Schleiereulen

Schleiereulen 2021
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Schleiereulen 2020

20200421 5 junge Schleiereulen HP

In unserem seit Jahren betreuten Schleiereulen-Nistkasten in Eichstetten hat sich wieder Nachwuchs eingefunden: 5 kleine Schleiereulen sind geschlüpft!

Projekt Wiedehopf

Wiedehopf

Projekt Streuobstwiese

Aufnahme des Streuobstanbaus in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes

Ehre allen Held(inn)en des Streuobstanbaus

Ein fruchtiges Highlight: Der Streuobstanbau zählt zu den Neuaufnahmen im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen
Kulturerbes. Das ist die langersehnte Standing Ovation für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und be-
wahren trotz der unzureichenden Entlohnung für die Bewirtschaftung. Nun ehrt die Deutsche UNESCO-Kommission
den Verein Hochstamm Deutschland e.V. als deren Stellvertreter und Trägergruppe der grandiosen Neuaufnahme.

Vor sechs Jahren kommt ein paar kreativen Köpfen der Geistesblitz: Der Streuobstanbau muss in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Und mit unglaublichen 1,3 Millionen Menschen im Rücken standen die Chancen gut, um zu beweisen: Streuobst ist KULT.

Kollektiver Antrag kollektiver Triumph

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. ergreift im Jahr 2019 die Initiative, die Antragstellung als deutschlandweites Kooperationsprojekt zu organisieren. Das hieb- und stichfeste Argument des Antrags ist, dass der Streuobstanbau aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung gewachsen und somit direkt an menschliches Wissen gebunden ist. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten beruhen die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten sowie die Verarbeitung des Obstes auf einem kostbaren Erfahrungsschatz. Worin der Antrag mündet, ist der größte Erfolg: Der Streuobstanbau ist Anfang 2021 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dies wäre ohne das Zutun von 1,3 Millionen Streuobst-Held(inn)en, Unterstützenden und Fachleuten realitätsfern gewesen.

Jeher lauteste Laudatio: Ohne Held(inn)en keine Streuobstkultur

„In Deutschland gibt es rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen, um die sich mehr als eine halbe Million Menschen kümmern –
ein beachtliches gesellschaftliches Engagement im Naturschutz“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. „Die Streuobstwiesen schützen Vielfalt und Erhalt alter Obstsorten und prägen ganze Kulturlandschaften. Diese Form des Obstanbaus, die in der Vergangenheit oftmals durch industrielle und intensive Landwirtschaft verdrängt wurde, stärkt heute nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.“ Die Deutsche UNESCO-Kommission überreichte nun jüngst Hochstamm Deutschland e.V. als Trägergruppe dieser Neuaufnahme eine Urkunde bei der Auszeichnungsveranstaltung am 18. November 2021 im Düsseldorfer Schauspielhaus. Es ist der langersehnte tosende Applaus für das Engagement zahlreicher, oft ehrenamtlicher Streuobst-Held(inn)en: Sie bewahren dieses Immaterielle Kulturerbe in Form einer einzigartigen Landschaft mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Und das, obwohl die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen harte Arbeit ist, die bisher nur skandalös schlecht entlohnt wird.

Offizieller Rückenwind: Rentabilität gegen das Schwinden der Kulturform Streuobstanbau

Eine unbequeme Wahrheit: Die Landkarte der Hochstamm-Streuobstwiesen bekommt Jahr für Jahr mehr Lücken. Heute gefährden vor allem der hohe Arbeits- und Zeitaufwand und die mangelnde Rentabilität den Bestand der Streuobstwiesen. Doch mit dem Rückenwind aus der offiziellen Anerkennung tut sich etwas in der Streuobstwelt. Deshalb verlässt Hochstamm Deutschland e.V. die bequeme Komfort-Zone: „Der Kulturerbe-Antrag ist der erste Schritt für mehr Wertschätzung“, freut sich Martina Hörmann, Vorsitzende des Vereins. „Darauf bauen wir auf und entwickeln ein Markenzeichen für 100 %-Streuobstprodukte, denn Wertschätzung muss sich auch finanziell niederschlagen und die wirtschaftliche Situation der Held(inn)en muss sich verbessern“. Im Mai 2020 startete der Verein ein Projekt zum Aufbau eines Gemeinschaftsmarketings für Hochstamm-Streuobst-Produkte in Baden-Württemberg. Auch die Bundesländer sehen sich mehr und mehr in der Pflicht. In Baden-Württemberg treffen sich zum Beispiel in der nächsten Woche erstmals Streuobst-Forschende aus ganz Deutschland zu einem Kolloquium. In Bayern nimmt man 600 Mio. Euro in den nächsten 15 Jahren zur Rettung der Streuobstwiesen in die Hand – für Tier, Natur, Mensch und KULTUR!

Hintergrundinformationen:

Verein Hochstamm Deutschland e.V.

Hochstamm Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger, bundesweit tätiger Verein mit Sitz in Baden-Württemberg, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt. Hinter Hochstamm Deutschland stehen Streuobst-Initiativen, Kommunen, Verbände und Privatpersonen.

Ziel des Vereins ist es, Streuobstwiesenfreunde dabei zu unterstützen, den verbliebenen Bestand zu erhalten und Ideen für seine Weiterentwicklung zu geben – durch Vernetzung, Austausch und Beteiligung. Hochstamm Deutschland bietet dazu u.a. auf der vereinseigenen Homepage (www.hochstamm-deutschland.de) eine Plattform. Der Verein setzt sich auch dafür ein, dass die zeit- und arbeitsintensive Pflege einer Streuobstwiese nicht nur Herzensangelegenheit ist – mit Vermarktungswegen und -ideen, die
eine wirtschaftliche Grundlage für den Anbau auf Hochstamm-Streuobst schaffen. Dazu gehört das aktuelle Gemeinschaftsmarketing-Projekt. Dort erarbeitet der Verein mit zahlreichen Bewirtschaften und weiteren Fachkundigen ein gemeinsames Siegel für „100 % Streuobstprodukte“.

Zudem schaffte es der Verein gemeinsam mit über 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützern den Streuobstanbau in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zu bringen. Damit rückt der Streuobstanbau vermehrt in den öffentlichen Fokus. Diese Aufmerksamkeit trägt zur Erhaltung der Streuobstkultur und des damit verbundenen Wissens bei. Im Nachgang diesen Erfolges wurde der internationale „Tag der Streuobstwiese“ durch verschiedene Initiatoren ins Leben gerufen.
Er findet jährlich am letzten Freitag im April statt.

Immaterielles Kulturerbe

Immaterielle Kulturerbe sind kulturelle Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen getragen und von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt werden. Immaterielles Kulturerbe ist nicht anfassbar, sondern an den Menschen gebunden und wird durch das Engagement seiner Träger lebendig gehalten.
Streuobstlandschaften als Äcker, Wiesen oder Alleen mit hochstämmigen, großkronigen Obstbäumen sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Die Anlage, Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten und die Ernte sowie Verarbeitung des Obstes beruhen auf umfangreichem Erfahrungswissen im Umgang mit der Natur. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten und -ritualen wurden über Jahrhunderte hinweg spezielle Handwerkstechniken z.B. zur Pflege von Streuobstbäumen entwickelt und verfeinert. Die kulturellen Eigenschaften von Streuobst stimmen mit den UNESCO-Kriterien in folgenden Punkten überein: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum, traditionelle Handwerkstechniken, Bräuche, Rituale und Feste.
Die Idee den Streuobstanbau auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes zu bringen, entstand bereits vor vier Jahren beim Landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg 2015. Die Initiatoren haben diese Idee seitdem im Rahmen der Streuobsttage z.B. über einen eigenen Newsletter weitergetragen und diskutiert. Hochstamm Deutschland e.V. ist teilweise aus der Vernetzung der Streuobsttage entstanden und hat im Jahr 2019 die Initiative ergriffen, die Antragstellung als bundesweites Kooperationsprojekt zu organisieren. 2021 wurde dem Antrag, dem sich über 1,3 Millionen UnterstützerInnen angeschlossen hatten, stattgegeben und der Streuobstanbau in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Hochstamm Deutschland e.V. bittet bei Veröffentlichungen um einen korrekten Sprachgebrauch: Hinweis zum Sprachgebrauch.
Zu beachten gilt insbesondere, dass in Verbindung mit dem Immateriellen Kulturerbe immer vom „Streuobstanbau“ zu sprechen ist nicht von Streuobst, Streuobstwiesen etc. Aktuell ist ausschließlich Hochstamm Deutschland e.V. autorisiert das Logo „Immaterielles Kulturerbe“ für nicht-kommerzielle Zwecke zu verwenden.
Unterstützt wird der Verein bei seiner bundesweiten Kulturerbe-Kampagne mit einer Förderung aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE).
 

