Presse

11.01.2022 BZ Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Von Horst David & Manfred Frietsch Di, 11. Januar 2022 Eichstetten

Das Haus von Anna-Maria Schmidt in Eichstetten hat die Nabu-Ortsgruppe Kaiserstuhl mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet. Der Nabu bietet auch künstliche Nester an.

Seit mehreren Jahren zeichnet Barbara Mutke von der Ortsgruppe Kaiserstuhl des Naturschutzbund Nabu Hausbesitzer mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" aus. Voraussetzung ist natürlich, dass sie an ihren Häusern und Hofgebäuden Nistplätze für Schwalben anbieten. Vor kurzem wurde auch die Eichstetterin Anna-Maria Schmidt ausgezeichnet, als Dank für den Erhalt von Brutplätzen für Rauch- und Mehlschwalben in ihrem Anwesen.20210111_BZ_Sfh_Bild2_hp.jpg

Aufmerksam geworden auf das Hofanwesen wurde der Nabu durch einen Hinweis von Valerie Schönenberg. Sie ist Mieterin im Hof von Schmidt und hatte das schwalbenfreundliche Haus dem Nabu gemeldet. Barbara Mutke übergab vor Ort die Urkunden für das Engagement im Artenschutz an Anna-Maria Schmidt und dazu auch eine Plakette mit der Abbildung zweier Schwalben. Diese Plakette kann am Haus angebracht werden und soll auch so sichtbar Werbung für die Aktion "schwalbenfreundliches Haus" machen.

Mit der Aktion will der Nabu dafür sorgen, dass gerade im ländlichen Raum wieder mehr Brutplätze für Schwalben geschaffen werden. Dabei geht es um Rauch- und Mehlschwalben. Beide Vogelarten haben sich über Jahrhunderte an den Menschen gewöhnt und bauen ihre Nester bevorzugt an oder in Gebäuden. Rauchschwalben nisten fast nur im Inneren von Gebäuden. Ihr schalenförmiges Nest bauen sie aus Lehm mit darin verbackenen Pflanzenhalmen. Sie sind darauf angewiesen, dass es Gebäude mit großen Öffnungen gibt, so dass sie in der Zeit, in der sie ihre Jungen mit im Fluge erbeuteten kleinen Insekten füttern, pausenlos ein- und ausfliegen können. Bevorzugt nutzen sie Ställe und Scheunen mit entsprechend offener Bauweise, die aber seit Jahren immer wenige werden.

Ställe und Scheunen mit offener Bauweise werden seit Jahren immer seltener

Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an Gebäuden, oft direkt unter vorspringenden Dächern. Sie kleben ihre halbkugeligen, aus kleinen Lehmkügelchen geformten Nester meist in kleinen Kolonien direkt nebeneinander. Der Nabu wirbt dafür, dass man den Vögeln ihr Nistplätze lässt. Sollte es Probleme wegen herabfallendem Kot geben, können darunter Auffangbrette angebracht werden. Auch sollten in den fast acht Monaten, in denen die Schwalben von September bis Anfang Mai in südlichen Gefilden, in Afrika, verbringen, ihre Nester nicht beseitigt werden. Denn Schwalben beziehen ihre gewohnten Nistplätze immer wieder neu.

Erschwert wird den Vögeln ihr Nestbau auch dadurch, dass es kaum noch offene, feuchte Lehmkuhlen in der Landschaft gibt, in denen sie ihr Baumaterial finden. Darum wirbt der Nabu dafür, an geeigneten Stellen solche Kuhlen anzulegen. Zusätzlich hat er auch künstliche Schwalbennester entworfen und an geeigneten Häusern angebracht, so auch bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten. Die an einem Balken der offenen Scheune angebrachten Kunstnester wurden von Mehlschwalben sofort angenommen.20210111_BZ_Sfh_Bild1_hp.jpg

