{"id":685,"date":"2018-01-01T00:00:00","date_gmt":"2017-12-31T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wiederbesiedlung-der-krypta-in-breisach-mit-rauchschwalben\/"},"modified":"2022-11-23T12:11:37","modified_gmt":"2022-11-23T11:11:37","slug":"wiederbesiedlung-der-krypta-in-breisach-mit-rauchschwalben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wiederbesiedlung-der-krypta-in-breisach-mit-rauchschwalben\/","title":{"rendered":"Wiederbesiedlung der Krypta in Breisach mit Rauchschwalben"},"content":{"rendered":"<h3>Wiederbesiedlung der Krypta des M\u00fcnsters St. Stephan in Breisach durch die Rauchschwalbe (Hirundo rustica)<\/h3>\n<p><strong><span style=\"background-color: #eae1e1;\">Summary:<\/span><\/strong><br \/>\n<span style=\"background-color: #eae1e1;\">Hurst, J.: recolonisation of the crypt in st. stephan\u00b4s cathedral in Breisach by Barn swallows (Hirundo rustica). \u2013 Naturschutz s\u00fcdl. oberrhein 9: 226-228. since at least 1992 until 2003, up to a maximum of 12 occupied nests, Barn swallows bred in the crypt of the cathedral in Breisach. the Barn swallows have gradually abandoned this breeding site when House Martins started colonizing the site. In 2004, there were 36 occupied House Martin nests. Following a renovation in 2006\/2007 no swallows bred in the crypt for several years. only in 2018 a pair of Barn swallows bred successfully again at one of the former nesting sites.<\/span><br \/>\n<span style=\"background-color: #eae1e1;\">Keywords: Hirundo rustica, Barn swallow, nesting site, crypt, cathedral, Breisach, southern upper rhine plain.<\/span><\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><br \/>\nBis vor wenigen Jahrzehnten br\u00fctete die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) au\u00dfer in Viehst\u00e4llen und scheunen auch in \u00fcberdachten Hauseinfahrten, unter Br\u00fccken (BoscHert 1996), in Garagen und an anderen Pl\u00e4tzen. In der Krypta des Breisacher M\u00fcnsters br\u00fcteten fr\u00fcher einzelne Rauchschwalbenpaare. Nach und nach gesellten sich br\u00fctende Mehlschwalben (Delichon urbicum) hinzu und verdr\u00e4ngten die Rauchschwalben, bis diese als Brutv\u00f6gel ganz aus der Krypta verschwanden. Wegen sanierungsarbeiten mussten auch die Mehlschwalbennester entfernt werden. Es dauerte Jahre, bis die Krypta von der Rauchschwalbe wieder als Brutplatz angenommen wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"jcepopup noicon\" href=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild1.jpg\" data-mediabox=\"1\" data-mediabox-width=\"900\"><img data-opt-id=1445753983  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild1_HP.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Fr\u00fchere Beobachtungen<\/strong><br \/>\nDie Krypta ist eine inArkarden, durch f\u00fcnf Bogentore nach au\u00dfen ge\u00f6ffnete unterkirche, deren sterngew\u00f6lbe auf einem inneren Mittelpfeiler ruht (www.ebfr.de) (Abb. 1). Im Jahre 1992 fielen mir acht Nester der Rauchschwalbe im Innern der Krypta auf. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Nester an. Zudem begannen Mehlschwalben ebenfalls, ihre Nester in der Krypta zu bauen. 1995 zogen beide schwalbenarten mit jeweils zw\u00f6lf belegten Nestern gleich. In den darauf folgenden Jahren sank jedoch der Anteil der Rauchschwalben-Nester rapide. 1997 konnten noch sieben, 2000 noch 3 bis 4 belegte Nester ausgemacht werden. 2004 waren die Rauchschwalben ganz aus der Krypta verschwunden, w\u00e4hrend der Bestand der Mehlschwalbe auf 36 Brutpaare und Nester angestiegen war. ob der Bestandsr\u00fcckgang mit dem seit den 1970er Jahren anhaltenden trend des Bestandr\u00fcckgangs der Rauchschwalbe (H\u00f6lZINGer 1999, GeDeoN et al. 2014, www.nabu.de) zu tun hatte oder ob die Rauchschwalben einfach nur von den Mehlschwalben verdr\u00e4ngt wurden, blieb unklar. Auf jeden Fall nahm der Brutbestand der Rauchschwalbe am n\u00e4chst gelegenen Brutplatz, der tiefgarage des Hotels amM\u00fcnster &#8211; heute Hotel stadt Breisach \u2013 leicht zu. Im Jahr 1997 fanden sich dort vier belegte Nester, im Jahr 2000 schon neun. leider wurden diese Nester schnell wieder beseitigt und alle potenziellen Nestpl\u00e4tze mit Dr\u00e4hten \u00fcberspannt, um einen Nestbau zu verhindern. In den Jahren 2006\/2007 stand eine sanierung der Krypta an. Dazu wurden alle verbliebenen Mehlschwalbennester in Absprache mit der unteren Naturschutzbeh\u00f6rde entfernt. Als Ausgleichsma\u00dfnahme wurden an den Nachbargeb\u00e4uden und an Mauern<br \/>\nKunstnester f\u00fcrMehlschwalben montiert, in der Hoffnung auf baldigenWiedereinzug der schwalben nach Beendigung der sanierungsarbeiten. Doch Krypta und Kunstnester blieben unbesetzt.<\/p>\n<p><strong>Aktuelle Feststellungen<\/strong><br \/>\nerst ende Mai 2018 sah ich erstmals wieder ein Rauchschwalben-Paar in der Krypta. eine Kotansammlung unter einem der sterngew\u00f6lbe erweckte den Verdacht auf einen Nestbau. Bei einer Kontrolle am 07.06.2018 fand ich tats\u00e4chlich einen br\u00fctenden Altvogel auf seinem Nest (Abb. 2). Bei einer weiteren Kontrolle am 27.06.2018 lugten drei Nestlinge \u00fcber den Nestrand, die am 15.07.2018 ausgeflogen waren (Abb. 3). Bei der n\u00e4chsten Kontrolle am 29.07.18 flog ein Altvogel vom Nest ab. es wurde also mit einer Zweitbrut begonnen. Von den vier Jungv\u00f6geln flog der letzte am 06.09.2018 aus.