Heuernte auf der Streuobstwiese 2020

Streuobstwiese

Aufnahme des Streuobstanbaus in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Ehre allen Held(inn)en des Streuobstanbaus

Ein fruchtiges Highlight: Der Streuobstanbau zählt zu den Neuaufnahmen im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen
Kulturerbes. Das ist die langersehnte Standing Ovation für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und be-
wahren trotz der unzureichenden Entlohnung für die Bewirtschaftung. Nun ehrt die Deutsche UNESCO-Kommission
den Verein Hochstamm Deutschland e.V. als deren Stellvertreter und Trägergruppe der grandiosen Neuaufnahme.

Vor sechs Jahren kommt ein paar kreativen Köpfen der Geistesblitz: Der Streuobstanbau muss in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Und mit unglaublichen 1,3 Millionen Menschen im Rücken standen die Chancen gut, um zu beweisen: Streuobst ist KULT.

Kollektiver Antrag kollektiver Triumph

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. ergreift im Jahr 2019 die Initiative, die Antragstellung als deutschlandweites Kooperationsprojekt zu organisieren. Das hieb- und stichfeste Argument des Antrags ist, dass der Streuobstanbau aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung gewachsen und somit direkt an menschliches Wissen gebunden ist. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten beruhen die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten sowie die Verarbeitung des Obstes auf einem kostbaren Erfahrungsschatz. Worin der Antrag mündet, ist der größte Erfolg: Der Streuobstanbau ist Anfang 2021 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dies wäre ohne das Zutun von 1,3 Millionen Streuobst-Held(inn)en, Unterstützenden und Fachleuten realitätsfern gewesen.

Jeher lauteste Laudatio: Ohne Held(inn)en keine Streuobstkultur

„In Deutschland gibt es rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen, um die sich mehr als eine halbe Million Menschen kümmern –
ein beachtliches gesellschaftliches Engagement im Naturschutz“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. „Die Streuobstwiesen schützen Vielfalt und Erhalt alter Obstsorten und prägen ganze Kulturlandschaften. Diese Form des Obstanbaus, die in der Vergangenheit oftmals durch industrielle und intensive Landwirtschaft verdrängt wurde, stärkt heute nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.“ Die Deutsche UNESCO-Kommission überreichte nun jüngst Hochstamm Deutschland e.V. als Trägergruppe dieser Neuaufnahme eine Urkunde bei der Auszeichnungsveranstaltung am 18. November 2021 im Düsseldorfer Schauspielhaus. Es ist der langersehnte tosende Applaus für das Engagement zahlreicher, oft ehrenamtlicher Streuobst-Held(inn)en: Sie bewahren dieses Immaterielle Kulturerbe in Form einer einzigartigen Landschaft mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Und das, obwohl die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen harte Arbeit ist, die bisher nur skandalös schlecht entlohnt wird.

Offizieller Rückenwind: Rentabilität gegen das Schwinden der Kulturform Streuobstanbau

Eine unbequeme Wahrheit: Die Landkarte der Hochstamm-Streuobstwiesen bekommt Jahr für Jahr mehr Lücken. Heute gefährden vor allem der hohe Arbeits- und Zeitaufwand und die mangelnde Rentabilität den Bestand der Streuobstwiesen. Doch mit dem Rückenwind aus der offiziellen Anerkennung tut sich etwas in der Streuobstwelt. Deshalb verlässt Hochstamm Deutschland e.V. die bequeme Komfort-Zone: „Der Kulturerbe-Antrag ist der erste Schritt für mehr Wertschätzung“, freut sich Martina Hörmann, Vorsitzende des Vereins. „Darauf bauen wir auf und entwickeln ein Markenzeichen für 100 %-Streuobstprodukte, denn Wertschätzung muss sich auch finanziell niederschlagen und die wirtschaftliche Situation der Held(inn)en muss sich verbessern“. Im Mai 2020 startete der Verein ein Projekt zum Aufbau eines Gemeinschaftsmarketings für Hochstamm-Streuobst-Produkte in Baden-Württemberg. Auch die Bundesländer sehen sich mehr und mehr in der Pflicht. In Baden-Württemberg treffen sich zum Beispiel in der nächsten Woche erstmals Streuobst-Forschende aus ganz Deutschland zu einem Kolloquium. In Bayern nimmt man 600 Mio. Euro in den nächsten 15 Jahren zur Rettung der Streuobstwiesen in die Hand – für Tier, Natur, Mensch und KULTUR!

