel ganz aus der Krypta verschwanden. Wegen sanierungsarbeiten mussten auch die Mehlschwalbennester entfernt werden. Es dauerte Jahre, bis die Krypta von der Rauchschwalbe wieder als Brutplatz angenommen wurde.

Frühere Beobachtungen
Die Krypta ist eine inArkarden, durch fünf Bogentore nach außen geöffnete unterkirche, deren sterngewölbe auf einem inneren Mittelpfeiler ruht (www.ebfr.de) (Abb. 1). Im Jahre 1992 fielen mir acht Nester der Rauchschwalbe im Innern der Krypta auf. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Nester an. Zudem begannen Mehlschwalben ebenfalls, ihre Nester in der Krypta zu bauen. 1995 zogen beide schwalbenarten mit jeweils zwölf belegten Nestern gleich. In den darauf folgenden Jahren sank jedoch der Anteil der Rauchschwalben-Nester rapide. 1997 konnten noch sieben, 2000 noch 3 bis 4 belegte Nester ausgemacht werden. 2004 waren die Rauchschwalben ganz aus der Krypta verschwunden, während der Bestand der Mehlschwalbe auf 36 Brutpaare und Nester angestiegen war. ob der Bestandsrückgang mit dem seit den 1970er Jahren anhaltenden trend des Bestandrückgangs der Rauchschwalbe (HölZINGer 1999, GeDeoN et al. 2014, www.nabu.de) zu tun hatte oder ob die Rauchschwalben einfach nur von den Mehlschwalben verdrängt wurden, blieb unklar. Auf jeden Fall nahm der Brutbestand der Rauchschwalbe am nächst gelegenen Brutplatz, der tiefgarage des Hotels amMünster - heute Hotel stadt Breisach – leicht zu. Im Jahr 1997 fanden sich dort vier belegte Nester, im Jahr 2000 schon neun. leider wurden diese Nester schnell wieder beseitigt und alle potenziellen Nestplätze mit Drähten überspannt, um einen Nestbau zu verhindern. In den Jahren 2006/2007 stand eine sanierung der Krypta an. Dazu wurden alle verbliebenen Mehlschwalbennester in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde entfernt. Als Ausgleichsmaßnahme wurden an den Nachbargebäuden und an Mauern
Kunstnester fürMehlschwalben montiert, in der Hoffnung auf baldigenWiedereinzug der schwalben nach Beendigung der sanierungsarbeiten. Doch Krypta und Kunstnester blieben unbesetzt.


Aktuelle Feststellungen
erst ende Mai 2018 sah ich erstmals wieder ein Rauchschwalben-Paar in der Krypta. eine Kotansammlung unter einem der sterngewölbe erweckte den Verdacht auf einen Nestbau. Bei einer Kontrolle am 07.06.2018 fand ich tatsächlich einen brütenden Altvogel auf seinem Nest (Abb. 2). Bei einer weiteren Kontrolle am 27.06.2018 lugten drei Nestlinge über den Nestrand, die am 15.07.2018 ausgeflogen waren (Abb. 3). Bei der nächsten Kontrolle am 29.07.18 flog ein Altvogel vom Nest ab. es wurde also mit einer Zweitbrut begonnen. Von den vier Jungvögeln flog der letzte am 06.09.2018 aus.
Das Nest war im sterngewölbe auf einer steinplastik (Abb. 1, 2) gebaut, wie die Nester, die ich vor 26 Jahren dort erstmals fand. 15 Jahre nach den letzten Bruten hatten die Rauchschwalben den alten Neststandort
wieder neu besiedelt.

   

Diskussion
„In Deutschland sind Fälle kirchenbewohnender Rauchschwalben selten“ (Vietinghogg-Riesch 1955).Hölzinger (1999) kannte aus Baden-Württemberg kein Beispiel. Durch Aufgabe der Viehhaltung, die Modernisierung von Häusern und die Anlage moderner Wohngebiete wurden am südlichen oberrhein potenzielle Neststandorte der Rauchschwalbe selbst in kleinen Dörfern zunehmend selten.An einem traditionellen Brutort wie der Krypta des BreisacherMünsters sind daher die Nester zu erhalten und die Neuanlage von Nestern zu fördern.