FOTOS zur kostenfreien Verwendung 

20211118_Logo_Hochstamm_Deutschland IKE_hp.pngImmaterielles Kulturerbe Streuobstanbau im Dateianhang

Es ist offiziell: Der Streuobstanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe. Dies bestätigten die Kulturminister der Länder im März 2021 bei der Kulturministerkonferenz.

 

 

Quelle: Florian Fahlenbock

 



20211118_Keyvisual_Hochstamm_Deutschland_hp.pngKeyvisual Hochstamm Deutschland“ Quelle @focusfinder im Dateianhang

Streuobstlandschaften sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Dieses Erfahrungswissen und die traditionellen Handwerkstechniken drohen vielerorts verloren zu gehen.
Quelle: focusfinder




20211118_Urkundenübergabe_hp.jpg„Urkundenübergabe“ im Dateianhang
Die Vorsitzende Martina Hörmann und Karolina Düthorn von der Geschäftsstelle Hochstamm Deutschland e.V. nehmen am 18. November 2021 in Düsseldorf die Urkunde der
Deutschen UNESCO-Kommission stellvertretend entgegen: Es ist der langersehnte Applaus für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und bewahren.


Quelle: Hochstamm Deutschland e.V.

https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe-antrag
https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe
https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/streuobstanbau

Kontakt Hochstamm Deutschland e.V.

Geschäftsstelle c/o neuland+ GmbH & Co KG
Hornungshof 3-4, 74575 Schrozberg
Hannes Bürckmann & Sophia Philipp
Tel.: 07936 / 99 05 20
Mobil: 0172 / 712 65 97

kontakt@hochstamm-deutschland.de
www.hochstamm-deutschland.de
Vereinssitz: Niedenbach 13, 72229 Rohrdorf
Vorsitzende: Martina Hörmann
Vereinsregister: VR 723 737
Registergericht: Stuttgart

Heuernte auf der Streuobstwiese 2020
LNV, NABU, BUND - PM: Streuobst ist immaterielles Kulturerbe

Verbände NABU LNV BUND

Gemeinsame Pressemitteilung
LNV, NABU und BUND Baden-Württemberg
25.03.2021

Zum Beschluss der Kulturministerkonferenz über die Aufnahme des „Streuobstanbaus“ ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erhalten Sie ein gemeinsames Statement von NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg: 

Verbände: Aufnahme von Streuobst als Immaterielles Kulturerbe muss Startsignal sein für stärkeres Engagement im Land

Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg freuen sich mit dem Verein Hochstamm Deutschland über die Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe. „Die Würdigung kommt zur richtigen Zeit. Sie ist ein toller Erfolg für alle 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer des Antrags und eine Steilvorlage für die künftige Landesregierung, dem Streuobstanbau noch deutlich mehr Engagement zu widmen“, sind sich die drei Verbände einig.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hat sich Baden-Württemberg verpflichtet, die Streuobstbestände zu erhalten, ihre wirtschaftliche Nutzung finanziell zu fördern und die Pflege der artenreichen Flächen besser zu unterstützen. Zahlreiche örtliche Gruppen und Aktive von BUND, NABU und LNV engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Streuobstwiesen im Land. Sie schneiden Obstbäume und Hecken, leiten pädagogische Projekte, pflanzen junge Bäume nach, hängen Nistkästen auf und fördern die Insektenvielfalt durch eine naturschutzfachliche Mahd oder Beweidung.

„Der Mehrwert von Obst aus Streuobstwiesen liegt nicht nur im vielfältigen Geschmack. Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreich das gute Zusammenspiel von Menschen und Natur sein kann. Die Streuobstwiesen im Land sind ein Tausendsassa, weil sie einer der artenreichsten Lebensräume sind, die Bindung der Menschen an ihre Heimat stärken und für den naturnahen Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Das Land muss sich aber noch stärker engagieren, mit Förderanreizen für alle Besitzerinnen und Besitzern von Streuobstwiesen, damit das immaterielle Kulturerbe eine gute Zukunft hat“, fordert NABU-Naturschutzexpertin Ingrid Eberhardt-Schad.

„Landwirtinnen und Landwirte stehen uns beim Streuobstschutz häufig als kompetente Partner zur Seite. Doch Streuobstwiesen haben nur eine Zukunft, wenn sich ihre Pflege wieder lohnt. Dafür braucht es deutlich mehr Einsatz der neuen Landesregierung für Streuobstprodukte und ihre Vermarktung“, erklärt Martin Engelhardt, Streuobstexperte beim Landesnaturschutzverband (LNV). Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe sei dafür ein wichtiger Baustein.

„Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe ist eine wichtige Anerkennung für alle Menschen, die sich im Streuobstbau engagieren. Doch auch die Wiesen unter den Bäumen sollten so bewirtschaftet werden, dass sich artenreiches Grünland als Lebensraum für viele Insektenarten, wie Wildbienen und Schmetterlinge, entwickelt. Dazu muss die Mahd von Streuobstwiesen sowohl für Landwirtinnen und Landwirte, als auch für Stücklesbesitzende besser gefördert werden“, ergänzt Almut Sattelberger, Streuobstexpertin des BUND Baden-Württemberg.

 

Für Rückfragen und Kontakt:

Über den LNV:

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) ist der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg mit 34 Mitgliedsverbänden, in denen über 540.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Der LNV vertritt nach § 51 NatSchG BW als Dachverband die Natur- und Umweltschutzverbände des Landes und ist anerkannte Naturschutz- und Umweltvereinigung nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz. www.LNV-bw.de

Über den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Baden-Württemberg:

Der NABU Baden-Württemberg ist mit mehr als 115.000 Mitgliedern und über 220 Gruppen vor Ort der größte Landesverband des NABU und zugleich der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg. Mit mehr als 770.000 Mitglieder und Fördernden ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. www.NABU-BW.de

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. www.bund-bawue.de

Diagramm Streuobst-Apfelmenge von 1992-2020

Diagramm_Streuobst-Apfelmenge_1992-2020

Diagramm über angelieferte Tonnen bei unserem STO-Apfelsaft-Projekt.
Bis 2014 waren wir bei der Sankt Katherinen Kellerei, seit 2015 bei der Kelterei Jung.
1. Apfelernte 2020

bei der ersten Apfelernte konnten wir 844 Kilo Äpfel ernten! Wegen der Hitze und Trockenheit hatten viele Bäume etliche ihrer Äpfel bereits abgeworfen.
Frühe Ernte also dieses Jahr. Das 3. Dürre-Jahr setzt auch unseren Bäumen zu.

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Foto: Kaiserstühler Wochenbericht

Zenimker auf der Streuobstwiese

Seit dem Frühjahr 2020 hat der Zenimker Daniel Kaiser einen Bienenstand auf unserer blütenreichen Streuobstwiese.

Im Juli war nun die erste Honigernte!

