Presse

11. August 2022 BZ Beitrag zum Artenschutz

Beitrag zum Artenschutz

Von BZ-Redaktion Do, 11. August 2022 Ihringen

Ihringer erhält Plakette für "Schwalbenfreundliches Haus".

12. Mai 2022 BZ Bienenfresser kehren zum Kaiserstuhl zurück

https://nabu-kaiserstuhl.de/Datenbank/Bilder/Badische_Zeitung.webpAus dem Winterquartier

Bienenfresser kehren zum Kaiserstuhl zurück

Von Christian Engel Do, 12. Mai 2022 um 14:00 Uhr Vogtsburg | 1

Die Bienenfresser sind zurück: Nach ihrem Winteraufenthalt in Afrika lassen sich die auffällig bunten Vögel über die Sommermonate besonders gern am Kaiserstuhl nieder.

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Dieser Bienenfresser hat Beute gemacht.  Foto: Albert Rummler

Das liegt nicht nur am warmen Klima, das der eigentliche (Sub)Tropenvogel so gerne mag, sondern auch am Löss: In dieses Gestein kann der Bienenfresser seine Bruthöhle ganz prächtig hineinzimmern.
Engelbert Mayer vom Naturschutzbund Kaiserstuhl (Nabu) hat die Höhlenarbeit der Vögel selbst beobachtet: Mit seinem spitzen Schnabel hackt der Bienenfresser ein Loch in die harten Lösswände, mit seinen Füßen schaufelt er den Staub hinaus. "Bis zu 1,20 Meter tief ist eine Höhle", sagt Engelbert Mayer, Gründer der Nabu-Ortsgruppe Kaiserstuhl, Hobbyornithologe und Vollbluttierschützer. Dass die Bienenfresser am harten Gestein ihre Schnäbel abwetzen geschenkt! Wem wollen sie noch imponieren, ihre Partner haben sie zuvor ja bereits gefunden.

Jetzt ist Balzzeit

In diesen Wochen ist Balzzeit. Da geht’s unter Vögeln wild zu – und das Bienenfressermännchen hat eine sehr spezielle Methode entwickelt, um das Weibchen zu beeindrucken. Im Fliegen jagt er Schmetterlinge, Käfer und Libellen, krallt sie sich aus der Luft – da machen die Weibchen natürlich große Augen. Aber dann geht’s weiter: Die erbeuteten Tiere tötet der Bienenfresser, indem er sie kräftig gegen eine Unterlage schlägt, etwa gegen einen Draht – giftige Insekten knetet der Bienenfresser im Anschluss durch, damit die Giftstoffe entweichen. Dann frisst er sie selber, verfüttert sie später an seinen Nachwuchs – oder überreicht sie einem Weibchen, quasi als Brautgeschenk.

800 Paare am Kaiserstuhl

Die Kehle gelb, der Rücken kastanienbraun, der Bauch türkisfarben – farblich ein absolut spektakuläres Tier. "Der setzt dem Eisvogel noch einen oben drauf", sagt Engelbert Mayer. Man könne die Tiere eigentlich im gesamten Kaiserstuhl besichtigen und hören, in Eichstetten, in Bötzingen, in Ihringen. Laut dem Nabu-Mitglied befinden sie sich vorzugsweise in nicht-flurbereinigtem Gelände, dort, wo noch Primärlöss vorhanden ist. Auf bis zu 800 Paare schätzt Mayer das Vorkommen der Tiere im Kaiserstuhl. Bis in den September hinein werden die Bienenfresser dort balzen, buddeln, brüten und Babys füttern – dann geht’s wieder ab in den Süden.

Ressort: Vogtsburg

Zum Artikel aus der gedruckten BZ vom Do, 12. Mai 2022:

Zeitungsartikel im Zeitungslayout: PDF-Version herunterladen

Webversion dieses Zeitungsartikels: Bienenfresser kehren zurück

29. April 2022 KWB Heimstatt für die Glücksboten

Heimstatt für die Glücksboten

 

Ingo Müller erhält „Schwalben-Ehrenplakette“

Eichstetten. Rauch- und Mehlschwalben finden gleichermaßen in Hof und Schopf von Ingo Müller gute Brutmöglichkeiten. Für dieses Engagement im Artenschutz überreichte der (Naturschutzbund (NABU), Ortsgruppe Kaiserstuhl, eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