Zusammenfassung
Mindestens seit dem Jahr 1992 bis 2003 brüteten Rauchschwalben in der Krypta des Breisacher Münsters, einer nach außen offenen unterkirche, mit maximal zwölf besetzten Nestern im Jahr 1995. Die Rauchschwalben gaben den Brutort allmählich auf, als sich Mehlschwalben ansiedelten, die im Jahr 2004 dort 36 besetzte Nester besaßen. Nach einer renovierung in den Jahren 2006/2007 blieb die Krypta jahrelang ohne brütende
schwalben. erst 2018 brütete wieder ein Rauchschwalbenpaar an einem der früheren Neststandorte erfolgreich.

Literatur
BoscHert,M. (1996): Bruten der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) unter Brücken – Naturschutz am südlichen oberrhein 1: 155-157.
GeDeoN, K., c. GrüNeBerG, A. MIttscHKe, c. suDFelDt, W. eIcKHorst, s. FIscHer, M. FlADe, s. FrIcK,
I. GeIersBerGer, B. KooP, M. KrAMer, t. KrüGer, N. rotH, t. ryslAVy, s. strüBING, s.r. suDMANN,
r. steFFeNs, F. VöKler & K. WItt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten. Atlas of German Breeding
Birds. – Münster (stiftung Vogelmonitoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten).
HölZINGer, J. (1999): Die Vögel Baden-Württembergs. Band 3.1 singvögel 1. – stuttgart (ulmer).
VIetINGHoFF-rIescH, A. v. (1955): Die Rauchschwalbe. – Berlin (Duncker & Humblot).
Internet: www.ebfr.de www.nabu.de

Anschrift des Verfassers:
Jürgen Hurst, Goldengasse 9, D-79206 Breisach.

 

Aktuell 2021

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

 

Görwihler NABU-Vorsitzender wird für jahrzehntelange Naturschutzarbeit geehrt

Seit über 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Wie kein anderer steht er für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, die den Erhalt der Lebensräume von Schwalben fördert. Für seinen Einsatz wurde ihm nun das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

 

Bundesverdienstkreuz für Rudi Apel Freuen sich über die Auszeichnung von NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel (v. li. N. re.): der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle,
der Grünen-Landtagsabgeordnete aus Waldshut, Niklas Nüssle, Rudi Apel, Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow,
Landrat Dr. Martin Kistler und Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund.
Foto: NABU Baden-Württemberg

  • April 2021 - Schwalben sind seine große Leidenschaft, ihr Schutz treibt ihn um und an. Seit mehr als 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Seiner Vision folgend, Schwalben willkommen zu heißen, reist der 69-Jährige quer durch den Südwesten, um aufzuklären, Plaketten an Häuser und Höfe anzubringen und ihren Besitzerinnen und Besitzern zu danken. Für seinen Einsatz für die Natur im Land erhält er jetzt selbst großen Dank: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und Staatssekretär Dr. Andre Baumann, reisten nun extra nach Görwihl, um heute im Beisein von Landrat Dr. Martin Kistler, Bürgermeister Carsten Quednow und Corona-bedingt einiger weniger Gäste die Auszeichnung vorzunehmen.

    Unermüdlicher Macher im südbadischen Naturschutz
    „Mit seinem Engagement hat er den Naturschutz in herausragender Weise gefördert und bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Bewusstsein, Wertschätzung und Faszination für die heimische Natur gestiftet. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Rudi Apel“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der Ehrung. Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, erklärt dazu: „Rudi Apel ist ein Macher im Naturschutz und lässt sich auch von Widrigkeiten nicht abschrecken. Sein Einsatz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt rückt dabei uns Menschen ins Zentrum. Jede und jeder kann unsere Welt ein klein wenig besser machen, ist seine Botschaft. Vielen Dank für diesen unermüdlichen Einsatz.“

