{"id":683,"date":"2020-07-07T16:34:35","date_gmt":"2020-07-07T14:34:35","guid":{"rendered":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/zu-natura-2000-managementplan-fuer-das-ffh-gebiet-7911-341-kaiserstuhl-und-das-vogelschutzgebiet-7912-442-kaiserstuhl\/"},"modified":"2020-07-07T16:34:35","modified_gmt":"2020-07-07T14:34:35","slug":"zu-natura-2000-managementplan-fuer-das-ffh-gebiet-7911-341-kaiserstuhl-und-das-vogelschutzgebiet-7912-442-kaiserstuhl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nabu-kaiserstuhl.de\/index.php\/zu-natura-2000-managementplan-fuer-das-ffh-gebiet-7911-341-kaiserstuhl-und-das-vogelschutzgebiet-7912-442-kaiserstuhl\/","title":{"rendered":"Zu Natura 2000-Managementplan f\u00fcr das FFH-Gebiet 7911-341 \u201eKaiserstuhl\u201c und das Vogelschutzgebiet 7912-442 \u201eKaiserstuhl\u201c"},"content":{"rendered":"<h3>Zu Natura 2000-Managementplan f\u00fcr<br \/>das FFH-Gebiet 7911-341 \u201eKaiserstuhl\u201c und das<br \/>Vogelschutzgebiet 7912-442 \u201eKaiserstuhl\u201c<\/h3>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Juni 2020<\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Wir unterst\u00fctzen die vorgeschlagenen Erhaltungs- und Entwicklungsma\u00dfnahmen. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Insbesondere zu den in Kapitel 6.2 gelisteten Erhaltungs \u2013 und <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Entwicklungsma\u00dfnahmen wollen wir im folgenden Stellung beziehen.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Zu Kapitel 6.2<\/strong><\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Viele Ma\u00dfnahmen, wie sie in den Kapiteln ab 6.2.1 f\u00fcr die verschiedenen <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Lebensraumtypen angegeben sind, treffen auch auf die B\u00f6schungen zu, die in <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">der Regel einem dieser Lebensraumtypen zugeordnet werden k\u00f6nnen.<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Ausgehend vom LEV Breisgau-Hochschwarzwald, wird a<strong>n B\u00f6schungen <\/strong><\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>vermehrt die Mahd mit Abr\u00e4umen<\/strong> angewandt. Dies ist ein guter,<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">vielversprechender und begr\u00fc\u00dfenswerter Ansatz.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Dennoch ist derzeit noch das Mulchen die Regel. Hier m\u00fcssen Anstrengungen <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">unternommen werden, damit zuk\u00fcnftig das Mulchen so wenig wie m\u00f6glich <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">angewandt wird. <\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Gerade an \u201eprivaten\u201c B\u00f6schungen wird oftmals bereits im April und im Mai, d.h. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">mitten in der Brutzeit und vor oder w\u00e4hrend der Bl\u00fcte, mit der Pflege durch <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Mulcher oder Freischneider begonnen.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Eine der Ma\u00dfnahmen, die im MaP oft genannt wird, ist die<strong> Extensivierung der <\/strong><\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Landnutzung<\/strong>. Es wird allgemein erwartet, dass aufgrund des aktuell <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">stattfindenden Strukturwandels eine teilweise Stilllegung von Fl\u00e4chen erfolgen<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">wird. Es sind Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, damit diese Fl\u00e4chen nach Stilllegung zum <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">einen abger\u00e4umt werden und zum anderen schnell in eine geregelte Pflege<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">\u00fcbergehen, bevor die nat\u00fcrliche Sukzession einsetzt. <\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Mehrfach angesprochen wird auch der Wert <strong>freistehender, gro\u00dfer und alter <\/strong><\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>B\u00e4ume<\/strong>, die unbedingt erhalten und gef\u00f6rdert werden m\u00fcssen. Gro\u00dfe und alte<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">B\u00e4ume sind bedauerlicherweise \u00fcber die Jahre weitgehend aus der Reb- und <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Ackerlandschaft verschwunden. B\u00e4ume und Hecken sind Lebensraum f\u00fcr viele<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Arten und au\u00dferdem gestalterische Landschaftselemente.