Aber auch einige Rauchschwalben nisten dort, das Anwesen bietet für beide Arten genug Platz. Rauchschwalben fallen durch ihre rostrot gefärbte Kehle und Stirn sowie lang gespeiste Schwanzfedern auf. Sie fliegen atemberaubend schnell mit geradezu halsbrecherischen Kurven und Wendungen. Mehlschwalben haben kürzere Schwanzfedern und fallen durch ihre weiße Unterseite auf, die wie mit Mehl bestäubt wirken. Ihr nicht ganz so rasanter Flug ist leichter mit den Augen zu verfolgen. Beide Schwalbenarten jagen Fluginsekten. Da Misthaufen mit ihrer Vielzahl an Fliegen kaum noch anzutreffen sind, benötigen die Schwalben, wie andere Insekten jagende Vögel auch, eine vielfältige Garten- und Feldflora, weil sich nur so Aussicht auf entsprechend viele Insekten bietet. Im Garten von Anna-Maria Schmidt und rund um den Hühnerstall finden die Vögel genügend Nahrung. Und für überwinternde Vogelarten, die auch Körner fressen, bereitet Anna-Maria Schmidt in ihrem Hof aus der Ernte von Sonnenblumenkernen und Walnüssen eigenes Vogelfutter zu.

Interessenten für Nistmöglichkeiten für Schwalben bietet der Nabu Beratung an.

Info: Bewerbungsformular für "Schwalbenfreundliches Haus" unter http://www.nabu-bw.de/schwalbenfreundlicheshaus

Ressort: Eichstetten

20.08.2021 KWB Die NABU-Streuobstwiese im Etlisbachtal

Heimat von mehr als 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten

Bötzingen (dht). Der Nabu Kaiserstuhl betreibt seit 1988 eine Streu- obstwiese im Etlisbachtal. Ziel ist der Erhalt und Ausbau dieser wertvollsten Naturräume für künftige Generationen.

 Streuobstwiesen sind auch im Kaiserstuhl eine Rarität wegen verändertem Konsumverhalten und Landnutzung geworden. Der Anbau vieler Früchte wie Äpfel, Birnen, Zwetschgen, Mirabellen, Kirschen und Walnüsse, bis nach dem 2. Weltkrieg wichtige Lebensgrundlage der Bauern, wurde unrentabel. Die weitestgehend verschwundenen Kirsch- und Walnussbäume waren durch ihren großen Wuchs imposante Landschaftselemente.

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1988 erwarb der Nabu, damals noch als „Arbeitsgemeinschaft für Umwelt- und Naturschutz“, erste Teile der Streuobstwiese. Durch Zukäufe seit 1990 hat sich die Fläche auf fast 2,5 Hektar vergrößert. Aus den 60 ursprünglich vorhandenen Apfelbäumen wurden durch Neupflanzungen von Hochstamm-Apfelbäumen 102 Bäume von 40 alten Sorten: Kohlenbacher, Goldparmäne, Brettacher, Bohnapfel oder Herbstrenette. Die äl testen Bäume stammen aus dem Jahr 1930 und tragen durch regelmäßige und behutsame Pflege bis heute Früchte.

 

Verwendung der Äpfel für Apfelsaft

Bald stellte sich die Frage nach der Verwendung der Äpfel. Anfänglich wurde Apfelsaft erzeugt und privat verkauft. 1992 startete der Nabu mit der St.-Katharinen-Kellerei Königschaffhausen das „Streuobst- Apfelsaft-Projekt“. Dazu kamen 40 Landwirte aus der Region, die nach Nabu-Kriterien erzeugtes Obst - Hochstamm und ohne Pestizide - beisteuern. So wurden über 400 Bäume erhalten. Die Erzeuger er- halten bei diesem Aufpreis-Mo- dell einen finanziellen Zuschlag. Die Firma Fruchtsäfte Jung aus  Köndringen ist seit 2015 Ausbau- Partner für Verarbeitung, Abfüllen und Vertrieb des Apfelsafts. Über eine halbe Million Liter Streuobst-Apfelsaft wurden bis- her als wichtiger Beitrag zum Er- halt der Streuobstwiesen ver- kauft.