    Großes Engagement für die Glücksboten
    Apel steht wie kein anderer für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“. 2007 entdeckte der gebürtige Rutesheimer die kleine Plakette in Mecklenburg-Vorpommern, brachte sie in den Südwesten und löste dort enorme Begeisterung für die gefiederten Glücksboten und ihren Schutz aus. Die wendigen Flieger begleiten den Gründer der NABU-Gruppe Görwihl seit seinen Anfängen im Naturschutz Ende der 1980er Jahre. „Damals dachte ich mir: Für diese Vögel musst Du kämpfen.“ Schwalben faszinieren Apel: „Wie sie fliegen und ihre Nester bauen, ist beeindruckend. Sie sammeln tausend Lehmkugeln und bauen sich ein Zuhause, das über Jahre halten kann.“

    Sein Engagement ist ein Kampf um Dinge, die in ländlichen Gemeinden einst selbstverständlich waren: Ställe, Misthaufen, Lehmpfützen und viele Insekten. Apel versucht, Hausbesitzerinnen und -besitzer zu überzeugen, damit sie die kleinen Schwalbennester an ihren Fassaden dulden. Er informiert geduldig in unzähligen Vorträgen, Presseartikeln und Veranstaltungen über die Gefährdung der Tiere – mit Erfolg. Inzwischen hat er rund 2.000 Häuser und Höfe im Land ausgezeichnet und ist bundesweit ein gefragter Fachmann für die Flugkünstler. Leider setzt sich der Abwärtstrend der Schwalben im Land trotz allem weiter fort.

    Wer Rudi Apels Engagement verfolgt, erlebt einen vielseitigen und zupackenden Naturschützer, der Biotope pflegt, berät, erklärt, motiviert und beim konkreten Einsatz nie das große Ganze aus dem Blick verliert. „Lange bevor Naturschutz ein prominentes Thema wurde, setzte sich Rudi Apel für den Erhalt der Umwelt zwischen Alb und Wehra ein. Es freut mich sehr, dass diese Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde“, sagt Landrat Dr. Kistler über den Geehrten. Carsten Quednow, Bürgermeister der Gemeinde, in der Apel seit mehr als 40 Jahren lebt, ergänzt: „Ich schätze Rudi Apel sehr und die Gemeinde Görwihl ist stolz auf diese Ehrung ihres Bürgers.“

    Zeit, um sich zur Ruhe zu setzen, findet Rudi Apel indes nicht, obwohl er das Rentenalter längst erreicht hat. Der NABU Görwihl ist seit kurzem Eigentümer einer Streuobstwiese mit 120 Bäumen. Sie will gemäht und gepflegt werden, Nistkästen und Steinkauzröhren warten auf ihre Montage. Naturschützer ist man eben lebenslang – und die Arbeit geht dabei nie aus.
Podcast NABU Kreis Emmendingen
13.02.2021 Wintergäste auf dem Rhein/Weisweil

Wintergäste in Weisweil – eine Wasservogel-Exkursion im Februar 2021

Corona-bedingt musste auch unsere Wasservogel-Exkursion im Februar abgesagt werden.

Wir hatten deshalb die Idee, gemäß geltenden Corona-Regeln einmal gucken zu gehen, was sich in Weisweil am Rhein ornithologisch so tut, und Euch davon zu berichten.

Barbara erlebte eine Woche vorher, am 6.2.2021, ein Hochwasser, das sie bislang so noch nie gesehen hatte. Der stille Altrheinarm war zum reißenden Strom geworden, der von den Wasservögeln gemieden wurde, unser gewohnter Beobachtungsdamm stellenweise überspült oder nah an der Wasserkante.

20210204_Hochwasser Hochwasser (Foto: B.Mutke)


Eine Woche später, am 13.2.2021, war es sehr kalt geworden. Gute Chancen, Wasservögel zu entdecken, die dem noch kälteren Wetter im Norden und Osten nach Süden ausgewichen waren!