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Ingo Müller (links) führt ein schwalbenfreundliches Haus,
was die von Gerhard Höfflin überbrachte Urkunde dokumentiert. Foto: NABU

Gerhard Höfflin und Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl erwischen ihn noch bei der Arbeit: Ingo Müller ist selbständiger Gärtner und richtete gerade bunte, fröhliche Ostergestecke für den Verkauf. In Hof und Schopf des alten Kaiserstühler Hauses, das er bewohnt, entdeckten sie zwei Rauchschwalbennester an den Holzbalken der Einfahrt und in einigen Metern Entfernung zwei Mehlschwalbennester. Die verschiedenen Vogelarten scheinen unter Abstandswahrung miteinander auszukommen. Dazwischen haben in einer Nische Hausrotschwänze schon ihr Nest bezogen.

Schwalben sind schon lange Kulturfolger der Menschen. Wo Tierhaltung stattfindet oder naturnahe Gärten vorhanden sind, finden die schlauen Tiere genügend Insektennahrung auch in einer Siedlung. Analten Balken in Hof und Schopf und an rauverputzten Hauswänden können sie ihre kunstvollen Lehmnesterbauen – die Rauchschwalben gern in Ställen und Scheunen, die Mehlschwalben eher an den Außenwänden der Häuser. Früher als Glücks

bringer und Frühlingsboten geachtet, haben die ortstreuen Vögel es heutzutage schwer, geeignete Stellen für den Nestbau zu finden und dort auch geduldet zu werden. Oft fehlt zudem das Nahrungsangebot in der Nähe. Bei Ingo Müller zeigte sich wieder, dass hinter jedem Schwalbenfreund auch ein Gartenfreund steckt. Denn seinem Haus gegenüber pflegter den schönen, vielfältig gestalteten Bauerngarten Hiss, der die Vögel anlockt. Arbeiten tut er mitten unterseinen Schwalben. „Geht das?“, wird er gefragt. „Ach“, meint er, und schaut gelassen nach oben zu den Nestern, „die stören doch nicht!“ Als Anerkennung für seine Bereitschaft, die geschützten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Barbara Mutke und Gerhard Höfflin vom NABU Kaiserstuhl Ingo Müller eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Interessierte finden weitere Informationen wie auch das Bewerbungsformular unter www.nabu-bw.de.

22. April 2022 Pheromon-Dispenser in Weinbergen werden nicht immer korrekt entsorgt

Beispiel Kaiserstuhl

Pheromon-Dispenser in Weinbergen werden nicht immer korrekt entsorgt

Von Thomas Rhenisch Fr, 22. April 2022 um 11:05 Uhr Vogtsburg | 3

Sie bekämpfen den Traubenwickler in Weinbergen auf ökologische Art. Die Plastikstreifen der Pheromon-Dispenser landen später oft auf dem Boden. Langfristig kann das der Umwelt schaden.

 

Knapp 600.000 Pheromon-Dispenser sind in den vergangenen Wochen in den Rebanlagen des Tunibergs aufgehängt worden. Aus den Weinbergen des Kaiserstuhls sind sie ebenfalls kaum mehr wegzudenken. Die kleinen Plastikstreifen bekämpfen den Traubenwickler auf umweltverträgliche Art. Doch nicht immer werden sie am Ende wieder korrekt eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.

Mit Hilfe der Dispenser sollen Traubenwickler an der Paarung gehindert werden. Die Methode gilt als ökologisch einwandfrei, weil sie den Einsatz von Insektiziden bei der Bekämpfung der kleinen Schmetterlinge, deren Larven an den Reben große Schäden anrichten können, überflüssig macht. Eine Voraussetzung für ihre ökologische Unbedenklichkeit ist jedoch, dass die ausgebrachten Dispenser wieder eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Doch das geschieht allem Anschein nach nicht immer. Allzu häufig werden die Plastikstreifen beim Zurückschneiden der Reben einfach auf den Boden geschmissen.

Biologe sieht ein verbreitetes Problem

"Wenn man mit offenen Augen durch die Weinberge läuft, findet man buchstäblich auf Schritt und Tritt Teile dieser Pheromonkapseln", kritisiert ein BZ-Leser in einer Zuschrift an die Badische Zeitung. Der Breisacher, der auf seinen Spaziergängen regelmäßig den Kaiserstuhl durchstreift, beklagt, dass die roten Kunststoffbändchen die Böden langfristig als Mikroplastik belasten würden.