Hintergrundinformationen:

Verein Hochstamm Deutschland e.V.

Hochstamm Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger, bundesweit tätiger Verein mit Sitz in Baden-Württemberg, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt. Hinter Hochstamm Deutschland stehen Streuobst-Initiativen, Kommunen, Verbände und Privatpersonen.

Ziel des Vereins ist es, Streuobstwiesenfreunde dabei zu unterstützen, den verbliebenen Bestand zu erhalten und Ideen für seine Weiterentwicklung zu geben – durch Vernetzung, Austausch und Beteiligung. Hochstamm Deutschland bietet dazu u.a. auf der vereinseigenen Homepage (www.hochstamm-deutschland.de) eine Plattform. Der Verein setzt sich auch dafür ein, dass die zeit- und arbeitsintensive Pflege einer Streuobstwiese nicht nur Herzensangelegenheit ist – mit Vermarktungswegen und -ideen, die
eine wirtschaftliche Grundlage für den Anbau auf Hochstamm-Streuobst schaffen. Dazu gehört das aktuelle Gemeinschaftsmarketing-Projekt. Dort erarbeitet der Verein mit zahlreichen Bewirtschaften und weiteren Fachkundigen ein gemeinsames Siegel für „100 % Streuobstprodukte“.

Zudem schaffte es der Verein gemeinsam mit über 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützern den Streuobstanbau in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zu bringen. Damit rückt der Streuobstanbau vermehrt in den öffentlichen Fokus. Diese Aufmerksamkeit trägt zur Erhaltung der Streuobstkultur und des damit verbundenen Wissens bei. Im Nachgang diesen Erfolges wurde der internationale „Tag der Streuobstwiese“ durch verschiedene Initiatoren ins Leben gerufen.
Er findet jährlich am letzten Freitag im April statt.

Immaterielles Kulturerbe

Immaterielle Kulturerbe sind kulturelle Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen getragen und von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt werden. Immaterielles Kulturerbe ist nicht anfassbar, sondern an den Menschen gebunden und wird durch das Engagement seiner Träger lebendig gehalten.
Streuobstlandschaften als Äcker, Wiesen oder Alleen mit hochstämmigen, großkronigen Obstbäumen sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Die Anlage, Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten und die Ernte sowie Verarbeitung des Obstes beruhen auf umfangreichem Erfahrungswissen im Umgang mit der Natur. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten und -ritualen wurden über Jahrhunderte hinweg spezielle Handwerkstechniken z.B. zur Pflege von Streuobstbäumen entwickelt und verfeinert. Die kulturellen Eigenschaften von Streuobst stimmen mit den UNESCO-Kriterien in folgenden Punkten überein: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum, traditionelle Handwerkstechniken, Bräuche, Rituale und Feste.
Die Idee den Streuobstanbau auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes zu bringen, entstand bereits vor vier Jahren beim Landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg 2015. Die Initiatoren haben diese Idee seitdem im Rahmen der Streuobsttage z.B. über einen eigenen Newsletter weitergetragen und diskutiert. Hochstamm Deutschland e.V. ist teilweise aus der Vernetzung der Streuobsttage entstanden und hat im Jahr 2019 die Initiative ergriffen, die Antragstellung als bundesweites Kooperationsprojekt zu organisieren. 2021 wurde dem Antrag, dem sich über 1,3 Millionen UnterstützerInnen angeschlossen hatten, stattgegeben und der Streuobstanbau in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Hochstamm Deutschland e.V. bittet bei Veröffentlichungen um einen korrekten Sprachgebrauch: Hinweis zum Sprachgebrauch.
Zu beachten gilt insbesondere, dass in Verbindung mit dem Immateriellen Kulturerbe immer vom „Streuobstanbau“ zu sprechen ist nicht von Streuobst, Streuobstwiesen etc. Aktuell ist ausschließlich Hochstamm Deutschland e.V. autorisiert das Logo „Immaterielles Kulturerbe“ für nicht-kommerzielle Zwecke zu verwenden.
Unterstützt wird der Verein bei seiner bundesweiten Kulturerbe-Kampagne mit einer Förderung aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE).
 