Eisigem Ostwind und 8 Grad Minustemperaturen trotzend zogen Barbara und Andreas morgens um 10 Uhr los.

20210213_Barbara_und_Andreas_beim_Voegel_gucken
Barbara und Andreas beim Vögel gucken (Foto: S.Mutke)

War das wirklich eine so gute Idee? Es war so bitterkalt...
Doch wir wurden belohnt. Hier, was wir entdeckten:

Blesshuhn, Haubentaucher, Zwergtaucher, Gänsesäger, Zwergsäger (2 Paare!), Graureiher, Möve (die Art konnte nicht ermittelt werden), viele Kormorane ...

20210213_Komorane
Kormorane (Foto: S.Mutke)

Entenvögel: Reiherente, Schnatterente, Stockente, Tafelente sowie Krickente (5 Paare!!) und Kolbenente (2 Paare!!)

20210213_Reiherenten_am_Uferrand_Krickenten
Reiherenten, am Uferrand Krickenten(Foto: S.Mutke)

Die Sensation der diesjährigen Wasservogel-Exkursion waren für uns 3 Paare Löffelenten!

20210213_Reiherenten_im_Hintergrund_die_Loeffelenten
Reiherenten, im Hintergrund die Löffelenten (Foto: S.Mutke)

Barbara Mutke, Andreas Galli,  Februar 2021

Presse 2021

17.05.2021 BZ Gelungene Premiere

Gelungene Premiere

Von Ruth Seitz

Mo, 17. Mai 2021 Riegel

Klimanetzwerk Riegel fördert mit Pflanzenbörse den Austausch unter Garten- und Naturfreunden.

20210517_BZ_gelungene-PremiereBei der ersten Pflanzenbörse des Klimanetzwerks Riegel war am Samstag einiges geboten. Foto: Ruth Seitz
 

. Es war ein Versuch und der war aus dem Stand heraus ein voller Erfolg: Die erste Riegeler Pflanzenbörse, zu der das Klimanetzwerk am Samstag eingeladen hatte, hat Dutzende von Besuchern angelockt. Von 10 bis 14 Uhr herrschte an der Römerhalle reges Treiben. "Wir sind überwältigt und freuen uns riesig über den vielen Zuspruch, den wir bekommen haben", bilanziert Vanessa Dinkel vom Klimanetzwerk.

"Versuch’s in diesem Jahr doch mal mit Brokkoli, der gedeiht prächtig im Hochbeet." Die Frau ist skeptisch, doch nach ein paar Ratschlägen von ihrem Gegenüber greift sie schließlich zu und legt die Setzlinge vorsichtig in ihre Holzkiste. Wer gerne gärtnert – und das tun erwiesenermaßen immer mehr Menschen – für den war die Pflanzenbörse eine willkommene Gelegenheit, die Vielfalt an Nutz- und Zierpflanzen im eigenen Garten zu erweitern und die eine oder andere Rarität zu ergattern – zum Beispiel Samen von Königskerzen oder selbstgezogene Setzlinge von alten und selten gewordenen Tomatensorten. Oder man freute sich ganz einfach über einen Pack weißer Tulpenzwiebeln oder schöne Stauden.

Die Idee, eine Pflanzenbörse zu organisieren, hatte Regina Sexauer. Zum Organisationsteam gehörten außerdem Vanessa Dinkel, Christina Rall und Annette Gevatter, alle engagiert im Klimanetzwerk Riegel. Auch der Zeitpunkt der Börse an einem Samstagvormittag habe sich als perfekt erwiesen, betonen die Organisatorinnen, denn viele hätten die Gelegenheit genutzt, nach der Einkaufstour einen Abstecher zur Pflanzenbörse zu machen. Etliche Besucher seien aber auch von außerhalb gekommen. Dass es eine zweite Pflanzenbörse geben wird, steht für die Organisatorinnen außer Frage. Der Platz vor der Römerhalle sei ideal gewesen für die Veranstaltung, resümieren die Mitglieder vom Klimanetzwerk. Die Gemeinde hatte ihnen den Platz überlassen, der Betriebshof die Parkplätze freigehalten.