ZEN Imker

BienenstoeckeBienenwaben

16. November 2015 NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen
– Gelbes Streuobst-Logo garantiert Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen

NABU-Qualitätszeichen an Jung-Fruchtsäfte in Teningen verliehen - Von links: Engelbert Mayer (NABU Kaiserstuhl), Dr. Andre Baumann (Vorsitzender NABU Baden-Württemberg), David Leander Jung-Lüdemann, Klaus Jung, Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, Andreas Galli (Vorsitzender NABU Kaiserstuhl).
Foto: FSRM

 

Heute Vormittag verlieh der Naturschutzbund Deutschland (NABU) der Teninger Jung Fruchtsäfte GbR für zwei Produkte der Firma das gelbe Streuobst-Siegel. Als einer von nur sechs Lizenznehmern in Baden-Württemberg garantiert Jung Fruchtsäfte damit, dass das Obst für die beiden Säfte von heimischen, giftfreien Hochstamm-Streuobstwiesen stammt.

Nur große Obstbäume bieten zahlreichen Tierarten eine Heimat und sichern so wichtige Lebensräume für bedrohte Arten. Durch den Verzicht von Pestiziden wird die Nahrungsgrundlage dieser Tiere erhalten und sichert so einen Über-Lebensraum. Kriterien für die Auszeichnung sind auch die naturfördernde Produktion und eine faire Entlohnung der Streuobstbauern durch ein lukratives Aufpreismodell.

Bei der heutigen Verleihung des Gütesiegels lobte Klaus Jung das Engagement der Gemeinde Teningen und das gute Verhältnis zu seinen Nachbarn. „Die Gemeinde informiert uns, wenn die Eigentümer von Streuobstwiesen den Hof aufgeben und die Flächen verpachten wollen. So haben wir schon mehrere Streuobstwiesen pachten und somit erhalten können.

Andreas Galli, Vorsitzender des NABU Kaiserstuhl, verwies auf die Notwendigkeit der Streuobstwiesen. „Kein Lebensraum in Baden-Württemberg weist eine derartige Artenvielfalt wie Streuobstwiesen auf“, erklärt Galli. „Für uns ist der gewonnene Saft nur ein angenehmer Nebeneffekt“, erklärt Galli, der der Erhaltung des Lebensraumes Streuobstwiesen oberste Priorität einräumt.

Engelbert Mayer, Vorgänger von Galli beim NABU Kaiserstuhl und Vater des Projektes Streuobstwiesen, zeigte sich zufrieden mit der Tatsache, dass der NABU mit Jung schnell einen neuen Partner gefunden habe, der die vom Verein erwirtschafteten Obsterträge nach den Regeln des NABU entsprechend weiter verarbeitet. „Nach der Schließung der Katharinen-Kellerei in Endingen hatten wir Sorge, unsere beliebten Säfte weiter produzieren zu können“, so Mayer.

Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, der der Verleihung des NABU-Siegels eigens Platz in seinem vollgepackten Terminkalender reservierte, sprach von einer gelungenen Symbiose zwischen Ökologie und Ökonomie. Als agrarorientierte Gemeinde stehe der Erhalt von Landschaft und Agrarflächen oben auf der Agenda, so der Bürgermeister. Teningen sei aber auch Gewerbestandort und an erfolgreichen Gewerbebetrieben interessiert. „Da ist eine Kombination aus beidem für unsere Gemeinde natürlich der Idealfall!“ lobte Hagenacker.

Dr. Andre Baumann, Landesvorsitzender des NABU, übergab Klaus Jung und dessen Sohn David Leander Jung-Lüdemann das Gütesiegel offiziell. In Anschluss an die Übergabe führte Klaus Jung durch den Betrieb und erläuterte die Produktionsabläufe.

Jung Fruchtsäfte

Seit 1993 produziert Klaus Jung kontrollierte, biologische Fruchtsäfte. Jung verarbeitet ausschließlich Obst von Streuobstwiesen, das zu unterschiedlichen Saftprodukten verarbeitet wird. Seit Jung den Produktionsbetrieb nach Teningen verlegt hat, bietet die Firma ihren Kunden auch die Möglichkeit, eigenes Obst zu Saft zu verarbeiten. Inzwischen bewirtschaftet Jung über 20 Hektar Streuobstwiesen und beliefert verschiedene Verbrauchermärkte in der Region mit seinen Produkten.

Zusammen mit seinem Sohn David Leander Jung-Lüdemann hat Jung eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts gegründet, die die Produktion, die Vermarktung und den Vertrieb der Säfte übernimmt.

RegioTrends

NABU Apfelsaft Verkaufsstellen

Zur Karte der NABU-Apfelsaft Verkaufstellen in Google-Maps

Streuobstwiese Archiv

Projekt Lebensraum Kirchturm

Lebensraum Kirchturm

Dank an den Unterstützer
der AktionSchmidt Bauzentrum

 

 

 

 

 

Projekt Bienenfresser

Bienenfresser

30 Jahre Bienenfresser
Merops apiaster
am Kaiserstuhl

Eine Bestandsentwicklung in der Gemarkung von Eichstetten

Eigentlich müsste es „30 Jahre Bienenfresser wieder am Kaiserstuhl“ heißen. Denn schon 1873 brüteten im Kaiserstuhl bei Bickensohl etwa 20 Paare dieses wunderschönen Vogels.  1888 wurden die letzten gesehen. Nur sporadisch tauchte danach mal ein Bienenfresser auf. Über zwei Jahrzehnte lang galt der Bienenfresser am Kaiserstuhl offiziell als ausgestorben.

 

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1989 war es dann wieder so weit, das erste Bienenfresser-Paar wurde am südwestlichen Kaiserstuhl beobachtet. Von Jahr zu Jahr steigerte sich langsam die Anzahl der seltenen Vögel.

Die Rückkehr dieser bunten Vögel aus Afrika erfolgte in diesen Jahren immer Mitte Mai. Seit etwa 15 Jahren werden die ersten Bienenfresser schon um den 01. Mai gesichtet. Auch eine Folge der Klimaerwärmung. So ist der Bienenfresser wohl ein Gewinner, der Große Brachvogel, einst ein Brutvogel in den Seewiesen am östlichen Kaiserstuhl, dagegen ein Verlierer der Klimaveränderung.

Im Jahre 2007 dann brütete bei uns in Eichstetten an einer kleinen Lösswand das erste Mal erfolgreich ein Bienenfresser-Paar.

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Freie Lösswände, aber auch kleine Abbrüche oder Rutschungen bieten den Vögeln ideale Brutmöglichkeiten. Beide Altvögel wechseln sich mit dem Graben der Bruthöhle ab. Mit dem Schnabel wird der Löss abgehackt und danach mit den kurzen Füßen rücklings herausgescharrt. Nach einigen Tagen ist die bis zu 1,30 Meter tiefe Höhle mit der Brutkammer am Ende fertig. 

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Im Laufe der Jahre gab es - auch in Eichstetten - immer wieder mal nicht alltägliche Brutplätze. Im Eingang von einem Lössstollen, an der Lösswand hinter dem Volksbank-Gebäude oder an einer niederen in einem Garten hinter einem Wasserfass.

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2013 und noch mehr im Jahr 2015 gab es einen Bestandseinbruch. Anfang Mai, zur Rückkehr der Bienenfresser, war es kalt und es gab längere Regentage. Nach ihrem langen Zug aus Afrika kamen sie hungrig und erschöpft bei uns an und fanden aufgrund der schlechten Witterung fast keine Nahrung, nämlich fliegende Insekten. Das Paar, das im Gewann Rebtal im Jahr zuvor erfolgreich gebrütet hat, fanden wir leider nur noch tot vor.

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Die Nahrung der Bienenfresser besteht ausschließlich aus Fluginsekten. Honig- und Wildbienen, Wespen, Schmetterlinge, Libellen und fliegende Käfer.

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Die Vögel haben eine Spannweite von 40 cm, legen 5-7 Eier, brüten 21 Tage lang und müssen 31 Tage lang füttern.  Sie machen nur eine Brut im Jahr.

Die Entwicklung der Bienenfresser-Brutpaare auf der Gemarkung von Eichstetten: 

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Im Winter 2016/2017 ließ der Winzer M. Schmidt, bei einer Arrondierung seines Grundstückes, an der Böschung eine senkrechte Lösswand frei legen. Sofort wurde diese Wand von 17 Paaren angenommen.