Der Traubenwickler

Traubenwickler sind Schmetterlinge, deren Larven großen Schaden im Weinbau anrichten können. Deshalb werden sogenannte Pheromon-Dispenser in den Reben aufgehängt. Sie verströmen einen Duft, der dem Lockstoff der weiblichen Insekten entspricht. Die Männchen werden so gezielt verwirrt. Dadurch wird die Paarung verhindert und die Population reduziert.

Diese Sorge treibt auch den Biologen Reinhold Treiber um, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau Hochschwarzwald. Viele der abertausenden Lockstoff-Dispenser, die im Frühjahr in die Reben gehängt würden, blieben dort hängen, bedauert Treiber. Spätestens mit dem Rebschnitt landeten sie dann auf dem Boden, und irgendwann würden sie untergemulcht. Er sieht darin ein verbreitetes Problem. "Was an Plastik in die Natur rausgetragen wird, das gehört auch wieder eingesammelt", forderte der Biologe bereits in einem BZ-Artikel über die zunehmende Belastung der Agrarflächen mit Kunststoffresten im vergangenen Jahr.

Naturschutzwart appelliert an die Winzer, die alten Dispenser einzusammeln

Wie groß das Problem allerdings tatsächlich ist, sprich: wie viele der ausgebrachten Dispenser auf und schließlich im Boden landen, ist schwer abzuschätzen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Während der Weinbauberater des Landratsamtes für den Kaiserstuhl, Tobias Burtsche, davon ausgeht, dass es lediglich ein paar schwarze Schafe seien, die die Dispenser nicht ordnungsgemäß entsorgen, glaubt der Naturschutzwart des Nabu-Kaiserstuhl, Gerhard Höfflin, dass die Zahl der Verstöße deutlich höher liege. Eigentlich sei alles geregelt, findet Höfflin, man müsse sich nur einfach an die Regeln halten. "Und die Behörde schaut zu", ärgert sich der Naturschutzwart, der nachdrücklich an die Winzer appelliert, die alten Dispenser einzusammeln und zu entsorgen. Der Aufwand dafür sei nicht übermäßig groß.
Auch Weinbauberater Burtsche verweist darauf, dass die Entsorgung der Duftstoffstreifen gut geregelt sei. Es seien eigens Sammelstellen eingerichtet, an denen die gebrauchten Dispenser abgegeben und einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden können. Hierüber würden die Winzer auch regelmäßig informiert. "Da kommt dann auch eine ordentliche Menge an alten Dispensern zusammen", berichtet Burtsche.
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Ressort: Vogtsburg

01. April 2022 BZ Jahreshauptversammlung 2021

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Nabu Kaiserstuhl steigert Mitgliederzahl

Von BZ-Redaktion Fr, 08. April 2022 Vogtsburg

Naturschutzbund erweitert vereinseigene Streuobstwiese im Etlisbach auf 2,5 Hektar.

Andreas Galli (links) ehrte Eichstettens Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Engelbert Mayer (rechts). Andreas Galli (links) ehrte Eichstettens Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Engelbert Mayer (rechts). Foto: Gerhard Höfflin

(BZ). Der Naturschutzbund (Nabu) Kaiserstuhl blickte bei seiner Jahresversammlung in Altvogtsburg auf ein herausforderndes Arbeitsjahr und viele erfolgreiche Aktionen zurück. Der Verein, der am 4. April 2021 sein 30-jähriges Bestehen feierte, konnte die Anzahl der Vereinsmitglieder von 617 auf 933 Mitglieder steigern. Dies sieht die Ortsgruppe als Beleg für die Verankerung in der Region.