Neben den Privatleuten mit ihren Raritäten und den vielen verschiedenen Pflanzen war auch die Gärtnerei Niemann vertreten. Sie hatte zu der Veranstaltung ein breites Angebot an insektenfreundlichen Pflanzen mitgebracht. Mit von der Partie war auch der Naturschutzbund (NABU). Der stellvertretende Vorsitzende des NABU Kaiserstuhl, Gerhard Höfflin, hatte viel Infomaterial für die Besucher parat, Klimanetzwerk und NABU haben die Zusammenarbeit für weitere Projekte nochmals intensiviert.

Es wurde auch viel getauscht und geredet bei der ersten Riegeler Pflanzenbörse und die meisten Besucher dachten auch an das Spendenkässchen. Das Geld wird das Klimanetzwerk für die "Wilden Wiesen" einsetzen, ein Projekt, mit dem gemeindeeigene Grünflächen im Ort in ökologisch wertvolle Flächen für Insekten und Kleinlebewesen verwandelt werden.

Ressort: Riegel

  • Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Mo, 17. Mai 2021:
16.04.2021 BZ Jahreshauptversammlung

Nabu streicht 30-Jahr-Feier

 

Von Christine Weirich
Mi, 28. April 2021
Breisach

Naturschutzbund Kaiserstuhl.

Der Naturschutzbund (Nabu) Kaiserstuhl hat seine Jahresversammlung erstmals im Internet abgehalten. In einer Videokonferenz legte der Vorstand Rechenschaft über die Geschäftsjahre 2019/2020 ab. Der Vorsitzende Andreas Galli wurde in seinem Amt bestätigt. Er gab bekannt, dass die Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Nabu-Gruppe ausfallen muss wegen der anhaltenden Corona-Pandemie.

Rückblick: Schriftführerin Barbara Mutke und der Zweite Vorsitzende, Gerhard Höfflin, ließen die Aktivitäten bei einer Bildpräsentation Revue passieren. 2019 seien rund 2450 und vergangenes Jahr etwa 2060 Arbeitsstunden von den Mitgliedern und Freunden erbracht worden. Bilder dokumentierten Einsätze auf Streuobstwiesen, bei der Heuernte oder Nistkastenpflege, um nur einige anzuführen. Spannend seien auch die Verhöraktionen gewesen, die einen Überblick über die Standorte des Uhus geben sollen. Aber auch die Kindergruppe sei sehr aktiv gewesen. Im Eichstetter Wald entstand eine Murmelbahn aus Naturmaterialien, und für den Igel wurde eine Schlafstatt aus Ästen und Laub für den Winterschlaf gebaut. Viel Applaus für ihre Arbeit im Kindergruppenbereich wurde Mira Steck zuteil, die den Verein verlässt. Kassenwartin Kornelia Noth-Feßler berichtete von einer großen Spende, die eine Ballenpresse für die Heuernte möglich macht.

Wahlen: Über Zoom erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde Andreas Galli, 2. Vorsitzender ist Gerhard Höfflin. Rechnerin ist Kornelia Noth-Feßler, Schriftführer Wolfram Lühr. Barbara Mutke und Trudpert Bosch sind Beisitzer. Als Kassenprüfer fungieren Renate Walter und Gerhard Sexauer.

Ehrungen: Für 20 Jahre Mitgliedschaft im Nabu geehrt wurden Cordula und Reinhold Mayer, Sieglinde, Irina und Hartmut Falkenstein sowie Günter Sacherer. Margret und Giselher Schulz wurde die Treuenadel verliehen. Derzeit zählt der Verein 618 Mitglieder.

Ausblick: Viele geplante Aktionen mussten und müssen in der Corona-Pandemie ausfallen, auch die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Nabu-Gruppe Kaiserstuhl. Sie wurde am 4. April 1991 gegründet.
 