FOTOS zur kostenfreien Verwendung 

20211118_Logo_Hochstamm_Deutschland IKE_hp.pngImmaterielles Kulturerbe Streuobstanbau im Dateianhang

Es ist offiziell: Der Streuobstanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe. Dies bestätigten die Kulturminister der Länder im März 2021 bei der Kulturministerkonferenz.

 

 

Quelle: Florian Fahlenbock

 



20211118_Keyvisual_Hochstamm_Deutschland_hp.pngKeyvisual Hochstamm Deutschland“ Quelle @focusfinder im Dateianhang

Streuobstlandschaften sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Dieses Erfahrungswissen und die traditionellen Handwerkstechniken drohen vielerorts verloren zu gehen.
Quelle: focusfinder




20211118_Urkundenübergabe_hp.jpg„Urkundenübergabe“ im Dateianhang
Die Vorsitzende Martina Hörmann und Karolina Düthorn von der Geschäftsstelle Hochstamm Deutschland e.V. nehmen am 18. November 2021 in Düsseldorf die Urkunde der
Deutschen UNESCO-Kommission stellvertretend entgegen: Es ist der langersehnte Applaus für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und bewahren.


Quelle: Hochstamm Deutschland e.V.

https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe-antrag
https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe
https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/streuobstanbau

Kontakt Hochstamm Deutschland e.V.

Geschäftsstelle c/o neuland+ GmbH & Co KG
Hornungshof 3-4, 74575 Schrozberg
Hannes Bürckmann & Sophia Philipp
Tel.: 07936 / 99 05 20
Mobil: 0172 / 712 65 97

kontakt@hochstamm-deutschland.de
www.hochstamm-deutschland.de
Vereinssitz: Niedenbach 13, 72229 Rohrdorf
Vorsitzende: Martina Hörmann
Vereinsregister: VR 723 737
Registergericht: Stuttgart

Heuernte auf der Streuobstwiese 2020
LNV, NABU, BUND - PM: Streuobst ist immaterielles Kulturerbe

Verbände NABU LNV BUND

Gemeinsame Pressemitteilung
LNV, NABU und BUND Baden-Württemberg
25.03.2021

Zum Beschluss der Kulturministerkonferenz über die Aufnahme des „Streuobstanbaus“ ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erhalten Sie ein gemeinsames Statement von NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg: 

Verbände: Aufnahme von Streuobst als Immaterielles Kulturerbe muss Startsignal sein für stärkeres Engagement im Land

Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg freuen sich mit dem Verein Hochstamm Deutschland über die Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe. „Die Würdigung kommt zur richtigen Zeit. Sie ist ein toller Erfolg für alle 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer des Antrags und eine Steilvorlage für die künftige Landesregierung, dem Streuobstanbau noch deutlich mehr Engagement zu widmen“, sind sich die drei Verbände einig.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hat sich Baden-Württemberg verpflichtet, die Streuobstbestände zu erhalten, ihre wirtschaftliche Nutzung finanziell zu fördern und die Pflege der artenreichen Flächen besser zu unterstützen. Zahlreiche örtliche Gruppen und Aktive von BUND, NABU und LNV engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Streuobstwiesen im Land. Sie schneiden Obstbäume und Hecken, leiten pädagogische Projekte, pflanzen junge Bäume nach, hängen Nistkästen auf und fördern die Insektenvielfalt durch eine naturschutzfachliche Mahd oder Beweidung.