Rückblick: Für das 2021 prägend war die Erweiterung der vereinseigenen Streuobstwiese im Etlisbach durch den Zukauf eines angrenzenden Grundstückes um rund 40 Ar auf inzwischen rund 2,5 Hektar. Dank der Unterstützung des Nabu- Bezirksverbands Südbaden konnten die Grundstückskosten überwiegend durch eine Großspende gedeckt werden. Mit dem Ziel einer ökologischen Aufwertung des Neuerwerbs wurden zum Jahreswechsel 2021/2022 umfangreiche Pflegemaßnahmen durch die aktiven Vereinsmitglieder unter Anleitung durchgeführt. Neben der Pflege des Nabu-Häusles in Eichstetten erfolgten viele weitere Aktionen, die dem Artenschutz dienen, wie das Aufstellen und die Kontrolle von Nisthilfen und das Vogel- und Insektenmonitoring. Das Angebot an Exkursionen und Vorträgen fand coronabedingt nur in eingeschränktem Umfang statt.

Ausblick: Zum Schluss der Versammlung bedankte sich der Vorstand bei den Mitgliedern für ihr Engagement und bat darum, ihn bei der Suche nach Interessenten zur Wiederbelebung der Naturschutzjugendgruppe zu unterstützen.

Ehrungen: Bei der Mitgliederversammlung wurden der Vereinsvorsitzende Andreas Galli und der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Höfflin durch Sarah Adelmann vom Nabu Südbaden für ihre 20-jährige Mitgliedschaft geehrt. Die Ehrung für 30-jährige Mitgliedschaften von Hans Breisacher, Ernst Stegmaier und der Gemeinde Eichstetten, vertreten durch Altbürgermeister Gerhard Kiechle, erfolgte durch Engelbert Mayer.

Mayer blickte dabei laut Pressemitteilung auf eine kooperative und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Bürgermeister Michael Bruder zurück.

Ressort: Vogtsburg

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Fr, 08. April 2022:

 

Reblandkurier 06.04.2022 Moor als CO2-Speicher bedeutend

Moor als CO2-Speicher bedeutend

MdB Matthias Gastel zu Besuch im Wasenweiler Ried / B31-West-Gegner werden in Berlin gehört

Gottenheim. Über den Zustand des Wasenweiler Rieds zwischen Gottenheim und Wasenweiler, das beim geplanten Weiterbau der B31 West zerschnitten und damit zerstört werden würde, informierte sich vergangene Woche der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne). Gastel, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bund, hatte lokale Experten und Straßengegner um den Austausch zum geplanten Ausbau der B31 West und zur Rolle des Wasenweiler Rieds als bedeutendes Niedermoor gebeten.

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*Matthias Gastel (links) informierte sich im Wasenweiler Ried bei Gottenheim über den Stand der Planung zum Weiterbau der B31 West. Foto: zVg

Das Treffen war auf Initiative des Regiobündnisses für den Stopp der B31 West zustande gekommen. Um auf Bundesebene gehört zu werden, hatten sie parteiübergreifend Bundestagsabgeordnete, die für den Wahlkreis zuständig sind, kontaktiert und um Austausch zur geplanten Trasse gebeten. Ziel des Besuches sei es nun gewesen, informieren die Vertreter der Bürgerinitiativen gegen die Bundesstraße in einer Pressemitteilung, „mit Fachexperten, Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden direkt vor Ort zu schauen, welche Eingriffe mit der neuen Straße verbunden wären – besonders im Hinblick auf das Niedermoor“.