 
LNV, NABU, BUND - PM: Streuobst ist immaterielles Kulturerbe

Verbände NABU LNV BUND

Gemeinsame Pressemitteilung
LNV, NABU und BUND Baden-Württemberg
25.03.2021

Zum Beschluss der Kulturministerkonferenz über die Aufnahme des „Streuobstanbaus“ ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erhalten Sie ein gemeinsames Statement von NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg: 

Verbände: Aufnahme von Streuobst als Immaterielles Kulturerbe muss Startsignal sein für stärkeres Engagement im Land

Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg freuen sich mit dem Verein Hochstamm Deutschland über die Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe. „Die Würdigung kommt zur richtigen Zeit. Sie ist ein toller Erfolg für alle 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer des Antrags und eine Steilvorlage für die künftige Landesregierung, dem Streuobstanbau noch deutlich mehr Engagement zu widmen“, sind sich die drei Verbände einig.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hat sich Baden-Württemberg verpflichtet, die Streuobstbestände zu erhalten, ihre wirtschaftliche Nutzung finanziell zu fördern und die Pflege der artenreichen Flächen besser zu unterstützen. Zahlreiche örtliche Gruppen und Aktive von BUND, NABU und LNV engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Streuobstwiesen im Land. Sie schneiden Obstbäume und Hecken, leiten pädagogische Projekte, pflanzen junge Bäume nach, hängen Nistkästen auf und fördern die Insektenvielfalt durch eine naturschutzfachliche Mahd oder Beweidung.

„Der Mehrwert von Obst aus Streuobstwiesen liegt nicht nur im vielfältigen Geschmack. Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreich das gute Zusammenspiel von Menschen und Natur sein kann. Die Streuobstwiesen im Land sind ein Tausendsassa, weil sie einer der artenreichsten Lebensräume sind, die Bindung der Menschen an ihre Heimat stärken und für den naturnahen Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Das Land muss sich aber noch stärker engagieren, mit Förderanreizen für alle Besitzerinnen und Besitzern von Streuobstwiesen, damit das immaterielle Kulturerbe eine gute Zukunft hat“, fordert NABU-Naturschutzexpertin Ingrid Eberhardt-Schad.

„Landwirtinnen und Landwirte stehen uns beim Streuobstschutz häufig als kompetente Partner zur Seite. Doch Streuobstwiesen haben nur eine Zukunft, wenn sich ihre Pflege wieder lohnt. Dafür braucht es deutlich mehr Einsatz der neuen Landesregierung für Streuobstprodukte und ihre Vermarktung“, erklärt Martin Engelhardt, Streuobstexperte beim Landesnaturschutzverband (LNV). Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe sei dafür ein wichtiger Baustein.

„Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe ist eine wichtige Anerkennung für alle Menschen, die sich im Streuobstbau engagieren. Doch auch die Wiesen unter den Bäumen sollten so bewirtschaftet werden, dass sich artenreiches Grünland als Lebensraum für viele Insektenarten, wie Wildbienen und Schmetterlinge, entwickelt. Dazu muss die Mahd von Streuobstwiesen sowohl für Landwirtinnen und Landwirte, als auch für Stücklesbesitzende besser gefördert werden“, ergänzt Almut Sattelberger, Streuobstexpertin des BUND Baden-Württemberg.

 

Für Rückfragen und Kontakt:

Über den LNV:

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) ist der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg mit 34 Mitgliedsverbänden, in denen über 540.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Der LNV vertritt nach § 51 NatSchG BW als Dachverband die Natur- und Umweltschutzverbände des Landes und ist anerkannte Naturschutz- und Umweltvereinigung nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz. www.LNV-bw.de

Über den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Baden-Württemberg:

Der NABU Baden-Württemberg ist mit mehr als 115.000 Mitgliedern und über 220 Gruppen vor Ort der größte Landesverband des NABU und zugleich der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg. Mit mehr als 770.000 Mitglieder und Fördernden ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. www.NABU-BW.de

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. www.bund-bawue.de

Februar 2021 Hörzu Gaukler der Lüfte

Gaukler der Lüfte

AKW Fessenheim

491. Montagsmahnwache auf dem Breisacher Neutorplatz

Am 14. September fand an der 491. Montagsmahnwache auf dem Breisacher Neutorplatz eine Protestveranstaltung gegen das angedachte oder geplante Techno-Centre in Fessenheim statt.