„Der Mehrwert von Obst aus Streuobstwiesen liegt nicht nur im vielfältigen Geschmack. Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreich das gute Zusammenspiel von Menschen und Natur sein kann. Die Streuobstwiesen im Land sind ein Tausendsassa, weil sie einer der artenreichsten Lebensräume sind, die Bindung der Menschen an ihre Heimat stärken und für den naturnahen Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Das Land muss sich aber noch stärker engagieren, mit Förderanreizen für alle Besitzerinnen und Besitzern von Streuobstwiesen, damit das immaterielle Kulturerbe eine gute Zukunft hat“, fordert NABU-Naturschutzexpertin Ingrid Eberhardt-Schad.

„Landwirtinnen und Landwirte stehen uns beim Streuobstschutz häufig als kompetente Partner zur Seite. Doch Streuobstwiesen haben nur eine Zukunft, wenn sich ihre Pflege wieder lohnt. Dafür braucht es deutlich mehr Einsatz der neuen Landesregierung für Streuobstprodukte und ihre Vermarktung“, erklärt Martin Engelhardt, Streuobstexperte beim Landesnaturschutzverband (LNV). Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe sei dafür ein wichtiger Baustein.

„Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe ist eine wichtige Anerkennung für alle Menschen, die sich im Streuobstbau engagieren. Doch auch die Wiesen unter den Bäumen sollten so bewirtschaftet werden, dass sich artenreiches Grünland als Lebensraum für viele Insektenarten, wie Wildbienen und Schmetterlinge, entwickelt. Dazu muss die Mahd von Streuobstwiesen sowohl für Landwirtinnen und Landwirte, als auch für Stücklesbesitzende besser gefördert werden“, ergänzt Almut Sattelberger, Streuobstexpertin des BUND Baden-Württemberg.

 

Für Rückfragen und Kontakt:

Über den LNV:

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) ist der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg mit 34 Mitgliedsverbänden, in denen über 540.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Der LNV vertritt nach § 51 NatSchG BW als Dachverband die Natur- und Umweltschutzverbände des Landes und ist anerkannte Naturschutz- und Umweltvereinigung nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz. www.LNV-bw.de

Über den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Baden-Württemberg:

Der NABU Baden-Württemberg ist mit mehr als 115.000 Mitgliedern und über 220 Gruppen vor Ort der größte Landesverband des NABU und zugleich der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg. Mit mehr als 770.000 Mitglieder und Fördernden ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. www.NABU-BW.de

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. www.bund-bawue.de

Diagramm Streuobst-Apfelmenge von 1992-2020

Diagramm_Streuobst-Apfelmenge_1992-2020

Diagramm über angelieferte Tonnen bei unserem STO-Apfelsaft-Projekt.
Bis 2014 waren wir bei der Sankt Katherinen Kellerei, seit 2015 bei der Kelterei Jung.
1. Apfelernte 2020

bei der ersten Apfelernte konnten wir 844 Kilo Äpfel ernten! Wegen der Hitze und Trockenheit hatten viele Bäume etliche ihrer Äpfel bereits abgeworfen.
Frühe Ernte also dieses Jahr. Das 3. Dürre-Jahr setzt auch unseren Bäumen zu.

20200829_KWO_Apfelernte

Foto: Kaiserstühler Wochenbericht

Zenimker auf der Streuobstwiese

Seit dem Frühjahr 2020 hat der Zenimker Daniel Kaiser einen Bienenstand auf unserer blütenreichen Streuobstwiese.

Im Juli war nun die erste Honigernte!

ZEN Imker

BienenstoeckeBienenwaben

16. November 2015 NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen
– Gelbes Streuobst-Logo garantiert Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen - Von links: Engelbert Mayer (NABU Kaiserstuhl), Dr. Andre Baumann (Vorsitzender NABU Baden-Württemberg), David Leander Jung-Lüdemann, Klaus Jung, Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, Andreas Galli (Vorsitzender NABU Kaiserstuhl).
Foto: FSRM

 

Heute Vormittag verlieh der Naturschutzbund Deutschland (NABU) der Teninger Jung Fruchtsäfte GbR für zwei Produkte der Firma das gelbe Streuobst-Siegel. Als einer von nur sechs Lizenznehmern in Baden-Württemberg garantiert Jung Fruchtsäfte damit, dass das Obst für die beiden Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen stammt.