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Regelmäßige Pflege

Grundvoraussetzung für den Erhalt einer Streuobstwiese ist die regelmäßige Pflege: Baum- schneiden von Januar bis März, Heuen ab Juni mit Pressen in Bal len, Apfelernten ab September und die Pflege von Bachlauf und Böschung. In Streuobstwiesen leben mehr als 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Hochstämmige Obstbäume und abgestorbene Äste bilden Biotope für Flechten, Moose, Pilze oder Insekten. Schmetterlinge leben von der Blüten- und Pflanzenvielfalt und sind Nahrung für Fledermäuse und seltene Vogelarten. Die Nabu-Streuobstwiese entwickelte sich vom Brennnesselacker zu einer Fläche mit Gras, Klee, Klappertopf, Herbst- zeitlose und auch Orchideen mit vielen Insekten und Vogelarten wie Wendehals, Grünspecht, Wiedehopf und Steinkauz. Die Wiese ist auch „Kinderstube“ für den Nachwuchs von Reh und Wildschwein.

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12.08.2021 Spezialfolie schützt Vögel vor Aufprall auf Scheiben

Spezialfolie schützt Vögel vor Aufprall auf Scheiben

Von Mario Schöneberg Do, 12. August 2021 Eichstetten

Glasfront am Eichstetter Bahnhofspavillon wird umgestaltet.

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Mit neuen, von einer Fachfirma aufgebrachten Punkten soll der Vogelprall am Eichstetter Glaspavillon am Bahnhof verhindert werden. Über Aktion freuen sich Angela Stenger, Nabu-Naturschutzwart Engelbert Mayer und Liegenschaftsverwalterin Giuliana Ivancic von der Gemeinde Eichstetten (rechts). Foto: Mario Schöneberg

Millionen von Vögeln prallen jedes Jahr in Deutschland gegen Glasscheiben, viele verletzen sich dabei schwer oder verenden. Tote Vögel gibt es auch immer wieder am Glaspavillon am Eichstetter Bahnhof. Nun soll in einem Monitoring untersucht werden, ob von einer Schweizer Firma neu entwickelte Folienelemente Abhilfe schaffen können.

"Im vergangenen Jahr hat es hier am Glas-Pavillon am Bahnhof sogar einen Bienenfresser erwischt, berichtet Nabu- Naturschutzwart Engelbert Mayer. Über die Jahre seien ihm immer wieder verletzte oder verendete Vögel gemeldet worden. Wie viele dabei gegen den Pavillon selber fliegen, kann Mayer aber nicht genau sagen, er schätzt aber, dass es monatlich Kollisionen gibt. "Oft ist die Katze schneller und holt das verletzte Tier, ein andermal fliegt der Vogel weg und stirbt dann woanders an seinen inneren Verletzungen". Um hier Abhilfe zu schaffen, habe er sich erkundigt, was man zum Schutz der Vögel tun könne und sei auf die Schweizer Vogelwarte in Sempach gestoßen. Dort empfehle man eine neu entwickelte Folie der Firma "Seen-Elements", durch die in gleichmäßigem Abstand Punkte auf die Fensterscheiben aufgebracht werden. Das Material für den nun am Pavillon aufgebrachten Vogelschutz habe dabei die Vogelwarte aus Sempach zur Verfügung gestellt, die Gemeinde habe eine Fachfirma für Werbetechnik mit der Aufbringung beauftragt. Der Nabu selbst möchte nun ein halbes Jahr lang im Rahmen eines Monitorings die Wirksamkeit des neuen Vogelschutzes testen.

Glas als Baustoff der modernen Architektur gewinne immer mehr an Bedeutung, sagt Angela Stenger, die für die Vermarktung der neuen Folien zuständig ist. Doch für Vögel seien diese Glasflächen oft eine tödliche Falle, bis zu 100 Millionen von ihnen kämen so allein in Deutschland laut Nabu- Schätzung jährlich zu Tode. Für Vögel erscheine eine Glasfläche nicht als Hindernis, vielmehr würden ihnen durch Reflexionen Bäume oder der Himmel vorgetäuscht. Auch stilisierte Greifvögel-Aufkleber würden kaum Abhilfe schaffen, um bisher wirksam die Vögel schützen zu können, müssten bis zu 25 Prozent der Glasfläche überklebt werden.