Nach der Begrüßung durch Gottenheims Bürgermeister Christian Riesterer klärte Matthias Gastel über die rechtliche und die praktische Situation auf. Einerseits sei die B31 West im Bedarfsplan des Bundes aufgeführt, andererseits seien in diesem Bedarfsplan über 1.000 Neubauprojekte enthalten. Eine Zahl, die praktisch nicht finanzierbar sei. Zudem sehe der Koalitionsvertrag vor, beim Straßenbau mehr in den Bestand und die Sanierung von Gottenheim. Über den Zustand des Wasenweiler Rieds zwischen Gottenheim und Wasenweiler, das beim geplanten Weiterbau der B31 West zerschnitten und damit zerstört werden würde, informierte sich vergangene Woche der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne). Gastel, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bund, hatte lokale Experten und Straßengegner um den Austausch zum geplanten Ausbau der B31 West und zur Rolle des Wasenweiler Rieds als bedeutendes Niedermoor gebeten. Straßen und weniger in den Neubau zu investieren. Der dringende Bedarf an Brückensanierungen müsse ebenfalls finanziert werden. Außerdem sehe der Koalitionsvertrag vor, mehr in die Schiene als in den Straßenbau zu investieren. Das sei das Dilemma, in dem sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) befinde. Reinhold Pix, Vorstand des Vereins zur Förderung umweltgerechter Verkehrsplanung Dreisam-Tuniberg-Kaiserstuhl (VLO) und Landtagsabgeordneter der Grünen, wies auf die Historie der B31 hin, die geplant, gestoppt und wieder weitergeplant worden sei. Anschließend machte die Gruppe von etwa 15 Personen einen Spaziergang im Gottenheimer Ried. Miriam Engelhardt von der Gottenheimer „B31 West – Nein danke“ erklärte an der ungenutzten Brücke am Ende der Ausbaustrecke verkehrstechnische Probleme der B31 West. Peter Lutz vom Landesnaturschutzverband (LNV) und Barbara Mutke (Nabu Kaiserstuhl) lieferten das Fachwissen zum Moorgebiet. Es sei das größte zusammenhängende Niedermoor in der Oberrheinebene mit einem Torfkörper von bis zu vier Metern Stärke. Neben der schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt sei das Moor auch ein wichtiger CO2-Speicher, biete einen klimatischen Ausgleich und habe zudem eine Wasserrückhaltefähigkeit und wichtige Biotopeigenschaften. „Das alles würde zerstört“, so Peter Lutz. Besonders schlimm sei, dass der 360 Meter lange Trogbau unter der Bahnlinie hindurch genau durch den Kernbereich des Moores führe. Hier würden Bund und Land das aktuell Maßnahmen auf der Grundlage des Moorschutzprogrammes in Angriff nehme, gegeneinander arbeiten. (RK/ma)

KWB 18.03.2022 Lösswand für Bienenfresser eingerichtet

Lösswand für Bienenfresser eingerichtet

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Bötzingen (dht). Eine Lösswand für Bienenfresser in der Endhahle hat der Naturschutzbund Kaiserstuhl (Nabu) mithilfe des Vereins zum Erhalt der Kaiserstühler Endhahle wiederhergestellt und von Bewuchs befreit. Die Lössböschung soll nun als Lebensraum für den Bienenfresser und andere Insekten dienen. Anwesend waren u. a. vom Nabu der 1. Vorsitzende Andreas Galli, sein Vorgänger Engelbert Mayer, der 1.Vorsitzende des Endhahle-Vereins Matthias Höfflin. Ein Bagger sorgte dafür, dass die etwa vier Meter hohe Böschung von Pflanzen- und Baumbewuchs freigelegt wurde. Ein Böschungssockel wurde stehen gelassen. Auf dem Rebgrundstück, zu dem die Böschung gehört, wurden zudem Steine für Eidechsen aufgesetzt. Aufgehängt wurden zu dem Nistkästen für Vögel und Insekten und ein alter Stamm wurde als Totholz für Spechte, eine Ansitzstange (Jule) als Baumersatz und Sitzgelegenheit für Greifvogel aufgestellt.

 Foto: Horst David

KWB 18.03.2022 Obstbaumpflanzaktion für den Naturschutz

Obstbaumpflanzaktion für den Naturschutz

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Bötzingen (dht). Mitglieder des Naturschutzbundes-Kaiserstuhl pflanzten kürzlich bei schönem, aber kaltem Frühlingswetter gemeinsam mit Helfern 23 Hochstamm-Obstbäume auf dem vereinseigenen Grundstück im Etlisbach. Gepflanzt wurden die zum Teil alten Apfelsorten Schwarzwälder, Weiß und Freiburger Renette, Weiße Wachsrenette, Schwarzer Api, Thurgauer Weinapfel, Ulmer Polizeiapfel, Martinskracher, Gewürzluiken, Neuneschläfer, Burgundy, Sestermüher Zitronenapfel, und Eibersdorfer und Himbeerapfel von Holowaus.
Ebenfalss angepflanzt wurden die (alten) Birnensorten König Karl von Württemberg, Betzelsbirne und Frankfurter Birne. Ebenso erfolgte der Jahresrückschnitt an den Weiden. Wie stets erhielten die fleißigen Mitmacher ein zünftiges Vesper, Kaffee und einen Apfelkuchen nach erledigter Arbeit.