Nur große Obstbäume bieten zahlreichen Tierarten eine Heimat und sichern so wichtige Lebensräume für bedrohte Arten. Durch den Verzicht von Pestiziden wird die Nahrungsgrundlage dieser Tiere erhalten und sichert so einen Über-Lebensraum. Kriterien für die Auszeichnung sind auch die naturfördernde Produktion und eine faire Entlohnung der Streuobstbauern durch ein lukratives Aufpreismodell.

Bei der heutigen Verleihung des Gütesiegels lobte Klaus Jung das Engagement der Gemeinde Teningen und das gute Verhältnis zu seinen Nachbarn. „Die Gemeinde informiert uns, wenn die Eigentümer von Streuobstwiesen den Hof aufgeben und die Flächen verpachten wollen. So haben wir schon mehrere Streuobstwiesen pachten und somit erhalten können.

Andreas Galli, Vorsitzender des NABU Kaiserstuhl, verwies auf die Notwendigkeit der Streuobstwiesen. „Kein Lebensraum in Baden-Württemberg weist eine derartige Artenvielfalt wie Streuobstwiesen auf“, erklärt Galli. „Für uns ist der gewonnene Saft nur ein angenehmer Nebeneffekt“, erklärt Galli, der der Erhaltung des Lebensraumes Streuobstwiesen oberste Priorität einräumt.

Engelbert Mayer, Vorgänger von Galli beim NABU Kaiserstuhl und Vater des Projektes Streuobstwiesen, zeigte sich zufrieden mit der Tatsache, dass der NABU mit Jung schnell einen neuen Partner gefunden habe, der die vom Verein erwirtschafteten Obsterträge nach den Regeln des NABU entsprechend weiter verarbeitet. „Nach der Schließung der Katharinen-Kellerei in Endingen hatten wir Sorge, unsere beliebten Säfte weiter produzieren zu können“, so Mayer.

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, der der Verleihung des NABU-Siegels eigens Platz in seinem vollgepackten Terminkalender reservierte, sprach von einer gelungenen Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie. Als agrarorientierte Gemeinde stehe der Erhalt von Landschaft und Agrarflächen oben auf der Agenda, so der Bürgermeister. Teningen sei aber auch Gewerbestandort und an erfolgreichen Gewerbebetrieben interessiert. „Da ist eine Kombination aus beidem für unsere Gemeinde natürlich der Idealfall!“ lobte Hagenacker.

Dr. Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU, übergab Klaus Jung und dessen Sohn David Leander Jung-Lüdemann das Gütesiegel offiziell. In Anschluss an die Übergabe führte Klaus Jung durch den Betrieb und erläuterte die Produktionsabläufe.

Jung Fruchtsäfte

Seit 1993 produziert Klaus Jung kontrollierte, biologische Fruchtsäfte. Jung verarbeitet ausschließlich Obst von Streuobstwiesen, das zu unterschiedlichen Saftprodukten verarbeitet wird. Seit Jung den Produktionsbetrieb nach Teningen verlegt hat, bietet die Firma ihren Kunden auch die Möglichkeit, eigenes Obst zu Saft zu verarbeiten. Inzwischen bewirtschaftet Jung über 20 Hektar Streuobstwiesen und beliefert verschiedene Verbrauchermärkte in der Region mit seinen Produkten.

Zusammen mit seinem Sohn David Leander Jung-Lüdemann hat Jung eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, die die Produktion, die Vermarktung und den Vertrieb der Säfte übernimmt.

RegioTrends

NABU Apfelsaft Verkaufsstellen

Zur Karte der NABU-Apfelsaft Verkaufstellen in Google-Maps

Streuobstwiese Archiv

Kontakt

NABU-Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

Bankverbindung

Volksbank Breisgau- Nord eG.
IBAN: DE32680920000010100518
BIC: GENODE61EMM
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