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16 davon haben dort erfolgreich gebrütet. Eine Höhle wurde ausgegraben, wohl von einem Fuchs. Sie war nur 30 cm über dem Boden angelegt worden.
Inzwischen hat sich diese Wand zu einem Hotspot für Bienenfresser und Vogelfreunde entwickelt. Von den 85 Paaren auf Eichstetter Gemarkung im Jahr 2019 haben dort allein 25 Paare erfolgreich gebrütet.

Nach dem Ausfliegen halten sie sich noch 2 bis 3 Tage am Brutplatz auf. Danach schließen sie sich zu kleinen oder größeren Trupps zusammen und jagen im Rheinwald dann Großlibellen.

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Sporadisch machen sie sich immer wieder zu uns auf. Da kann man schon mal über 100 Bienenfresser zu sehen bekommen, ein großartiges Erlebnis.

Im September ist es wieder Zeit für ihren Rückflug in ihr Winterquartier. Über Spanien geht ihre Reise nach Afrika bis in das Kongo-Delta.

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Bericht und Bilder:  Engelbert Mayer

Schwalbenfreundliches Haus

Schwalbenfreundliches Haus 2021

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

 

Anna-Maria Schmidt aus Eichstetten

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In ihrer Hofanlage in Eichstetten kümmert sich Anna-Maria Schmidt um den Erhalt der Brutplätze von Rauch- und Mehlschwalben.
Für ihr Engagement im Artenschutz erhielt sie vom NABU (Naturschutzbund) Ortsgruppe Kaiserstuhl eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Anna-Maria Schmidt hat ein Herz für Tiere. Sie sind bei ihr auf dem Hof willkommen. Seit vielen Jahren gilt das auch für Rauchschwalben und Mehlschwalben, die den Sommer über in unseren Gefilden ihre Nester beziehen und brüten und zum Überwintern Tausende Kilometer ins südliche Afrika ziehen.

Rauchschwalben nisten fast ausschließlich im Inneren von Gebäuden. Ihr Nest ist schalenförmig und besteht aus Lehm mit Speichel vermischt. Manchmal sind Halme darin verbacken, die lang heraushängen können. Sie sind wendige Flieger und an ihren langen Schwanzspießen und ihrer rostfarbenen Stirn und Kehle zu erkennen.

Mehlschwalben bauen ihre halbkugeligen Nester aus vielen Lehmkügelchen außen an Gebäude - am liebsten mit vielen Nachbarn. Sie fliegen weniger rasant als die Rauchschwalben und sind an Unterseite, Bürzel und Füßen weiß wie mit Mehl bestäubt.

Die Kolonie der Mehlschwalben kann benachbarte Rauchschwalben durchaus verdrängen.
Der Hof von Anna-Maria Schmidt ist aber groß genug für beide Vogelarten. In der von ihrem Urgroßvater 1890 erbauten offenen Scheune haben an den Balken Mehlschwalben ihre Nester gebaut. Damit sie es leichter haben, in Kolonie zu leben, ließ die Tierfreundin vom NABU Kaiserstuhl Kunstnester anbringen, die sofort bezogen wurden.

Im Garten und bei ihren Hühnern finden die insektensuchenden Vögel genügend Nahrung. Den körnerfressenden Singvögeln bereitet sie das Vogelfutter für den Winter mit ihrer Ernte von Sonnenblumenkernen und Walnüssen selbst zu.

Als Anerkennung für ihren Einsatz im Vogelschutz verliehen Barbara Mutke und Gerhard Höfflin vom NABU Kaiserstuhl Anna-Maria Schmidt eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: http://www.NABU-BW.de/schwalbenfreundlicheshaus

Barbara Mutke, Oktober 2021

Annemarie Bitzenhofer in Oberrotweil


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Seit vielen Jahren dürfen Rauchschwalben in der Hofanlage der Familien Bitzenhofer und Siegel in Oberrotweil ihre Brutzeit verbringen. Für diesen wichtigen Artenschutz überreichte der NABU (Naturschutzbund) Ortsgruppe Kaiserstuhl eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Das Haus von Annemarie Bitzenhofer in Oberrotweil stammt aus dem Jahr 1710. Solange könnten dort Rauchschwalben als Kulturfolger in Hof und Stall schon gelebt haben!

Zumindest waren sie bereits Gäste, als Annemarie Bitzenhofer vor vielen Jahren in dieses Haus eingezogen ist.

Zwei Rauchschwalbennester hängen im Hof an den Balken der Holzdecke aus dem 18. Jahrhundert.

Jedes Jahr kommen die Rauchschwalben aus dem Winterquartier südlich der Sahara und finden ihren Weg zurück in den Kaiserstuhl. Sie sind brutplatztreue Tiere. So haben sie nach ihrer anstrengenden und gefahrvollen Reise von 10 000 Kilometern sofort ein bezugsfähiges Nest.
Das Ausbessern ist dann nicht so aufwändig und mit viel weniger Anstrengung verbunden, wie das beim Suchen eines anderen Platzes und dem Bau eines neuen Nestes der Fall wäre.
Deshalb sind ihre Nester ganzjährig geschützt, auch solche, die im Sommer leer geblieben oder nur noch bruchstückhaft vorhanden sind. An problematischen Stellen Nester zu dulden ist nicht immer einfach. Oft helfen Lösungen wie Kotbretter unter den Nestern.
Achtsam machen alle Familienmitglieder zur Sommersaison im Hof einfach einen Bogen um die Nester und beobachten das lebhafte Treiben ihrer gefiederten Sommergäste von einer anderen Ecke aus. Wenn die Vögel wieder wegziehen, wird die Hinterlassenschaft am Boden entfernt und als Dünger für den schönen Blumengarten hinter der Hofanlage verwendet.

Die Freude über die jährliche Rückkehr und Brutzeit der munteren und wendigen Rauchschwalben überwiegt!

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die geschützten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Barbara Mutke und Conny Noth-Feßler den Familien Annemarie Bitzenhofer und Markus Siegel eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Alle Infos und das Bewerbungsformular unter:

https://baden-wuerttemberg.nabu.de/schwalbenfreundlicheshaus/

 

Georg Leser in Ihringen

 

Bei Georg Leser in Ihringen nisten seit vielen Jahren Rauchschwalben im Hof. Für seine Sorge um die Vögel verliehen ihm Barbara Mutke und Andreas Galli von der NABU (Naturschutzbund Deutschland) Gruppe Kaiserstuhl als Auszeichnung die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

In der Toreinfahrt eines dieser typischen Kaiserstühler Häuser in Ihringen, die dicht an dicht an der Straße stehen, sich aber mit Wohnhaus und Scheune noch tief nach hinten erstrecken, haben Rauchschwalben seit 7 Jahren ihr Zuhause gefunden. Zwei Nester, links und rechts der Einfahrt, sind aus Lehm gebaut, werden jedes Jahr wieder angeflogen, repariert und belegt.

Aber woher bekommen die Vögel den Lehm und ihre Insektennahrung?

Georg Leser führt uns durch eine Scheune einen Treppensteig hinauf, und plötzlich stehen wir in einem Blütenmeer - einem verwunschenen Garten mit herrlichem Blick in die Ferne.

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Nicht nur die Schwalben finden hier alles, was sie brauchen. Ein vom NABU Kaiserstuhl gebautes Wiedehopf-Häuschen mit Nistkasten war schon öfter belegt, und neben vielen Insekten im Garten lebt auch die Smaragdeidechse hier.

Gerade Rauchschwalben sind stark vom Rückgang ihrer Art betroffen. Haben sie den gefährlichen Flug aus ihren Überwinterungsgebieten überstanden, sind sie hier weiteren Schwierigkeiten ausgesetzt, wenn Nestbaumöglichkeiten und Insektennahrung fehlen.

Georg Leser und sein Mitbewohner Andreas Schöller, der uns das schwalbenfreundliche Haus meldete, bewundern immer wieder mit Freude die rasanten Flugkünste dieser grazilen Vögel und dulden sie gerne im Hof.

Barbara Mutke, Juli 2021


10. Juni 2021 BZ Die Schwalben sind zurück

Von BZ-Redaktion Fr, 11. Juni 2021 Breisach

NABU Kaiserstuhl bietet Hausbesitzern Tipps fürs Nisten.