Foto: Horst David

16.02.2022 BZ Wasservögel aus dem hohen Norden besuchen im Winter den Rhein bei Weisweil

Wasservögel aus dem hohen Norden besuchen im Winter den Rhein bei Weisweil

Von Ruth Seitz
Mi, 16. Februar 2022 Weisweil

Bei einer Exkursion der Nabu-Gruppe Kaiserstuhl haben zahlreiche interessierte
Naturfreunde am Rhein bei Weisweil Wasservögel beobachtet. Manche Arten kommen auch, um dauerhaft zu bleiben.

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Vogelexkursion Wintergäste am Rhein: Exkursionsteilnehmer am Sonntag bei der Tierbeobachtung am Rhein bei Weisweil. Foto: Ruth Seitz

Das hat Andreas Galli noch nie erlebt: Üblicherweise geht er im Frühjahr mit rund 20 Teilnehmern zur Wasservögel-Exkursion des Nabu Kaiserstuhl – in diesem Jahr hatte er sage und schreibe 70 Anmeldungen. "Das gab‘s noch gar nie", sagt der Nabu-Vorsitzende und schüttelt den Kopf, freut sich aber über das Interesse. Einigen Interessierten musste er absagen, eine Exkursion mit so vielen Leuten sei einfach nicht machbar. Galli hat seinen Kollegen Engelbert Mayer aus Eichstetten mit ins Boot geholt, sie teilen sich die Teilnehmer am Sonntagmorgen auf.

Kaiserwetter zur Nabu-Exkursion bei Weisweil

Das Wetter ist wie ein Geschenk: Blauer Himmel, es ist noch kühl um zehn Uhr, aber nicht klapperkalt, kein Nebel. Beste Sicht also und für den Blick auf die Wintergäste auf dem Wasser wie gemacht. Mit von der Partie ist auch Barbara Mutke, von Hause aus Biologin und Beisitzerin im Nabu Südbaden, die den Exkursionsteilnehmern mit Andreas Galli zusammen die Wasservögel näherbringt.
Alle sind pünktlich da, die erste Gruppe mit Andreas Galli geht unterhalb des Kiosks an der Boulebahn vorbei am Rhein Richtung Norden, die andere Gruppe mit Engelbert Mayer geht die Treppe zum Kiosk oberhalb der Staustufe hoch. Viele haben Ferngläser mitgebracht, einige kennen sich genau aus mit Wasservögeln, andere sind rein aus Interesse dabei

Die skandinavischen Krickenten suchen im Süden nach Nahrung

"Es ist ein Drama mit den Vögeln, die können einfach nicht ruhig sitzen bleiben", sagt Galli mit einem Augenzwinkern, als er das Spektiv, ein Spezialfernglas zur Naturbeobachtung, auf eine Wasservogelgruppe scharfgestellt hat, die auf einer kleinen Insel im Rhein sitzt – Seite an Seite, friedlich. Gänsesäger mit ihren charakteristisch gebogenen Schnäbeln sind dabei, ganz vorne sitzt ein Männchen, zu erkennen am grünen Schimmer am Kopf.
Die Gänsesäger sind nicht ganz so selten, erklärt Andreas Galli. Vor einigen Jahren sei es noch eine Sensation gewesen, wenn einer da war, heute sei das eher ganz normal. Die meisten Enten brüten im Uferbereich oder nahe am Wasser, die Gänsesäger fliegen weit ins "Landesinnere", um in Höhlen zu brüten, zum Beispiel von Spechten. Kein Spaß für den Nachwuchs, denn er muss dann fünf, sechs Meter aus dem Nest in die Tiefe stürzen, ohne fliegen zu können. Damit nicht genug: Dann watscheln die Kleinen, von den Eltern streng bewacht, oft kilometerweit bis zum Wasser.

Von 100 "eingeschleppten" Arten werden zehn bis 15 heimisch

Eine Nilgans gesellt sich zu der Vogelgruppe, kein seltener Gast in der Region. Je weiter man nach Norden komme, desto mehr Nilgänse gebe es, sagt ein Exkursionsteilnehmer. Von rund 100 Arten, die "eingeschleppt" werden, werden etwa zehn bis 15 heimisch, sagt Andreas Galli, die Nilgans mache nicht gerade Probleme, aber sie "verdränge schon". Die Gruppe beobachtet die Vögel – Reiherenten, Spießenten, auch eine Möwe – immer wieder stellt Andreas Galli das Spektiv ein, immer wieder huscht das Motiv aus dem Blickfeld. Ein Kormoran fliegt übers Wasser. Während Enten sich ihre Gefieder fetten, kann dies ein Kormoran nicht, er muss sich seine Flügel trocknen lassen, erklärt Barbara Mutke. Deshalb sitzen die Kormorane oft mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Ast oder Stein. Sie sind wie Graureiher und Haubentaucher bei den Fischern wenig beliebt.