<\/span><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Zu 6.2.18 Habitaterhalt und -pflege in Weinbaufl\u00e4chen<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Dieses Kapitel behandelt im wesentlichen die Pflege der B\u00f6schungen. Diese <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">wurde \u00fcber Jahrzehnte nur unzureichend oder gar nicht durchgef\u00fchrt und <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">ber\u00fccksichtigt. Eine fachgerechte B\u00f6schungspflege ist dringend notwendig und <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">dient der F\u00f6rderung sehr vieler Arten, letztlich auch der Offenhaltung der <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">B\u00f6schungen, wie sie die Winzer als&nbsp; notwendig erachten, und erh\u00e4lt das <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Landschaftsbild.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Sie erfordert allerdings eine Vielfalt von Ma\u00dfnahmen, die die Eigent\u00fcmer (leider <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">auch Kommunen) aus technischen, physiologischen, organisatorischen oder <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">finanziellen Gr\u00fcnden oft nicht leisten k\u00f6nnen oder wollen. Auch die inzwischen<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">gut etablierten LEVs k\u00f6nnen dies aufgrund ihrer Ausstattung nur teilweise <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">abdecken.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Im Arbeitskreis B\u00f6schungspflege wurde deshalb vermehrt eine <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Professionalisierung der B\u00f6schungspflege gesehen. Dies auch deshalb, um die <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">bereits erw\u00e4hnten freistehenden B\u00e4ume und Hecken zu f\u00f6rdern. Stattdessen<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">wird sehr oft einfach alle paar Jahre ein ganzer B\u00f6schungsabschnitt vollst\u00e4ndig <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">von allem h\u00f6heren Bewuchs \u201ebefreit\u201c. <\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">In diesem Kapitel f\u00fcnfter Absatz steht der Satz: \u201eBei der B\u00f6schungspflege ist ein <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">fl\u00e4chiger <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Herbizideinsatz zu vermeiden.\u201c <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Der Einsatz von Herbizid an B\u00f6schungen ist grunds\u00e4tzlich verboten und soll es<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">auch bleiben. Ein fl\u00e4chiger Einsatz ist nicht zu vermeiden, er ist verboten! Dieser <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Satz soll vollst\u00e4ndig gestrichen werden.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\"><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Im Kapitel 6.2.18 wird au\u00dferdem die Reblaus<\/strong> bzw. die Bek\u00e4mpfung der<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">verwilderten Unterlagsreben angesprochen. Auch dieses Thema wurde im <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Arbeitskreis B\u00f6schungspflege schon intensiv diskutiert und inzwischen gibt es, <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">gerade in Zusammenarbeit mit den LEVs, gute Ans\u00e4tze wie vollst\u00e4ndig <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">zugewachsene B\u00f6schungen wieder in einen guten Zustand gebracht werden<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">k\u00f6nnen. Die Naturschutzverb\u00e4nde haben hier einen begrenzten, zielgerichteten, <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">punktuellen Einsatz von Herbiziden akzeptiert.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">In diesem Zusammenhang wird praktisch nur von B\u00f6schungen gesprochen, die <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">schon vollst\u00e4ndig von verwilderten Unterlagsreben zugewuchert sind. Oftmals in <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Kombination mit Brombeere, womit das Freir\u00e4umen der B\u00f6schungen in jeder<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Hinsicht zur Herausforderung wird.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Leider ist an sehr vielen B\u00f6schungen zu beobachten, wie sich die verwilderte <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Unterlagsrebe in den Anf\u00e4ngen zeigt. Es ist zwingend und dringend, dass die <\/span><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">verwilderten Unterlagsreben bereits in diesem fr\u00fchen Stadium durch die<\/span> <\/strong><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Bewirtschafter entfernt werden<\/strong>. Gerade um die ganzen negativen Folgen zu <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">vermeiden.<\/span><span style=\"font-size: 12pt;\"><\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Bek\u00e4mpfung im fr\u00fchen Stadium ist vielfach schneller, einfacher, billiger, besser <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">f\u00fcr die biologische Vielfalt und vermeidet zudem das Aufkommen der Reblaus. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Hier muss viel st\u00e4rker darauf gedr\u00e4ngt werden, dass keine weiteren B\u00f6schungen<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">von verwilderten Unterlagsreben \u00fcberwuchert werden. <\/span><\/div>\n<div>&nbsp;<\/div>\n<div><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">In Kapitel 6.2.18 wird unter den Ma\u00dfnahmen auch das kontrollierte<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\"><strong>Brennen<\/strong> angegeben.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Von 2001 bis 2017 wurde das kontrollierte Brennen regelm\u00e4\u00dfig durch <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Allgemeinverf\u00fcgung erlaubt. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Der Arbeitskreis B\u00f6schungspflege hat Regeln definiert, nach denen die<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Fl\u00e4mmungen jeweils durchzuf\u00fchren waren. Nach vielen Jahren Diskussion und<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">auch Streit ist im Jahr 2017 die Anzahl der falsch gefl\u00e4mmten B\u00f6schungen auf <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">\u00fcber 50% gestiegen \u2013 was bedeutet: \u201eEs funktioniert nicht!\u201c.<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Der Nutzen des kontrollierten Brennens ist nicht gegeben. Die <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Naturschutzverb\u00e4nde lehnen aus diesen Gr\u00fcnden das B\u00f6schungsfl\u00e4mmen ab.<\/span><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">6.2.19 Ber\u00fccksichtigung von Horstschutzzonen<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Vorschl\u00e4ge zum Horstschutz sollten in dem genannten Zeitraum von Anfang <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">M\u00e4rz bis Ende August einhaltbar sein.<\/span><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-size: 12pt;\">Zu 6.2.26 Erstellung eines Besucherlenkungskonzepts<\/span><\/strong><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Ein Besucherlenkungskonzept ist sehr dringlich, da der Tourismus im Kaiserstuhl <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">immer merkw\u00fcrdigere und r\u00fccksichtslosere Ausma\u00dfe annimmt und zu einem <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">zerst\u00f6renden Tourismus in der Natur wird, statt zu nachhaltigem<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Naturtourismus. Beispiele sind der R\u00fcckgang der K\u00fcchenschellen durch immer <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">breiter werdende Wege, Picknick in diesen Wiesen, Events zur besten Brutzeit,<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Mountainbiken \u00fcber den Badberg, St\u00f6rungen in der Brutzeit und Betreten der <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Orchideenwiesen u.v.m.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Notwendigkeit eines Besucherlenkungskonzept sind<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">ausreichend dargestellt und auch die Ma\u00dfnahmen. <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Manche der Besucher lassen sich aufkl\u00e4ren, viele Besucher zeigen sich jedoch<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">unbelehrbar und lassen sich durch einen Naturschutzwart leider kaum <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">beeindrucken.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Deshalb ist die Frage zu stellen, ob h\u00f6here Bu\u00dfgelder einer Verbesserung der<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">Situation dienlich sein k\u00f6nnen. Ben\u00f6tigt wird eine professionelle Kontrolle mit <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">der M\u00f6glichkeit der direkten Sanktionierung.<\/span><br \/><span style=\"font-size: 12pt;\">Viele der genannten Punkte fallen in die Verantwortung der Eigent\u00fcmer der <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">Fl\u00e4chen, d.h. also in die von Kommunen und Landwirtschaft. Es ist nicht Aufgabe <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">des MaP, aber wir halten es f\u00fcr wichtig, dass vermehrt Aufkl\u00e4rung und<\/span> <span style=\"font-size: 12pt;\">F\u00f6rderung der Betroffenen erfolgt, damit dauerhaft eine Verbesserung erfolgen <\/span><span style=\"font-size: 12pt;\">kann.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">Dies alles, damit der Kaiserstuhl f\u00fcr alle so einzigartig bleibt wie er ist.<\/span><\/div>\n<div><span style=\"font-size: 12pt;\">NABU Kaiserstuhl, Bachstr. 15, 79235 Vogtsburg <a href=\"https:\/\/www.nabu-kaiserstuhl.de\">www.nabu-kaiserstuhl.de<\/a><\/span><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu Natura 2000-Managementplan f\u00fcrdas FFH-Gebiet 7911-341 \u201eKaiserstuhl\u201c und dasVogelschutzgebiet 7912-442 \u201eKaiserstuhl\u201c Juni 2020 &nbsp; Wir unterst\u00fctzen die vorgeschlagenen Erhaltungs- und Entwicklungsma\u00dfnahmen. 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