Rauchschwalbe

Rauchschwalben nisten gerne in Ställen und Scheunen. Foto: NABU / Klemens Karkow 

Die ersten Schwalben sind seit Mitte März zurück in Baden-Württemberg. Auch im Kaiserstuhl haben die ortstreuen Mehl- und Rauchschwalben ihre Brutplätze wieder bezogen, informiert der Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl in einer Pressemitteilung. Dafür mussten die Langstreckenzieher teils mehr als 12 000 Flugkilometer hinter sich bringen. "Diese unglaubliche Leistung der nur zwölf bis 18 Zentimeter großen Vögel gehört belohnt. Mit Nistplätzen und einer attraktiven, insektenreichen Natur können wir den Frühlingsboten zu einem guten Start in die Brutsaison verhelfen", schreibt Barbara Mutke, Vorstandsmitglied der NABU-Ortsgruppe Kaiserstuhl in Vogtsburg. Seit den 1980er Jahren seien die Bestände von Mehl- und Rauchschwalben im Land um mehr als die Hälfte eingebrochen. Mit der Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" mache der NABU Kaiserstuhl seit Jahren auf die Not der Schwalben aufmerksam, die in der menschlichen Umgebung wohnen. Mit einer Plakette zeichnet Barbara Mutke Hausbesitzerinnen und -besitzer aus, die den Rückkehrern Obdach geben. "Der Anblick der grazilen Flieger lässt die Herzen vieler Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen höher schlagen."

Landwirte ruft der NABU Kaiserstuhl auf, den Schwalben ihre Tore zu öffnen. Die Rauchschwalbe oder Bauernschwalbe niste gern in Ställen und Scheunen. "Ob Haus oder Hof – wer die Möglichkeit hat, sollte Schwalben unterstützen – mit einheimischen Pflanzen, die mehr Insekten und damit indirekt Schwalben Nahrung bieten, mit Lehmpfützen als Quelle für Baumaterial und mit Toleranz gegenüber ihren Nistplätzen an Gebäuden", so Barbara Mutke.
Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: http://www.NABU-BW.de/ schwalbenfreundlicheshaus
 
 
Rauchschwalben lesen Insekten von Mauer ab

Am 30. Juni 2021 – ein völlig verregneter Tag – flogen mehrere Rauchschwalben eine Mauer in Ihringen an.
Kurz zuvor war die Rasenfläche vor der Friedhofsmauer gemäht worden und viele überlebende Insekten flüchteten an die Mauer. Diese hatte auch einen kleinen Dachvorsprung.

Schwalbe fliegt Mauer an


Während einer kleinen Pause dort, konnte ich die faszinierenden Flugmanöver der Schwalben ausgiebig beobachten.

Es waren auch frisch ausgeflogene Schwalben mit dabei. Diese setzten sich zwischendurch auf die Mauer und warteten auf eine Fütterung durch die Altvögel.

Eine nicht alltägliche Beobachtung.

Engelbert Mayer im Juli 2021

Hoftor auf für Schwalben!

NABU und die Bauernverbände in Baden-Württemberg machen sich stark für die Glücksboten in der Landwirtschaft

Mit einem Infoflyer werben die drei Verbände gemeinsam dafür, den Tieren Nistmöglichkeiten zu bieten. Der NABU zeichnet Gebäude als „Schwalbenfreundliches Haus“ aus, wenn unter ihren Dächern Schwalben brüten dürfen. Jede dritte Plakette in Baden-Württemberg geht bereits an einen landwirtschaftlichen Betrieb. An mindestens 370 Stalltüren und Bauernhäusern im Land hängt schon eine Plakette.

Wie wichtig dieses Engagement vieler Landwirtsfamilien ist, zeigt der Blick auf die Statistik. Die Zahl der Mehl- und Rauchschwalben nimmt seit Jahren ab. Die Gründe dafür sind vielfältig, erklärt NABU-Schwalbenexperte Rudi Apel: „Der Rückgang der Insekten wirkt sich auf die Schwalben aus, die zur Aufzucht ihrer Jungen zwingend auf diese Eiweißquelle angewiesen sind. Immer seltener zieren Misthaufen unsere Dörfer, die früher mit ihren Fliegen ein reich gedecktes Buffet für die wendigen Flugkünstler waren. Wege und Hofeinfahrten sind meist asphaltiert, so dass den Schwalben lehmige Pfützen fehlen. Dort holen sie Baumaterial für ihre beeindruckenden Nester unter den Dachvorsprüngen und an Balken.“

Die Bauernverbände in Baden-Württemberg unterstützen den Infoflyer Nistmaterial und Insektennahrung findet die Rauchschwalbe oft auf Bauernhöfen - © Foto: NABU/Willi MayerPlakette "Schwalbenfreundliches Haus" am Hofladen - Foto: Stefan Bosch

 

 

 

 

 

 

Flyer "Hoftor auf für Schwalben" zum Download

Flyer "Hoftor auf für Schwalben" (2.4 MB)

 

Link zur NABU.DE Seite: NABU-Aktion Schwalbenfreundliches Haus

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

 

Görwihler NABU-Vorsitzender wird für jahrzehntelange Naturschutzarbeit geehrt

Seit über 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Wie kein anderer steht er für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, die den Erhalt der Lebensräume von Schwalben fördert. Für seinen Einsatz wurde ihm nun das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

 

 

Bundesverdienstkreuz für Rudi Apel Freuen sich über die Auszeichnung von NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel (v. li. N. re.): der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle,
der Grünen-Landtagsabgeordnete aus Waldshut, Niklas Nüssle, Rudi Apel, Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow,
Landrat Dr. Martin Kistler und Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund.
Foto: NABU Baden-Württemberg

  • April 2021 - Schwalben sind seine große Leidenschaft, ihr Schutz treibt ihn um und an. Seit mehr als 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Seiner Vision folgend, Schwalben willkommen zu heißen, reist der 69-Jährige quer durch den Südwesten, um aufzuklären, Plaketten an Häuser und Höfe anzubringen und ihren Besitzerinnen und Besitzern zu danken. Für seinen Einsatz für die Natur im Land erhält er jetzt selbst großen Dank: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und Staatssekretär Dr. Andre Baumann, reisten nun extra nach Görwihl, um heute im Beisein von Landrat Dr. Martin Kistler, Bürgermeister Carsten Quednow und Corona-bedingt einiger weniger Gäste die Auszeichnung vorzunehmen.

    Unermüdlicher Macher im südbadischen Naturschutz
    „Mit seinem Engagement hat er den Naturschutz in herausragender Weise gefördert und bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Bewusstsein, Wertschätzung und Faszination für die heimische Natur gestiftet. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Rudi Apel“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der Ehrung. Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, erklärt dazu: „Rudi Apel ist ein Macher im Naturschutz und lässt sich auch von Widrigkeiten nicht abschrecken. Sein Einsatz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt rückt dabei uns Menschen ins Zentrum. Jede und jeder kann unsere Welt ein klein wenig besser machen, ist seine Botschaft. Vielen Dank für diesen unermüdlichen Einsatz.“

    Großes Engagement für die Glücksboten
    Apel steht wie kein anderer für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“. 2007 entdeckte der gebürtige Rutesheimer die kleine Plakette in Mecklenburg-Vorpommern, brachte sie in den Südwesten und löste dort enorme Begeisterung für die gefiederten Glücksboten und ihren Schutz aus. Die wendigen Flieger begleiten den Gründer der NABU-Gruppe Görwihl seit seinen Anfängen im Naturschutz Ende der 1980er Jahre. „Damals dachte ich mir: Für diese Vögel musst Du kämpfen.“ Schwalben faszinieren Apel: „Wie sie fliegen und ihre Nester bauen, ist beeindruckend. Sie sammeln tausend Lehmkugeln und bauen sich ein Zuhause, das über Jahre halten kann.“

    Sein Engagement ist ein Kampf um Dinge, die in ländlichen Gemeinden einst selbstverständlich waren: Ställe, Misthaufen, Lehmpfützen und viele Insekten. Apel versucht, Hausbesitzerinnen und -besitzer zu überzeugen, damit sie die kleinen Schwalbennester an ihren Fassaden dulden. Er informiert geduldig in unzähligen Vorträgen, Presseartikeln und Veranstaltungen über die Gefährdung der Tiere – mit Erfolg. Inzwischen hat er rund 2.000 Häuser und Höfe im Land ausgezeichnet und ist bundesweit ein gefragter Fachmann für die Flugkünstler. Leider setzt sich der Abwärtstrend der Schwalben im Land trotz allem weiter fort.