Von der Schweizer Firma sei nun ein System aus neun Millimeter großen Punkten, die im Abstand von neun Zentimetern auch auf schon bestehende Glasflächen aufgebracht werden könnten, entwickelt worden, informierte Angela Stenger. Dadurch würde der Lichteinfall für das menschliche Auge nur minimal um ein bis zwei Prozent reduziert, Tests im Vogelflugkanal der Biologischen Station Hohenau-Ringelsdorf in Österreich hätten aber ergeben, dass mehr als 90 Prozent der Tiere sie als Hindernis erkannt hätten. Engelbert Mayer hofft nun, dass das Pilotprojekt in Eichstetten, das erste in Südbaden, auch viele private Haushalte und Unternehmer anspornt, auf diesem Weg etwas für den Schutz der Vögel zu tun. Dies sei insbesondere dort notwendig, wo sich Bäume und Sträucher in den Scheiben spiegeln oder die Gebäude freistehend ein Flughindernis darstellen.

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Do, 12. August 2021

17.05.2021 BZ Gelungene Premiere

Gelungene Premiere

Von Ruth Seitz

Mo, 17. Mai 2021 Riegel

Klimanetzwerk Riegel fördert mit Pflanzenbörse den Austausch unter Garten- und Naturfreunden.

20210517_BZ_gelungene-PremiereBei der ersten Pflanzenbörse des Klimanetzwerks Riegel war am Samstag einiges geboten. Foto: Ruth Seitz
 

. Es war ein Versuch und der war aus dem Stand heraus ein voller Erfolg: Die erste Riegeler Pflanzenbörse, zu der das Klimanetzwerk am Samstag eingeladen hatte, hat Dutzende von Besuchern angelockt. Von 10 bis 14 Uhr herrschte an der Römerhalle reges Treiben. "Wir sind überwältigt und freuen uns riesig über den vielen Zuspruch, den wir bekommen haben", bilanziert Vanessa Dinkel vom Klimanetzwerk.

"Versuch’s in diesem Jahr doch mal mit Brokkoli, der gedeiht prächtig im Hochbeet." Die Frau ist skeptisch, doch nach ein paar Ratschlägen von ihrem Gegenüber greift sie schließlich zu und legt die Setzlinge vorsichtig in ihre Holzkiste. Wer gerne gärtnert – und das tun erwiesenermaßen immer mehr Menschen – für den war die Pflanzenbörse eine willkommene Gelegenheit, die Vielfalt an Nutz- und Zierpflanzen im eigenen Garten zu erweitern und die eine oder andere Rarität zu ergattern – zum Beispiel Samen von Königskerzen oder selbstgezogene Setzlinge von alten und selten gewordenen Tomatensorten. Oder man freute sich ganz einfach über einen Pack weißer Tulpenzwiebeln oder schöne Stauden.

Die Idee, eine Pflanzenbörse zu organisieren, hatte Regina Sexauer. Zum Organisationsteam gehörten außerdem Vanessa Dinkel, Christina Rall und Annette Gevatter, alle engagiert im Klimanetzwerk Riegel. Auch der Zeitpunkt der Börse an einem Samstagvormittag habe sich als perfekt erwiesen, betonen die Organisatorinnen, denn viele hätten die Gelegenheit genutzt, nach der Einkaufstour einen Abstecher zur Pflanzenbörse zu machen. Etliche Besucher seien aber auch von außerhalb gekommen. Dass es eine zweite Pflanzenbörse geben wird, steht für die Organisatorinnen außer Frage. Der Platz vor der Römerhalle sei ideal gewesen für die Veranstaltung, resümieren die Mitglieder vom Klimanetzwerk. Die Gemeinde hatte ihnen den Platz überlassen, der Betriebshof die Parkplätze freigehalten.

Neben den Privatleuten mit ihren Raritäten und den vielen verschiedenen Pflanzen war auch die Gärtnerei Niemann vertreten. Sie hatte zu der Veranstaltung ein breites Angebot an insektenfreundlichen Pflanzen mitgebracht. Mit von der Partie war auch der Naturschutzbund (NABU). Der stellvertretende Vorsitzende des NABU Kaiserstuhl, Gerhard Höfflin, hatte viel Infomaterial für die Besucher parat, Klimanetzwerk und NABU haben die Zusammenarbeit für weitere Projekte nochmals intensiviert.

Es wurde auch viel getauscht und geredet bei der ersten Riegeler Pflanzenbörse und die meisten Besucher dachten auch an das Spendenkässchen. Das Geld wird das Klimanetzwerk für die "Wilden Wiesen" einsetzen, ein Projekt, mit dem gemeindeeigene Grünflächen im Ort in ökologisch wertvolle Flächen für Insekten und Kleinlebewesen verwandelt werden.

