Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

 

Anna-Maria Schmidt aus Eichstetten

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In ihrer Hofanlage in Eichstetten kümmert sich Anna-Maria Schmidt um den Erhalt der Brutplätze von Rauch- und Mehlschwalben.
Für ihr Engagement im Artenschutz erhielt sie vom NABU (Naturschutzbund) Ortsgruppe Kaiserstuhl eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Anna-Maria Schmidt hat ein Herz für Tiere. Sie sind bei ihr auf dem Hof willkommen. Seit vielen Jahren gilt das auch für Rauchschwalben und Mehlschwalben, die den Sommer über in unseren Gefilden ihre Nester beziehen und brüten und zum Überwintern Tausende Kilometer ins südliche Afrika ziehen.

Rauchschwalben nisten fast ausschließlich im Inneren von Gebäuden. Ihr Nest ist schalenförmig und besteht aus Lehm mit Speichel vermischt. Manchmal sind Halme darin verbacken, die lang heraushängen können. Sie sind wendige Flieger und an ihren langen Schwanzspießen und ihrer rostfarbenen Stirn und Kehle zu erkennen.

Mehlschwalben bauen ihre halbkugeligen Nester aus vielen Lehmkügelchen außen an Gebäude - am liebsten mit vielen Nachbarn. Sie fliegen weniger rasant als die Rauchschwalben und sind an Unterseite, Bürzel und Füßen weiß wie mit Mehl bestäubt.

Die Kolonie der Mehlschwalben kann benachbarte Rauchschwalben durchaus verdrängen.
Der Hof von Anna-Maria Schmidt ist aber groß genug für beide Vogelarten. In der von ihrem Urgroßvater 1890 erbauten offenen Scheune haben an den Balken Mehlschwalben ihre Nester gebaut. Damit sie es leichter haben, in Kolonie zu leben, ließ die Tierfreundin vom NABU Kaiserstuhl Kunstnester anbringen, die sofort bezogen wurden.

Im Garten und bei ihren Hühnern finden die insektensuchenden Vögel genügend Nahrung. Den körnerfressenden Singvögeln bereitet sie das Vogelfutter für den Winter mit ihrer Ernte von Sonnenblumenkernen und Walnüssen selbst zu.

Als Anerkennung für ihren Einsatz im Vogelschutz verliehen Barbara Mutke und Gerhard Höfflin vom NABU Kaiserstuhl Anna-Maria Schmidt eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: http://www.NABU-BW.de/schwalbenfreundlicheshaus

Barbara Mutke, Oktober 2021

Annemarie Bitzenhofer in Oberrotweil


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Seit vielen Jahren dürfen Rauchschwalben in der Hofanlage der Familien Bitzenhofer und Siegel in Oberrotweil ihre Brutzeit verbringen. Für diesen wichtigen Artenschutz überreichte der NABU (Naturschutzbund) Ortsgruppe Kaiserstuhl eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Das Haus von Annemarie Bitzenhofer in Oberrotweil stammt aus dem Jahr 1710. Solange könnten dort Rauchschwalben als Kulturfolger in Hof und Stall schon gelebt haben!

Zumindest waren sie bereits Gäste, als Annemarie Bitzenhofer vor vielen Jahren in dieses Haus eingezogen ist.

Zwei Rauchschwalbennester hängen im Hof an den Balken der Holzdecke aus dem 18. Jahrhundert.

Jedes Jahr kommen die Rauchschwalben aus dem Winterquartier südlich der Sahara und finden ihren Weg zurück in den Kaiserstuhl. Sie sind brutplatztreue Tiere. So haben sie nach ihrer anstrengenden und gefahrvollen Reise von 10 000 Kilometern sofort ein bezugsfähiges Nest.
Das Ausbessern ist dann nicht so aufwändig und mit viel weniger Anstrengung verbunden, wie das beim Suchen eines anderen Platzes und dem Bau eines neuen Nestes der Fall wäre.
Deshalb sind ihre Nester ganzjährig geschützt, auch solche, die im Sommer leer geblieben oder nur noch bruchstückhaft vorhanden sind. An problematischen Stellen Nester zu dulden ist nicht immer einfach. Oft helfen Lösungen wie Kotbretter unter den Nestern.
Achtsam machen alle Familienmitglieder zur Sommersaison im Hof einfach einen Bogen um die Nester und beobachten das lebhafte Treiben ihrer gefiederten Sommergäste von einer anderen Ecke aus. Wenn die Vögel wieder wegziehen, wird die Hinterlassenschaft am Boden entfernt und als Dünger für den schönen Blumengarten hinter der Hofanlage verwendet.

