Großzügige Spende von der HIT Umwelt und Naturschutzstiftung GmbH

Großzügige Spende von der HIT Umwelt und Naturschutzstiftung GmbH

Viele Wiedehopfe am Kaiserstuhl brüten in speziellen Nistkästen von uns in Rebhütten. An dieser Stelle ein Dank an die Besitzer der Hütten, für ihre Erlaubnis darin diese Kästen anzubringen. Immer wieder kommt es mal vor, dass junge Reben angepflanzt werden und vorher das Grundstück neu angelegt wird. In diesen Fällen müssen die Rebhütten oft abgebaut werden.
20120407_Bild 1_HPEin noch größerer Dank an die Winzer, die ihre Rebhütten für „ihren“ Wiedehopf stehen lassen und die neuen Rebzeilen dafür unterbrechen. Falls dies nicht möglich war, wurde von uns meist an alter Stelle ein freistehender und wetterfester Nistkasten aufgestellt.

20090403_Bild_2_HP20130424_Bild 3_HP
Diese freistehenden Kästen wurden vom Wiedehopf besucht, angeschaut und sogar innen inspiziert aber nicht zum Brüten angenommen. Wurde ein freistehender aber an einem Schuppen oder Hütte angebracht, war es kein Problem für ihn. Dieser Kasten wurde besiedelt.20110518_Bild_4_HP

Nach einigem Kopfzerbrechen, warum das so war, vermuteten wir, dass die Wiedehopfe unserer Population am Kaiserstuhl es gewohnt waren, „eine Wand mit einem Loch darin“ vorzufinden. Das würde für uns dann heißen, neue Rebhütten zu bauen. Ein großer Aufwand an Material und Zeit, wie auch die Erlaubnis, eine entsprechende Fläche dafür zu bekommen. Ich hatte dann die Idee, eine Mini-Rebhütte zu bauen, 3 Wände jeweils 80 cm breit, 1,50 m hoch, nur um den speziellen Wiedehopf-Nistkasten innen anbringen zu können.

Genau passend dazu kam dann ein Anruf der HIT Umwelt und Naturschutzstiftung GmbH, ob wir für unser Projekt Unterstützung brauchen könnten. Die Stiftung hatte bisher schon viele Projekte unterstützt, noch nie aber ein Projekt, bei dem es um Vögel ging. Herr Heider von der Stiftung zeigte sich für unsere Idee, Mini-Rebhütten zu bauen, sehr aufgeschlossen.

Unsere Projekt-Beschreibung hat dann den Stiftungsrat so überzeugt, dass sie uns einen großzügigen Zuschuss für das Vorhaben bewilligten. 750 € für die Schaffung von Brutplätzen und 1.900 € für Nisthilfen für den Wiedehopf. Dafür einen großen Dank an die HIT Umwelt und Naturschutzstiftung.
HIT_Umweltstiftung_Logo_2013 (1)
Unter Anleitung von unserem NABU-Aktiven Trudpert Bosch bauten NABU-Aktive in einer gemeinsamen Aktion 10 Min-Rebhütten.
20170523_Bild 5_HP
Welch eine Freude, dass gleich in der ersten aufgestellten Mini-Rebhütte der Wiedehopf kam, sah und brütete.
20140609_Bild 6_HP20140609_Bild 7_HP
Bis dahin hat er immer nur einen großen freihängenden Holzbeton-Nistkasten kurz inspiziert. Inzwischen sind alle 10 Hütten aufgestellt, über die Hälfte davon hat der Wiedehopf angenommen und zum Teil jährlich erfolgreich seine jungen darin aufgezogen.
20160421_Bild 8_HP
Unsere Vermutung hat sich also mehr als betätigt, dass der Wiedehopf eine „Wand mit einem Loch darin“ braucht, um erfolgreich dort brüten zu können. Umso mehr bedanken wir uns nochmals bei der HIT Umwelt und Naturschutzstiftung für ihren großen Beitrag an dem erfolgreichen Projekt.

Engelbert Mayer
NABU Kaiserstuhl

Am Anfang des Projekts (1986 - 1990)

 Am Anfang des Projektes (1986 – 1990)

1986 hatte Matthias März die Idee etwas für den bei uns am Kaiserstuhl fast schon ausgestorbenen Wiedehopf zu tun. 

Aufgrund großer Flurbereinigungen und Ausweisung von Neubaugebieten an Ortsrändern gingen viele ehemalige Brutplätze verloren. Ein Nahrungsangebot wäre aber wohl ausreichend vorhanden.

Aus diesen Überlegungen heraus kamen wir – eine kleine Gruppe von engagierten Naturschützern zu dem Ergebnis, dass wohl der Mangel an geeigneten Brutplätzen die Ursache für den extremen Rückgang von Vorkommen des Wiedehopfes war.

Wir bauten deshalb in Eigenregie 7 Nistkästen, die wir an geeigneten Stellen und in unmittelbarer Nähe von einstigen Brutplätzen angebracht haben.

Aus Aufzeichnungen von Engelbert Mayer vom 8.10.1990:

„Im März 1987 haben wir in einem flurbereinigten Gebiet einen der erste selbst gebaute Nistkasten angebracht. Dieser wurde bereits 3 Wochen später von einem Wiedehopf-Paar angenommen und 2 erfolgreiche Bruten mit insgesamt 7 Jungvögeln fanden dort statt. 

Dies war für uns ein Zeichen, dass solch eine Maßnahme durchaus Erfolg versprechen kann. Wir haben deshalb 1987 beim Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald einen Antrag über eine Bezuschussung von 50 Nistkästen für den Wiedehopf gestellt. Dieser wurde – wie auch ein weiterer Antrag für nochmals 60 Nistkästen im Jahr 1988 – erfolgreich beschieden.

Im Jahre 1988 waren dann 3 Nistkästen von Wiedehopfen belegt, 4 Bruten mit insgesamt 17 Jungvögeln konnten wir zählen. Nach diesem Ergebnis waren wir natürlich noch optimistischer, dass unser Ansatz mehr als richtig ist.

1989 wurde der Zuzug der Wiedehopfe durch einen Kälteeinbruch im April gestoppt, es trafen deshalb nicht alle Hopfe bei uns ein. Durch das späte Eintreffen konnte keine Zweitbrut mehr stattfinden. 2 Nistkästen wurden besetzt, 1 Gelege wurde aufgegeben, sodass in diesem Jahr nur 5 Jungvögel ausflogen.

In diesem Jahr (1990) konnten wir doch wieder einen recht guten Erfolg verbuchen. 5 Nistkästen waren besetzt, über 20 Jungvögel flogen aus. Auch ein Ausbreiten der bestehenden Population konnten wir in diesem Jahr feststellen. Dies belegen Meldungen über Beobachtungen an bisher unbekannten Standorten.

Leider war der erste angenommene Brutplatz 1990 durch eine Umplanie einer Flurbereinigung gefährdet. Die Rebhütte mit dem Nistkasten sollte abgerissen werden. Wir bekamen dann die Erlaubnis die Rebhütte abzubauen und nach Beendigung der Maßnahme wieder aufzubauen. Dies war doch ein großer Einsatz, der sich aber gelohnt hat. Der Brutplatz wurde wieder angenommen, obwohl die Hütte danach etwas weiter versetzt stand.

Engelbert Mayer, März 1992