Hier ein Link zu einem Video dazu.

Video von Maik Bock: 491. Montagsmahnwache

24.02.2020 462. Mahnwache, der erste Block ist abgeschaltet
Liebe NABU Freundinnen und Freunde,

nach Jahrzehnten des Widerstands, begonnen 1973 in Breisach und im Wyhler Wald, und 461 montäglichen Mahnwachen nach dem GAU von Fukushima 2011, ist am 22. Februar 2020 der Reaktorblock I im AKW Fessenheim endgültig abgeschaltet worden.
Teil-Erleichterung bei der 462. Mahnwache am Rosenmontag:

462-Mahnwache_FessenheimUte Friedrich und Günther Sacherer aus dem Kaiserstuhl - seit den Anfängen im Widerstand dabei!


Am Freitag, 28. Februar 2020, gibt es aus diesem Anlass einen Dreyeckland-Musikabend um 19 Uhr in der Martinskirche Müllheim - sehet das Plakat im Anhang.
Die Anspannung bleibt aber noch erhalten bis 30. Juni 2020 - der Tag, an dem auch der 2. Reaktorblock in Fessenheim abgeschaltet werden wird.
Die Mahnwache Dreyeckland gegen Atomkraft und für die Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim trifft sich deshalb weiterhin jeden Montag von 18 bis 19 Uhr am Neutorplatz in Breisach.
25.10.2019 KWB Was damals geschah, wirkt heute nach
20191025_KWB_Was_damals_geschah-wirkt_bis_heute_nach
20191025_KWB_Was_damals_geschah-wirkt_bis_heute_nach
16.01.2017 300. Mahnwache gegen das AKW Fessenheim

Auf dem Neutorplatz

300. Mahnwache für die Abschaltung des AKW Fessenheim

 "300. Mahnwache  - wie lange noch?" Diese Frage stand bei der  Montagsmahnwache gegen Atomkraft und für die sofortige Abschaltung des  elsässischen Kernkraftwerks Fessenheim auf einem Transparent. Auf dem  Breisacher Neutorplatz hatten sich bei klirrender Kälte über 60  Teilnehmer zu der seit fast sechs Jahren stattfindenden Kundgebung  eingefunden.

Bild Badische Zeitung

Bild Badische Zeitung


Auf dem Breisacher Neutorplatz forderten  die Atomkraftgegner, die beiden Meiler schnell vom Netz zu nehmen /  Hilfe für die Beschäftigten in Aussicht gestellt  Foto: Kai Kricheldorff

 Die Breisacher Mahnwache habe als Teil der  Anti-Atom-Protestbewegung im Dreyeckland dazu beitragen können, dass es  immer deutlichere Anzeichen für die kurzfristig bevorstehende Schließung der beiden Reaktoren des AKW Fessenheim gebe, stellte  Mahnwachenorganisator Gustav Rosa von der Initiative Pro Alterna fest.

Deutsche und französische AKW-Gegner gingen bereits seit einiger Zeit  neue Wege und kümmerten sich um die Ängste und Befürchtungen der  Beschäftigten in Fessenheim, deren Arbeitsplätze akut gefährdet sind,  wenn die beiden Meiler abgeschaltet werden. "Wir strecken dazu unsere  helfende Hand über den Rhein aus", so Rosa, nach dessen Worten es  Möglichkeiten und Wege gebe, eine neue Wirtschaftsregion im Dreyeckland  aufzubauen. Darüber müsse jetzt ernsthaft und auch auf lokalpolitischer  Ebene geredet werden.

An der 300. Mahnwache am Montagabend nahmen rund 60 Anti-AKW-Aktivisten  aus Breisach, vom Kaiserstuhl und dem Tuniberg, aus dem Markgräflerland  und dem Elsass teil.