Die Wintergäste genießen am Rhein die erste Wärme

Nach gut einer Stunde tauschen die beiden Gruppen ihre Standorte. Während unten auf dem Wasser lebhafter Betrieb herrscht, ist es oberhalb der Staustufe ruhig. Nicht ein Schwan ist zu sehen. Sonst tummeln sich hier oft Dutzende. "Stell mal auf den Haubentaucher", sagt Andreas Galli. Der Wasservogel nimmt einen anmutigen Hopser und ist erst mal weg, taucht später an einer ganz anderen Stelle wieder auf. Andreas Galli und Barbara Mutke erzählen und stehen Rede und Antwort, die Zeit vergeht wie im Flug.
Die Wintergäste unten am Rhein lassen sich von nichts und niemandem stören: Sie sitzen auf der kleinen Insel, lassen sich die Sonne aufs Gefieder scheinen und genießen die erste Wärme.

Ressort: Weisweil
Aus der gedruckten BZ vom Mi, 16. Februar 2022.

28.01.2022 KWB Polizeiapfel hat wieder Zukunft

„Polizeiapfel“ hat wieder Zukunft

 Baumpflegearbeiten auf neuer Nabu Streuobstwiese

 

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Bötzingen (dht). Kürzlich fanden Baumpflegearbeiten auf der neuen NabuStreuobstwiese statt. Zahlreiche trafen sich dafür zum Arbeitseinsatz auf dem rund 39 Ar großen Grundstück, das im Frühjahr 2021 dem NabuKaiserstuhl in Bötzingen verkauft wurde. Für den Vorbesitzer war die Fläche nicht mehr rentabel und mit zu viel Arbeitsaufwandverbunden.

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Die alten Obstbäume wurden unter der fachgerechten Anleitung von Gerhard Höfflin aus Eichstetten geschnitten, der Holzschnitt eingesammelt und dann verbrannt. Bei dieser Aktion kam auch das kleine Elektroauto mit Ladefläche von Höfflin zum Einsatz. Der Bachlauf wurde gepflegt, die Weiden ge schnitten sowie einige Nistkästen gesäubert und repariert. Einige der überalternden Halbstammbäume auf der neuen Streuobstwiese werden durch Hochstammbäume ersetzt. Es sollen weitere Hochstammbäume der alten Sorten von der Firma "Obstparadies Staufen" von Martin Geng angepflanzt werden: Freiburger Renette, Badener Renette, Schwarzwälder Renette, Roter Berlepsch, Thurgauer Weinapfel und Ulmer Polizeiapfel. Aber auch alte Birnensorten sollen gepflanzt werden

11.01.2022 BZ Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Von Horst David & Manfred Frietsch Di, 11. Januar 2022 Eichstetten

Das Haus von Anna-Maria Schmidt in Eichstetten hat die Nabu-Ortsgruppe Kaiserstuhl mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet. Der Nabu bietet auch künstliche Nester an.

Seit mehreren Jahren zeichnet Barbara Mutke von der Ortsgruppe Kaiserstuhl des Naturschutzbund Nabu Hausbesitzer mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" aus. Voraussetzung ist natürlich, dass sie an ihren Häusern und Hofgebäuden Nistplätze für Schwalben anbieten. Vor kurzem wurde auch die Eichstetterin Anna-Maria Schmidt ausgezeichnet, als Dank für den Erhalt von Brutplätzen für Rauch- und Mehlschwalben in ihrem Anwesen.20210111_BZ_Sfh_Bild2_hp.jpg

Aufmerksam geworden auf das Hofanwesen wurde der Nabu durch einen Hinweis von Valerie Schönenberg. Sie ist Mieterin im Hof von Schmidt und hatte das schwalbenfreundliche Haus dem Nabu gemeldet. Barbara Mutke übergab vor Ort die Urkunden für das Engagement im Artenschutz an Anna-Maria Schmidt und dazu auch eine Plakette mit der Abbildung zweier Schwalben. Diese Plakette kann am Haus angebracht werden und soll auch so sichtbar Werbung für die Aktion "schwalbenfreundliches Haus" machen.