    Wer Rudi Apels Engagement verfolgt, erlebt einen vielseitigen und zupackenden Naturschützer, der Biotope pflegt, berät, erklärt, motiviert und beim konkreten Einsatz nie das große Ganze aus dem Blick verliert. „Lange bevor Naturschutz ein prominentes Thema wurde, setzte sich Rudi Apel für den Erhalt der Umwelt zwischen Alb und Wehra ein. Es freut mich sehr, dass diese Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde“, sagt Landrat Dr. Kistler über den Geehrten. Carsten Quednow, Bürgermeister der Gemeinde, in der Apel seit mehr als 40 Jahren lebt, ergänzt: „Ich schätze Rudi Apel sehr und die Gemeinde Görwihl ist stolz auf diese Ehrung ihres Bürgers.“

    Zeit, um sich zur Ruhe zu setzen, findet Rudi Apel indes nicht, obwohl er das Rentenalter längst erreicht hat. Der NABU Görwihl ist seit kurzem Eigentümer einer Streuobstwiese mit 120 Bäumen. Sie will gemäht und gepflegt werden, Nistkästen und Steinkauzröhren warten auf ihre Montage. Naturschützer ist man eben lebenslang – und die Arbeit geht dabei nie aus.
Schwalbenfreundliches Haus 2020

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Gustav Enderlin in Eichstetten

In Eichstetten geht es in der Hofeinfahrt bei Gustav Enderlin lebhaft her: Sechs Mehlschwalbennester sind belegt, und die Jungen schlüpfen gerade. Ein benachbartes Kunstnest für Rauchschwalben wurde geschickt mit Lehmkügelchen zu einem weiteren Mehlschwalbennest umgebaut. Einerseits ist die Fähigkeit dieser Vögel, sich Nestmöglichkeiten zu verschaffen, erstaunlich und bewundernswert, andererseits bezeugt es das Fehlen geeigneter Plätze für unsere Schwalben. Deshalb will Gustav Enderlin noch zwei weitere Doppel-Kunstnester anbringen.

Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl verlieh Gustav Enderlin für seinen Einsatz eine Urkunde und Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.
B. Mutke, Juni 2020

 

Elsbeth und Manfred Breisacher in Eichstetten

 

In der Hofeinfahrt von Elsbeth und Manfred Breisacher in Eichstetten versuchten Mehlschwalben vergeblich an einem T-Träger Nester zu bauen. Das Material fiel ab.
Auf Rat von Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl erwarb das Ehepaar zwei Doppel-Kunstnester für Mehlschwalben aus dem Fundus der Ortsgruppe. Zwei Tage nach der Anbringung der Nester in der Hofeinfahrt waren alle vier belegt, dazu zwei weitere natürliche Nester. Nun herrscht Trubel in der Einfahrt, Jubel bei den Naturschutzmachern!
Sorgen macht sich Manfred Breisacher um das Nestmaterial. Er beobachtete, dass die Mehlschwalben mit künstlichem, flies ähnlichem Material versuchen, weitere Nester zu bauen, was nicht funktioniert. Nun will er eine Lehmpfütze im Garten anlegen. Dort könnten sich die Vögel den nötigen Lehm für einen erfolgreichen Nestbau besorgen.

Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl würdigte gerne das Ehepaar Breisacher mit einer Urkunde und Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

B. Mutke, Juni 2020

 
 

Familie Wagner aus Oberrotweil

Sechs Nester haben Rauchschwalben bei Familie Wagner im Hof ihres Weingutes in Oberrotweil schon vor vielen Jahren aus Lehm gebaut. Gerade Rauchschwalben sind vom Rückgang ihrer Art stark betroffen. Sie nisten vor allem in Ställen und Höfen. Ihnen hilft es, einen Zugang offenzuhalten und den regen Flugverkehr zur Brutzeit zu dulden. Gibt es noch Tiere im Stall wie bei Familie Wagner, so ist für die Nahrung mit gesorgt und die Fliegenplage in Schranken gehalten.
Peter Wagner geht es beim Schutz der Schwalben um die Erhaltung der Biodiversität. Er beobachtet den Artenrückgang in seiner Umwelt mit Sorge und versucht auch aus diesem Grund, mit einer biodynamischen Wirtschaftsweise im Weinberg die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern.  Wildkräutervielfalt und damit einhergehend Insektenvielfalt sowie eine an Bodenleben reiche Erde in seinen Reblagen sowie die Nachfrage nach seinen Weinen geben ihm Recht. Die Vögel gehören für ihn zum ausgeglichenen Biotop dazu. Gerne gibt er seine Kenntnisse weiter und führt Interessierte durch seinen Weinberg. Auch seine kleine Tochter, coronakrisenbedingt zurzeit einfach oft mit im Weinberg, überzeugt uns mit ihrer Artenkenntnis – Wiedehopf und Bienenfresser erkennt sie schon am Ruf.
Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Andreas Galli und Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl Familie Wagner die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Barbara Mutke 30.05.2020

Schwalbenfreundliches Haus 2019

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

FA EAL in Achkarren

Mitten im Industriegebiet Vogtsburg-Achkarren lebt eine große Rauchschwalben-Kolonie!
In zwei Hallen auf dem Betriebsgelände der Firma EAL, der Erdbau, Abbruch und Logistik GmbH, betrieben von Ruth und Uwe Dürr, haben die Schwalben ihre Nester auf die Stahlträger gebaut.

Seit 20 Jahren kommen die ersten Rauchschwalben im Frühjahr durch eine kleine Fensteröffnung in der Werkhalle der Fa. EAL eingeflogen, von Familie Dürr schon erwartet. Dann werden weitere Fenster gekippt, und die Schwalbenschar hält nach und nach Einzug.20191029_schwalbenfreundliches_Haus%20EA_Duerr_HP

 Auf Stahlträgern zu nisten ist sehr ungewöhnlich. Ein angenehmerer Brutplatz ist sicher ein wärmender Kuh- oder Pferdestall oder ein überdachter Hof.
35 Nester hat Uwe Dürr gezählt. Dreck gibt es auch, aber die Freude an den zwitschernden Bewohnern überwiegt. Ruth Dürr pflegt auf dem Gelände einen Teich und nimmt viele nach Erdarbeiten heimatlos gewordene Gartenpflanzen auf. Um das Gewerbegebiet sind Wald, Böschungen und Reben, ein Bach, eine Streuobstwiese und ein unbebaute Wiese mittendrin. Diese abwechslungsreichen Lebensräume können auch in einem bebauten Gewerbegebiet Schwalben Nahrung finden lassen.