Die Freude über die jährliche Rückkehr und Brutzeit der munteren und wendigen Rauchschwalben überwiegt!

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die geschützten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Barbara Mutke und Conny Noth-Feßler den Familien Annemarie Bitzenhofer und Markus Siegel eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Alle Infos und das Bewerbungsformular unter:

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/schwalbenfreundlicheshaus/

 

Georg Leser in Ihringen

 

Bei Georg Leser in Ihringen nisten seit vielen Jahren Rauchschwalben im Hof. Für seine Sorge um die Vögel verliehen ihm Barbara Mutke und Andreas Galli von der NABU (Naturschutzbund Deutschland) Gruppe Kaiserstuhl als Auszeichnung die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

In der Toreinfahrt eines dieser typischen Kaiserstühler Häuser in Ihringen, die dicht an dicht an der Straße stehen, sich aber mit Wohnhaus und Scheune noch tief nach hinten erstrecken, haben Rauchschwalben seit 7 Jahren ihr Zuhause gefunden. Zwei Nester, links und rechts der Einfahrt, sind aus Lehm gebaut, werden jedes Jahr wieder angeflogen, repariert und belegt.

Aber woher bekommen die Vögel den Lehm und ihre Insektennahrung?

Georg Leser führt uns durch eine Scheune einen Treppensteig hinauf, und plötzlich stehen wir in einem Blütenmeer - einem verwunschenen Garten mit herrlichem Blick in die Ferne.

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Nicht nur die Schwalben finden hier alles, was sie brauchen. Ein vom NABU Kaiserstuhl gebautes Wiedehopf-Häuschen mit Nistkasten war schon öfter belegt, und neben vielen Insekten im Garten lebt auch die Smaragdeidechse hier.

Gerade Rauchschwalben sind stark vom Rückgang ihrer Art betroffen. Haben sie den gefährlichen Flug aus ihren Überwinterungsgebieten überstanden, sind sie hier weiteren Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn Nestbaumöglichkeiten und Insektennahrung fehlen.

Georg Leser und sein Mitbewohner Andreas Schöller, der uns das schwalbenfreundliche Haus meldete, bewundern immer wieder mit Freude die rasanten Flugkünste dieser grazilen Vögel und dulden sie gerne im Hof.

Barbara Mutke, Juli 2021


10. Juni 2021 BZ Die Schwalben sind zurück

Von BZ-Redaktion Fr, 11. Juni 2021 Breisach

NABU Kaiserstuhl bietet Hausbesitzern Tipps fürs Nisten.

Rauchschwalbe

Rauchschwalben nisten gerne in Ställen und Scheunen. Foto: NABU / Klemens Karkow 

Die ersten Schwalben sind seit Mitte März zurück in Baden-Württemberg. Auch im Kaiserstuhl haben die ortstreuen Mehl- und Rauchschwalben ihre Brutplätze wieder bezogen, informiert der Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl in einer Pressemitteilung. Dafür mussten die Langstreckenzieher teils mehr als 12 000 Flugkilometer hinter sich bringen. "Diese unglaubliche Leistung der nur zwölf bis 18 Zentimeter großen Vögel gehört belohnt. Mit Nistplätzen und einer attraktiven, insektenreichen Natur können wir den Frühlingsboten zu einem guten Start in die Brutsaison verhelfen", schreibt Barbara Mutke, Vorstandsmitglied der NABU-Ortsgruppe Kaiserstuhl in Vogtsburg. Seit den 1980er Jahren seien die Bestände von Mehl- und Rauchschwalben im Land um mehr als die Hälfte eingebrochen. Mit der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" mache der NABU Kaiserstuhl seit Jahren auf die Not der Schwalben aufmerksam, die in der menschlichen Umgebung wohnen. Mit einer Plakette zeichnet Barbara Mutke Hausbesitzerinnen und -besitzer aus, die den Rückkehrern Obdach geben. "Der Anblick der grazilen Flieger lässt die Herzen vieler Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen höher schlagen."

Landwirte ruft der NABU Kaiserstuhl auf, den Schwalben ihre Tore zu öffnen. Die Rauchschwalbe oder Bauernschwalbe niste gern in Ställen und Scheunen. "Ob Haus oder Hof – wer die Möglichkeit hat, sollte Schwalben unterstützen – mit einheimischen Pflanzen, die mehr Insekten und damit indirekt Schwalben Nahrung bieten, mit Lehmpfützen als Quelle für Baumaterial und mit Toleranz gegenüber ihren Nistplätzen an Gebäuden", so Barbara Mutke.
Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: http://www.NABU-BW.de/ schwalbenfreundlicheshaus
 
 

Kontakt

NABU-Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

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