<br \/>\nDas Nest war im sterngew\u00f6lbe auf einer steinplastik (Abb. 1, 2) gebaut, wie die Nester, die ich vor 26 Jahren dort erstmals fand. 15 Jahre nach den letzten Bruten hatten die Rauchschwalben den alten Neststandort<br \/>\nwieder neu besiedelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a class=\"jcepopup noicon\" href=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild2.jpg\" data-mediabox=\"1\" data-mediabox-width=\"900\"><img data-opt-id=981508445  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild2_HP.jpg\" alt=\"\" \/><\/a> \u00a0 \u00a0<a class=\"jcepopup noicon\" href=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild3.jpg\" data-mediabox=\"1\" data-mediabox-width=\"800\"><img data-opt-id=495450683  fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mlm4qj7rb3bu.i.optimole.com\/w:auto\/h:auto\/q:80\/f:best\/https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/Datenbank\/Bilder\/20180101_Beitrag_Rauchschwalbe_Bild3_HP.jpg\" alt=\"\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Diskussion<\/strong><br \/>\n\u201eIn Deutschland sind F\u00e4lle kirchenbewohnender Rauchschwalben selten\u201c (Vietinghogg-Riesch 1955).H\u00f6lzinger (1999) kannte aus Baden-W\u00fcrttemberg kein Beispiel. Durch Aufgabe der Viehhaltung, die Modernisierung von H\u00e4usern und die Anlage moderner Wohngebiete wurden am s\u00fcdlichen oberrhein potenzielle Neststandorte der Rauchschwalbe selbst in kleinen D\u00f6rfern zunehmend selten.An einem traditionellen Brutort wie der Krypta des BreisacherM\u00fcnsters sind daher die Nester zu erhalten und die Neuanlage von Nestern zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><br \/>\nMindestens seit dem Jahr 1992 bis 2003 br\u00fcteten Rauchschwalben in der Krypta des Breisacher M\u00fcnsters, einer nach au\u00dfen offenen unterkirche, mit maximal zw\u00f6lf besetzten Nestern im Jahr 1995. Die Rauchschwalben gaben den Brutort allm\u00e4hlich auf, als sich Mehlschwalben ansiedelten, die im Jahr 2004 dort 36 besetzte Nester besa\u00dfen. Nach einer renovierung in den Jahren 2006\/2007 blieb die Krypta jahrelang ohne br\u00fctende<br \/>\nschwalben. erst 2018 br\u00fctete wieder ein Rauchschwalbenpaar an einem der fr\u00fcheren Neststandorte erfolgreich.<\/p>\n<p><strong>Literatur<\/strong><br \/>\nBoscHert,M. (1996): Bruten der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) unter Br\u00fccken \u2013 Naturschutz am s\u00fcdlichen oberrhein 1: 155-157.<br \/>\nGeDeoN, K., c. Gr\u00fcNeBerG, A. MIttscHKe, c. suDFelDt, W. eIcKHorst, s. FIscHer, M. FlADe, s. FrIcK,<br \/>\nI. GeIersBerGer, B. KooP, M. KrAMer, t. Kr\u00fcGer, N. rotH, t. ryslAVy, s. str\u00fcBING, s.r. suDMANN,<br \/>\nr. steFFeNs, F. V\u00f6Kler &amp; K. WItt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten. Atlas of German Breeding<br \/>\nBirds. \u2013 M\u00fcnster (stiftung Vogelmonitoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten).<br \/>\nH\u00f6lZINGer, J. (1999): Die V\u00f6gel Baden-W\u00fcrttembergs. Band 3.1 singv\u00f6gel 1. \u2013 stuttgart (ulmer).<br \/>\nVIetINGHoFF-rIescH, A. v. (1955): Die Rauchschwalbe. \u2013 Berlin (Duncker &amp; Humblot).<br \/>\nInternet: <a href=\"https:\/\/www.ebfr.de\">www.ebfr.de<\/a> <a href=\"https:\/\/www.nabu.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.nabu.de<\/a><\/p>\n<p>Anschrift des Verfassers:<br \/>\n<em><strong>J\u00fcrgen Hurst, Goldengasse 9, D-79206 Breisach.<\/strong><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiederbesiedlung der Krypta des M\u00fcnsters St. Stephan in Breisach durch die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) Summary: Hurst, J.: recolonisation of the crypt in st. stephan\u00b4s cathedral in Breisach by Barn swallows&hellip;&nbsp;<a href=\"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wiederbesiedlung-der-krypta-in-breisach-mit-rauchschwalben\/\" rel=\"bookmark\">Weiterlesen&#8230;<span class=\"screen-reader-text\">Wiederbesiedlung der Krypta in Breisach mit Rauchschwalben<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1083,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"neve_meta_sidebar":"","neve_meta_container":"","neve_meta_enable_content_width":"","neve_meta_content_width":0,"neve_meta_title_alignment":"","neve_meta_author_avatar":"","neve_post_elements_order":"","neve_meta_disable_header":"","neve_meta_disable_footer":"","neve_meta_disable_title":"","neve_meta_reading_time":"","_themeisle_gutenberg_block_has_review":false,"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-standpunkte"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-06-01 11:46:59","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1083"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}