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Barbara Mutke und Martin Rombach vom NABU Kaiserstuhl dem Ehepaar Dürr die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Barbara Mutke 29.10.2019

 

 Familie Hannelore und Michael Stubert in Breisach

Immer seltener sieht man in den Baugebieten der 90er Jahre und folgende Schwalbennester am Haus. Oft hindern moderner glatter Putz und fehlende überstehende Dächer die Schwalben am Bau ihres Lehmnestes. Oder aber Netze werden gespannt, um den Anflug der Schwalben gleich zu verhindern.
Nicht so bei Familie Stubert, die 1994 eine Doppelhaushälfte in einem Breisacher Wohngebiet mit hohem Schwalbenvorkommen bezog. Seit dem Einzug lebt sie mit den bereits dort wohnenden Mehlschwalben und ihren 13 Nestern zusammen, duldet deren Hinterlassenschaften und freut sich über die Rückkehr der Tiere im Frühjahr. Die Schwalben gehören zur Familie wie Haustiere, und die nunmehr erwachsenen Kinder sind mit ihnen groß geworden.
So unterstützen sie ihre Eltern in der Schwalbentoleranz und sind mit dabei, als Martin Rombach und Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl der Familie dafür die Urkunde und Plakette  „Schwalbenfreundliches Haus“ überreichen.20190822_Schwalbenfreundliches_Haus_Fam_Stubert_HP

Barbara Mutke, 22. August 2019

 

Heidi und Ingolf Ahrens in Eichstetten

Als Betreiber eines Pferdestalles in Eichstetten betreuen Heidi und Ingolf Ahrens seit Jahren die Rauchschwalben in ihrem Stall. Als kürzlich ein Schwalbennest mit samt den jungen Schwalben herunterfiel, haben sie sich kurzentschlossen und unkonventionell für deren Rettung eingesetzt.
Etwas Heu und Reste vom abgefallenen Nest in einen kleinen Eimer und vorsichtig die noch nicht flugfähigen Schwalben darin eingesetzt. In 2 Meter Höhe angebunden und inständig gehofft, dass die Altvögel auch im Eimer weiterfüttern.20190723_schwalbenfreundliches_Haus_Heidi_Ingolf_Ahrens_Eimer
Nach wenigen Minuten kam schon der erste angeflogen, fand auch gleich seinen Nachwuchs in der außergewöhnlichen Unterkunft. Sofortige Jagd nach Fliegen und gleich zurück zum Füttern. Beide Altvögel fütterten weiter als ob nichts geschehen war. Alle 3 Jungvögel haben überlebt und sind inzwischen ausgeflogen.
Die beiden Retter wollen nun unter einigen Nestern ein schmales Brettchen anbringen, damit sich so etwas nicht wiederholen kann. Auch eine katzensichere Stelle mit genügend Baumaterial wird noch angelegt.
20190723_schwalbenfreundliches_Haus_Heidi_Ingolf_Ahrens_Bild

Als Dank für ihren Einsatz und Pflege der 15 Rauchschwalben-Nester überreichten Gerhard Höfflin und Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl den Schwalbenrettern die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

 

Frau Christl Arnold aus Schramberg

Im Juli 2019 zeichneten wir Frau Christl Arnold aus Schramberg mit der Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ aus. Ihr Sohn Manfred wollte an seinem Haus Kunstnester für die Rauchschwalben anbringen und meldete sich deshalb bei uns, der NABU-Gruppe Kaiserstuhl. Dabei erzählte er uns von seiner Mutter, die seit vielen Jahren an ihrem Haus mehrere Nistkästen für die Mauersegler angebracht hat. Frau Arnold, inzwischen über 80 Jahre alt – betreut nicht nur die Kästen, sondern auch die pfeilschnellen Mauersegler, die darin seit Jahren erfolgreich brüten. Jedes Jahr wartet sie gespannt auf ihre Rückkehr. Um dann mehr über diese Vögel zu erfahren, hat ihr Sohn in den Nistkästen Kameras angebracht. Jetzt kann Frau Arnold nicht nur die Vögel bei ihren Flügen beobachten, sondern auch bei der Aufzucht und Fütterung der jungen Segler zuschauen.

Als Dank für ihren jahrelangen Einsatz für die Mauersegler bekam sie die Plakette und eine Urkunde überreicht. Außerdem bedanken wir uns für die großartigen Filmaufnahmen aus den Nistkästen. Wir wünschen Frau Arnold noch sehr viele schöne Beobachtungen ihrer Mauersegler.

Link zum Film

Engelbert Mayer
NABU Kaiserstuhl

 

Familie Isele/Neri in Breisachs Altstadt

Bei Familie Isele/Neri in Breisachs Altstadt nisten seit Jahrzehnten Rauchschwalben– dafür gab es nun vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.

Schon zu Zeiten seiner Großmutter hatten im Hof von Jochen Isele die Rauchschwalben ihr Zuhause. Bei einer Renovierungsmaßnahme zogen die Schwalben einfach um. In der Scheune befestigte Bretter wurden zum Nestbau angenommen. Ein Nest befindet sich sogar auf dem Antriebsmotor des Hoftores.20190327_schwalbenfreundliches_Haus_Isele_Neri_NestDass ein großer Hund und zwei Katzen auch zur Familie gehören, stört die Vögel nicht. Energisch zwitschernd verteidigen sie ihre Heimstatt, erzählt Herr Isele.
Ein Brett unterstützt jedes Nest, eine Lehmpfütze liefert das Bau- und Renovierungsmaterial für die Rauchschwalben und ihre Insektennahrung finden sie an den begrünten Hängen des Münsterbergs sowie am nahen Rhein.
Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Herrn Isele und seiner Familie Barbara Mutke und Martin Rombach vom NABU Kaiserstuhl die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“, die nun an seiner Hoftür hängt und für weitere Schwalbenfreunde wirbt.20190327_schwalbenfreundliches_Haus_Isele_Neri

 

Barbara Mutke 4.4.2019

Schwalbenfreundliches Haus 2018

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Bruno Glockner in Breisach-Gündlingen

An seinem Haus in Breisach-Gündlingen beherbergt und betreut Bruno Glockner seit vielen Jahren Mehlschwalben – dafür gab es nun vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.
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Bruno Glockner in Breisach-Gündlingen ist ein großer Naturfreund. Als ehemaliger Förster pflegt er noch heute zahlreiche Vogelnistkästen in „seinem“ Wald. Vielen Menschen brachte er im Laufe seines Arbeitslebens die Natur in ihrem Lebensumfeld nahe und engagiert sich weiterhin dafür.
Seit langem schon brüten Mehlschwalben an seinem Haus.

Schwalben brüten in Kolonie und kehren jedes Jahr zu ihren früheren Nistplätzen zurück. Die Nester werden dann von den Vögeln mühselig ausgebessert. Ein Schwalbennest besteht aus ungefähr Tausend Lehmklümpchen, die die Tiere zusammentragen müssen.  
Die natürlichen Nester zerfielen im Laufe der Jahre und wurden von den Vögeln nicht mehr richtig ausgebessert. Um den Schwalben zu helfen, brachte Herr Glockner sechs Kunstnester an, die jedes Jahr gut nachgefragt sind. Unter die Nester hat er einfach ein Brett angebracht, das den Vogelkot abfängt und somit die Hauswand vor unliebsamen Verschmutzungen schützt.
Wenn die Schwalben in ihr Winterquartier gezogen sind, wird alles saubergemacht - auch Nester und Brett am Haus der Nachbarin, die bereits im September eine Plakette Schwalbenfreundliches Haus erhalten hat. Nun bewarb sich auch Bruno Glockner darum, in der Hoffnung, damit weitere Menschen zu motivieren, Schwalbennester an ihrem Haus zu belassen, zu hegen und zu pflegen.

Als Anerkennung für seine Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verlieh ihm Martin Rombach vom NABU Kaiserstuhl am 31.10.2018 die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.
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Link zum Artikel im ECHO

Barbara Mutke 10.12.2018

Familie Bührer in Breisach Gündlingen

Am Wohnhaus von Ulrike Bührer in Breisach-Gündlingen sind zwei selbstgebaute Mehlschwalbennester zu entdecken, die seit Jahren regelmäßig belegt sind – dafür gab es nun vom Naturschutzbund (NABU) eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.
Ulrike Bührer in Breisach-Gündlingen beobachtete schon längere Zeit die Mehlschwalben an den Nestern am Nachbarhaus. Schwalben brüten in Kolonie und kehren jedes Jahr zu ihren früheren Nistplätzen zurück. Die Nester werden dann von den Vögeln mühselig ausgebessert. Ein Schwalbennest besteht aus ungefähr Tausend Lehmklümpchen, die die Tiere zusammentragen müssen. Frau Bührer bemerkte, dass die Vögel immer größere Schwierigkeiten hatten, ihr Nest zu bauen, da sie offensichtlich nicht genug Material fanden. Nur die Kunstnester wurden noch belegt. 2012 entschloss sie sich, aktiv zu werden und besuchte einen Kurs im Naturzentrum Ihringen, in dem sie lernte, Mehlschwalbennester selbst zu bauen. Schon im gleichen Jahr der Anbringung waren diese Nester belegt. Seitdem erfreut sie sich an den Schwalben und studiert ihr Verhalten. Bei der Anlage ihres Gartens sorgt sie für reiches Insektenvorkommen. Über einen Zeitungsartikel erfuhr Ulrike Bührer von der NABU Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ und bewarb sich.
Am 13.9.2018 verlieh ihr Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.
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Barbara Mutke

 

Familie Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl

In der Toreinfahrt des Hauses von Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl sind 14 jährlich belegte Mehlschwalbennester zu entdecken – dafür gab es vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl nun eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.