Viele von ihnen hatten für sich und für die Teilnehmer Gebäck und heiße  Getränke mitgebracht und Eckard Zöllner spielte dazu auf seiner  Drehorgel. Wie lange noch werden sich die Atomkraftwerksgegner auf dem Breisacher  Neutorplatz treffen? Heute erscheint fraglich, ob es jemals eine 400.  Montagsmahnwache geben wird. Kundgebung Nummer 301 findet aber auf jeden Fall am 23. Januar um 18 Uhr auf dem Neutorplatz statt. Kommenden  Montag, wie gehabt.

05.04.2012 50. Montagsmahnwache gegen das AKW Fessenheim

Seit 50 Wochen findet in Breisach immer Montags eine Mahnwache statt.
Sie wird vom SPD-Ortsverein Breisach organisiert und ist parteiübergreifend. Dabei wird das sofortige Abschalten aller AKWs gefordert - für immer und ewig und die sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim. Auch NABU-Aktive beteiligen sich von Anfang an an dieser Mahnwache.

Mit Ute Friedrich und Günther Sacherer, Mitgliedern der NABU-Kaiserstuhl Gruppe,
konnte das folgende Interview zu den Montagsmahnwachen geführt werden:

  

1. Was ist das - die Montagsmahnwache?  
Aufgegriffen von den Montagsdemos um die Nikolaikirche in Leipzig und anderen Orten der ehemaligen DDR. Bundesweit begonnen nach der Katastrophe von Fukushima.

2. Wie kam die Montagsmahnwache in Breisach zustande?
Hauptinitiator war von Anfang an Gustav Rosa aus Niederrimsingen und Mitstreiter aus Breisach und Umgebung, die Fessenheim in der Nähe haben.

3. Wo gibt es noch Mahnwachen im Umkreis?
Weisweil, Endingen, Emmendingen, Freiburg haben bis Winterbeginn regelmäßig Mahnwachen oder Demos abgehalten, Breisach und Müllheim haben ohne Unterbrechung bis heute durchgehalten. Weisweil hatte auch am gleichen Tag wie Breisach die 50. Montagsmahnwache. Sie haben jedes Mal ca. 30 Personen, das ist sehr beachtlich für einen relativ kleinen Ort.

4. Wie reagieren die Mitbürger darauf?
Unterschiedlich. Manche hupen und geben Gas im Vorbeifahren (in der 20km-Zone!), andere bekunden Zustimmung, z.B. der Flammenkuchenbäcker vom Weihnachtsmarkt
hatte uns eingeladen; neulich hat die Eisdiele allen, die mit der Fahne unterwegs waren, eine Kugel Eis spendiert!

5. Gab es bisher Besuch von Politikern und Stadträten aus Breisach?
SPD-Stadträte und der ULB sind regelmäßig dabei, Christoph Bayer von der SPD war mehr als einmal hier, CDU-Leute machen sich rar.

6. Wie kamen Sie zur Anti-AKW-Bewegung?
Günter Sacherer ist seit 1971 dabei, als bei Breisach (außerhalb Jägerhof) ein Kernkraftwerk gebaut werden sollte. Später ging der Kampf in Wyhl weiter.

7. Ihr Ziel?
Die Stilllegung von Fessenheim.

8. Haben Sie ein persönliches „Durchhalte-Motto“?
Weitermachen, bis Fessenheim vom Netz geht. Im Moment kommt die Meldung über einen Störfall in der Normandie.

Mahnwache2Fotos: Gustav Rosa ©2012

Am Montag, den 2.4.12, hatte die 50. Mahnwache in Breisach stattgefunden.

Barbara Mutke 5.April.2012  

Kontakt

NABU-Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

Bankverbindung

Volksbank Breisgau- Nord eG.
IBAN: DE32680920000010100518
BIC: GENODE61EMM
Bei Spenden bitte Zusatz:
"Spende NABU-Kaiserstuhl"
angeben