Mit der Aktion will der Nabu dafür sorgen, dass gerade im ländlichen Raum wieder mehr Brutplätze für Schwalben geschaffen werden. Dabei geht es um Rauch- und Mehlschwalben. Beide Vogelarten haben sich über Jahrhunderte an den Menschen gewöhnt und bauen ihre Nester bevorzugt an oder in Gebäuden. Rauchschwalben nisten fast nur im Inneren von Gebäuden. Ihr schalenförmiges Nest bauen sie aus Lehm mit darin verbackenen Pflanzenhalmen. Sie sind darauf angewiesen, dass es Gebäude mit großen Öffnungen gibt, so dass sie in der Zeit, in der sie ihre Jungen mit im Fluge erbeuteten kleinen Insekten füttern, pausenlos ein- und ausfliegen können. Bevorzugt nutzen sie Ställe und Scheunen mit entsprechend offener Bauweise, die aber seit Jahren immer wenige werden.

Ställe und Scheunen mit offener Bauweise werden seit Jahren immer seltener

Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an Gebäuden, oft direkt unter vorspringenden Dächern. Sie kleben ihre halbkugeligen, aus kleinen Lehmkügelchen geformten Nester meist in kleinen Kolonien direkt nebeneinander. Der Nabu wirbt dafür, dass man den Vögeln ihr Nistplätze lässt. Sollte es Probleme wegen herabfallendem Kot geben, können darunter Auffangbrette angebracht werden. Auch sollten in den fast acht Monaten, in denen die Schwalben von September bis Anfang Mai in südlichen Gefilden, in Afrika, verbringen, ihre Nester nicht beseitigt werden. Denn Schwalben beziehen ihre gewohnten Nistplätze immer wieder neu.

Erschwert wird den Vögeln ihr Nestbau auch dadurch, dass es kaum noch offene, feuchte Lehmkuhlen in der Landschaft gibt, in denen sie ihr Baumaterial finden. Darum wirbt der Nabu dafür, an geeigneten Stellen solche Kuhlen anzulegen. Zusätzlich hat er auch künstliche Schwalbennester entworfen und an geeigneten Häusern angebracht, so auch bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten. Die an einem Balken der offenen Scheune angebrachten Kunstnester wurden von Mehlschwalben sofort angenommen.20210111_BZ_Sfh_Bild1_hp.jpg

Aber auch einige Rauchschwalben nisten dort, das Anwesen bietet für beide Arten genug Platz. Rauchschwalben fallen durch ihre rostrot gefärbte Kehle und Stirn sowie lang gespeiste Schwanzfedern auf. Sie fliegen atemberaubend schnell mit geradezu halsbrecherischen Kurven und Wendungen. Mehlschwalben haben kürzere Schwanzfedern und fallen durch ihre weiße Unterseite auf, die wie mit Mehl bestäubt wirken. Ihr nicht ganz so rasanter Flug ist leichter mit den Augen zu verfolgen. Beide Schwalbenarten jagen Fluginsekten. Da Misthaufen mit ihrer Vielzahl an Fliegen kaum noch anzutreffen sind, benötigen die Schwalben, wie andere Insekten jagende Vögel auch, eine vielfältige Garten- und Feldflora, weil sich nur so Aussicht auf entsprechend viele Insekten bietet. Im Garten von Anna-Maria Schmidt und rund um den Hühnerstall finden die Vögel genügend Nahrung. Und für überwinternde Vogelarten, die auch Körner fressen, bereitet Anna-Maria Schmidt in ihrem Hof aus der Ernte von Sonnenblumenkernen und Walnüssen eigenes Vogelfutter zu.

Interessenten für Nistmöglichkeiten für Schwalben bietet der Nabu Beratung an.

Info: Bewerbungsformular für "Schwalbenfreundliches Haus" unter http://www.nabu-bw.de/schwalbenfreundlicheshaus

Ressort: Eichstetten

Kontakt

NABU Kaiserstuhl e.V.
Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

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