Schwalben sind seit jeher beliebt. Sie gelten als Glücksboten und ihre Rückkehr kündigt den Sommer an. Man sagt, die kleinen Vögel würden sogar helfen, das Wetter vorauszusagen: Fliegen sie tief, droht Regen, fliegen sie hoch, gibt es gutes Wetter.

Seit langem leben sie als Kulturfolger bei den Menschen in der Stadt, am Haus und im Hof.

Doch die Glücksbringer haben es dieser Tage nicht leicht. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Nistmöglichkeiten, Material für ihren Nestbau oder Nahrung zu finden.
Vielerorts sind sie zudem von Menschen nicht mehr erwünscht. Zum Beispiel, weil sie Dreck verursachen und Hauswände verunreinigen. Dafür gibt es aber eine leichte Lösung: Einfach ein Brett unter dem Nest anbringen, das den Schwalbendreck abfängt. Trotzdem werden noch immer viele Nester mutwillig zerstört oder die Schwalben beim Nisten behindert. Doch das ist illegal. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind die Nester der kleinen Flugkünstler geschützt und dürfen weder beschädigt noch entfernt werden.

Daher hat der NABU die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen: Diejenigen Hausbesitzer/-innen erhalten eine Plakette, die Schwalben an ihren Häusern brüten lassen, dafür auch zusätzliche Nisthilfen aufhängen oder eine Lehmpfütze für die Tiere anlegen. Sie soll zudem Menschen ermutigen, Schwalben mit Kunstnestern bei sich aufzunehmen.
Allein in Baden-Württemberg wurden seit dem Start der Aktion im Jahr 2010 bereits 1.200 Plaketten verteilt. Das sind 1.200 Brutplätze für Mehl- und Rauchschwalben!

Bei Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl werden die Schwalben bereits seit 50 Jahren bei ihrer Rückkehr im Frühjahr freudig begrüßt.
Schwalben brüten in Kolonie und kehren jedes Jahr zu ihren früheren Nistplätzen zurück. Die Nester werden dann von den Vögeln mühselig ausgebessert. Ein Schwalbennest besteht aus ungefähr Tausend Lehmklümpchen, die die Tiere zusammentragen müssen. Als das Ehepaar beobachtete, dass manche Nester abfielen oder recht kaputt waren, ersetzen sie die Nester an der Toreinfahrt durch 14 Kunstnester. Kurz danach waren alle Nester wieder belegt.20180417_Fam_Treffeisen_Schwalben1

Auch um Insekten kümmern sich die beiden. Günter Treffeisen baute eine große und gut besuchte Nistmöglichkeit für Wildbienen an einer Schopfwand und Lore Treffeisen bietet ihnen mit ihrem blühenden Bauerngarten genügend Nahrungsömglichkeiten.20180417_Fam_Treffeisen_Schwalben2

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verleihten nun Barbara Mutke und Martin Rombach vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl dem Ehepaar die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Informieren und Bewerben können sich Schwalbenfreunde dafür unter www.NABU.de/schwalben oder beim NABU Kaiserstuhl, wo es auch Schwalbennester zu erwerben gibt.

Barbara Mutke 3.5.2018

Kostenfreie Pressebilder: www.NABU.de/pressebilder_schwalben

Schwalbenfreundliches Haus 2017

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Familie Gibson in Ihringen

In der Toreinfahrt des Hauses von Elfriede und Erwin Gibson in Ihringen gibt es 4 jährlich belegte Rauchschwalbennester – dafür gab es vom NABU Kaiserstuhl am 21. November 2017 eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.

Bei Elfriede und Erwin Gibson in Ihringen werden die Schwalben bereits seit 55 Jahren bei ihrer Rückkehr im Frühjahr freudig begrüßt – und wahrscheinlich waren sie schon vorher da.
4 Nester haben die Rauchschwalben in der Hofeinfahrt gebaut, eines erst neu im Frühling. Bei der Kälte und Nässe im April sind leider Jungschwalben umgekommen. Doch im Sommer gab es noch eine erfolgreiche zweite Brut.

Elfriede Gibson und ihre Nachbarin bieten vielen Vögeln Nist- und Futtermöglichkeiten im Garten. So haben sie für die überwinternden Singvögeln verblühte Sonnenblumen in den gemeinsamen Gartenzaun gesteckt. Auch bei der Nachbarin gibt es 2 Rauchschwalbennester zu bewundern, ein Kunstnest und ein schöner Neubau der Schwalbeneltern aus dem Frühjahr. Mehrere Hundert Lehmklümpchen haben die Vögel dafür zusammengetragen.

Die Rauchschwalben zu beobachten macht dem Ehepaar Gibson viel Freude, sodass sie den anfallenden Vogeldreck geduldig ertragen bis die Vögel in die Winterquartiere gezogen sind – dann wird sauber gemacht. Sie wissen viele spannende Beobachtungen zu erzählen und sind richtige Rauchschwalbenkenner geworden.

Rauchschwalben sind besonders gefährdet, denn sie nisten gerne in Hofeinfahrten und offenen Ställen, nicht an der Außenwand eines Gebäudes wie die Mehlschwalben. Ein offener Zugang ist für sie wichtig, gibt es aber leider immer seltener.

20171121_SchwalbenplaketteIhringenGibson
20171121_RauchschwalbennesterIhringenGibson

 

 

 

 

 

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verleihte nun Andreas Galli vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl dem Ehepaar die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Link zum BZ-Artikel

Familie Hiss in Eichstetten

An Haus und Scheune der Familie Hiss in Eichstetten gibt es mehr als 20 Schwalbennester – dafür gab es vom NABU Kaiserstuhl am 27. Oktober 2017 eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.

Auf dem Bio-Hof der Familie Hiss in Eichstetten werden die Schwalben seit Jahrzehnten bei ihrer Rückkehr im Frühjahr freudig begrüßt. Natürliche Nester werden erhalten und angebrachte Kunstnester unterstützen die Vogelgemeinschaft. Im Hof bieten offene Scheune, Garten und die Viehhaltung alles, was eine Schwalbe zum Leben braucht: Nistmöglichkeit, Baumaterial, Insektennahrung. Die Vögel werden auf dem biologisch wirtschaftenden Hof gerne als natürliche Fliegenbekämpfer eingesetzt und sind willkommene Helfer bei der Pflege der Kühe.

20171027_SchwalbennesterEichstettenHiss
20171027_SchwalbenplaketteEichstettenHiss

 

 

 

 

 

 

Sorgen machen der Familie die Rauchschwalben. „Seit 1989 beobachten meine Eltern, dass keine Rauchschwalben mehr zurückkommen“, meint Matthias Hiss. Ihre Nester bleiben leer. Die Mehlschwalbennester dagegen werden regelmäßig belegt.

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verleihte nun Barbara Mutke vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl der Familie die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Informieren und Bewerben können sich Schwalbenfreunde dafür unter www.NABU.de/schwalben oder beim NABU Kaiserstuhl.

 

Schwalbenfreundliches Haus 2012

HausbesitzerinB. Mutke und E. Mayer mit Hausbesitzerin
E. Hinterseh

 

30-Nester 15 von 30 Nestern besetzt

 

30-besetzt30 von 50 Nestern sind besetzt

Kontakt

NABU-Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

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