Ressort: Riegel

  • Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Mo, 17. Mai 2021:
16.04.2021 BZ Jahreshauptversammlung

Nabu streicht 30-Jahr-Feier

 

Von Christine Weirich
Mi, 28. April 2021
Breisach

Naturschutzbund Kaiserstuhl.

Der Naturschutzbund (Nabu) Kaiserstuhl hat seine Jahresversammlung erstmals im Internet abgehalten. In einer Videokonferenz legte der Vorstand Rechenschaft über die Geschäftsjahre 2019/2020 ab. Der Vorsitzende Andreas Galli wurde in seinem Amt bestätigt. Er gab bekannt, dass die Jubiläumsfeier zum 30-jährigen Bestehen der Nabu-Gruppe ausfallen muss wegen der anhaltenden Corona-Pandemie.

Rückblick: Schriftführerin Barbara Mutke und der Zweite Vorsitzende, Gerhard Höfflin, ließen die Aktivitäten bei einer Bildpräsentation Revue passieren. 2019 seien rund 2450 und vergangenes Jahr etwa 2060 Arbeitsstunden von den Mitgliedern und Freunden erbracht worden. Bilder dokumentierten Einsätze auf Streuobstwiesen, bei der Heuernte oder Nistkastenpflege, um nur einige anzuführen. Spannend seien auch die Verhöraktionen gewesen, die einen Überblick über die Standorte des Uhus geben sollen. Aber auch die Kindergruppe sei sehr aktiv gewesen. Im Eichstetter Wald entstand eine Murmelbahn aus Naturmaterialien, und für den Igel wurde eine Schlafstatt aus Ästen und Laub für den Winterschlaf gebaut. Viel Applaus für ihre Arbeit im Kindergruppenbereich wurde Mira Steck zuteil, die den Verein verlässt. Kassenwartin Kornelia Noth-Feßler berichtete von einer großen Spende, die eine Ballenpresse für die Heuernte möglich macht.

Wahlen: Über Zoom erneut zum Vorsitzenden gewählt wurde Andreas Galli, 2. Vorsitzender ist Gerhard Höfflin. Rechnerin ist Kornelia Noth-Feßler, Schriftführer Wolfram Lühr. Barbara Mutke und Trudpert Bosch sind Beisitzer. Als Kassenprüfer fungieren Renate Walter und Gerhard Sexauer.

Ehrungen: Für 20 Jahre Mitgliedschaft im Nabu geehrt wurden Cordula und Reinhold Mayer, Sieglinde, Irina und Hartmut Falkenstein sowie Günter Sacherer. Margret und Giselher Schulz wurde die Treuenadel verliehen. Derzeit zählt der Verein 618 Mitglieder.

Ausblick: Viele geplante Aktionen mussten und müssen in der Corona-Pandemie ausfallen, auch die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Nabu-Gruppe Kaiserstuhl. Sie wurde am 4. April 1991 gegründet.
 
 
LNV, NABU, BUND - PM: Streuobst ist immaterielles Kulturerbe

Verbände NABU LNV BUND

Gemeinsame Pressemitteilung
LNV, NABU und BUND Baden-Württemberg
25.03.2021

Zum Beschluss der Kulturministerkonferenz über die Aufnahme des „Streuobstanbaus“ ins nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes erhalten Sie ein gemeinsames Statement von NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg: 

Verbände: Aufnahme von Streuobst als Immaterielles Kulturerbe muss Startsignal sein für stärkeres Engagement im Land

Die Umwelt- und Naturschutzverbände NABU, BUND und LNV in Baden-Württemberg freuen sich mit dem Verein Hochstamm Deutschland über die Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe. „Die Würdigung kommt zur richtigen Zeit. Sie ist ein toller Erfolg für alle 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer des Antrags und eine Steilvorlage für die künftige Landesregierung, dem Streuobstanbau noch deutlich mehr Engagement zu widmen“, sind sich die drei Verbände einig.

Mit dem Gesetz zur Stärkung der Biodiversität hat sich Baden-Württemberg verpflichtet, die Streuobstbestände zu erhalten, ihre wirtschaftliche Nutzung finanziell zu fördern und die Pflege der artenreichen Flächen besser zu unterstützen. Zahlreiche örtliche Gruppen und Aktive von BUND, NABU und LNV engagieren sich seit vielen Jahren ehrenamtlich für die Streuobstwiesen im Land. Sie schneiden Obstbäume und Hecken, leiten pädagogische Projekte, pflanzen junge Bäume nach, hängen Nistkästen auf und fördern die Insektenvielfalt durch eine naturschutzfachliche Mahd oder Beweidung.

„Der Mehrwert von Obst aus Streuobstwiesen liegt nicht nur im vielfältigen Geschmack. Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein typisches Beispiel dafür, wie erfolgreich das gute Zusammenspiel von Menschen und Natur sein kann. Die Streuobstwiesen im Land sind ein Tausendsassa, weil sie einer der artenreichsten Lebensräume sind, die Bindung der Menschen an ihre Heimat stärken und für den naturnahen Tourismus einen wichtigen Beitrag leisten. Das Land muss sich aber noch stärker engagieren, mit Förderanreizen für alle Besitzerinnen und Besitzern von Streuobstwiesen, damit das immaterielle Kulturerbe eine gute Zukunft hat“, fordert NABU-Naturschutzexpertin Ingrid Eberhardt-Schad.

„Landwirtinnen und Landwirte stehen uns beim Streuobstschutz häufig als kompetente Partner zur Seite. Doch Streuobstwiesen haben nur eine Zukunft, wenn sich ihre Pflege wieder lohnt. Dafür braucht es deutlich mehr Einsatz der neuen Landesregierung für Streuobstprodukte und ihre Vermarktung“, erklärt Martin Engelhardt, Streuobstexperte beim Landesnaturschutzverband (LNV). Die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe sei dafür ein wichtiger Baustein.

„Die Auszeichnung als Immaterielles Kulturerbe ist eine wichtige Anerkennung für alle Menschen, die sich im Streuobstbau engagieren. Doch auch die Wiesen unter den Bäumen sollten so bewirtschaftet werden, dass sich artenreiches Grünland als Lebensraum für viele Insektenarten, wie Wildbienen und Schmetterlinge, entwickelt. Dazu muss die Mahd von Streuobstwiesen sowohl für Landwirtinnen und Landwirte, als auch für Stücklesbesitzende besser gefördert werden“, ergänzt Almut Sattelberger, Streuobstexpertin des BUND Baden-Württemberg.

 

Für Rückfragen und Kontakt:

Über den LNV:

Der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V. (LNV) ist der Dachverband der Natur- und Umweltschutzverbände in Baden-Württemberg mit 34 Mitgliedsverbänden, in denen über 540.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Der LNV vertritt nach § 51 NatSchG BW als Dachverband die Natur- und Umweltschutzverbände des Landes und ist anerkannte Naturschutz- und Umweltvereinigung nach § 3 Umweltrechtsbehelfsgesetz. www.LNV-bw.de

Über den Naturschutzbund Deutschland (NABU), Landesverband Baden-Württemberg:

Der NABU Baden-Württemberg ist mit mehr als 115.000 Mitgliedern und über 220 Gruppen vor Ort der größte Landesverband des NABU und zugleich der mitgliederstärkste Umweltverband in Baden-Württemberg. Mit mehr als 770.000 Mitglieder und Fördernden ist der NABU der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. www.NABU-BW.de

In Baden-Württemberg engagiert sich der BUND seit mehr als 55 Jahren für den Erhalt einer lebenswerten Zukunft, für Natur, reine Luft, sauberes Wasser und gesunde Lebensmittel. Der BUND in Baden-Württemberg ist ein demokratischer Mitgliederverband. Rund 95.000 Unterstützer*innen ermöglichen das. Die Arbeit seiner mehr als 5.000 ehrenamtlich aktiven Mitglieder ist Herz und Hand des Verbands. Aktuelle Themenschwerpunkte des BUND sind Klimaschutz, Insektenschutz, Biotopvernetzung und Nachhaltigkeit. www.bund-bawue.de

Februar 2021 Hörzu Gaukler der Lüfte

Gaukler der Lüfte

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Bachstr. 15
79235 Vogtsburg
Telefon: +49 (7662) 8206
E-Mail: A.Galli(at)Nabu-Kaiserstuhl.de

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