Aktuell 2022

Juni 2022 Fuchs gräbt von oben Bienenfresser aus

Anfang Juni 2022 entdeckte ich in einer kleinen Lösshöhle nach vielen Jahren zum ersten Mal eine vom Bienenfresser gegrabene Bruthöhle. Sie befand sich 80 cm weit in der Höhle drin und 150 cm über dem Boden. Ein sicherer Brutplatz nach meiner Ansicht.

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Denn immer wieder kommt es vor, dass die Bienenfresser ihre Bruthöhle an einer niederen Böschung,

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oder an einer steilen Lösswand zu weit unten graben.

Fuchs oder auch Steinmarder graben dann die Höhle auf und manchmal, aber selten, gelingt es ihnen bis zur Brutkammer vorzukommen. 

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Ich habe mir also keinerlei Gedanken über die Sicherheit des Brutplatzes in der Lösshöhle gemacht. I Und es wurde auch eifrig gefüttert.

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Am 09.07.2022 konnte ich jedoch keine Fütterungen der Jungvögel mehr feststellen. Zu diesem Zeitpunkt konnten jedoch die jungen Bienenfresser noch nicht ausgeflogen sein.

Bei näherem Betrachten sah ich, dass rechts neben der Höhle viel Erdreich die Böschung herunter lag. Bis in 2,00 Meter Höhe reichte das ausgegrabene Erdreich.

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Ganz oben, am Ende des Erdreiches befands sich ein tiefes Loch, genau über der Brutkammer der Bienenfresser Höhle.

20220717_6_Aushub_neben_Stollen1.webp 20220717_8_Grabung_2.webpDas war also die Ursache, warum kein Anflug der Altvögel mehr erfolgte. Der Fuchs hatte mit seiner guten Nase die Jungvögel erriechen können und war bei seinem Graben leider erfolgreich.

Engelbert Mayer. 25.07.2022

13. Februar 2022 Wasservogelexkursion am Rhein bei Weisweil

Wasservogelexkursion Februar 2022 am Rhein bei Weisweil

Die Wasservogelexkursion 2022 war nach der Pandemiepause sehr gut nachgefragt! Mehr als 40 Teilnehmer wurden gezählt und weiteren fast 30 Interessierten musste leider abgesagt werden. Wir teilten uns in 2 Gruppen auf, eine unter der Führung von Engelbert Mayer, die andere mit Andreas Galli und Barbara Mutke und wechselten nach 1 Stunde den Standort.

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So waren die Wasservögel nicht sehr geschockt angesichts der vielen auf sie gerichteten Okulare.

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Unsere gemeinsamen Beobachtungen:

Zwergtaucher und Haubentaucher

Höckerschwan
Graugans, Kanadagans, Nilgans, Rostgans

Schnatterente, Stockente, Krickente, Spießente, Reiherente, Schellente

Gänsesäger

Kormoran

Mittelmeermöve
Blässhuhn
Graureiher und Silberreiher

Barbara Mutke, Feb. 2022

Totenkopf im Kartoffelacker

Am 09. August 2021 besuchte mich ein Hobbygärtner und brachte in einem Eimer eine große gelbe Raupe mit. Diese hatte er in seinem Kartoffelfeld gefunden.

Laut Bestimmungsbücher handelte es sich um eine Raupe vom Totenkopf-Schwärmer.

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Einzelne Tiere des Nachtfalters fliegen aus den Tropen bis nach Mitteleuropa ein und zeugen Nachkommen, die aber nicht überwintern können. Sie erscheinen bei uns ab Mitte April, ihre Nachkommen fliegen dann im September. Der Falter selbst besucht mit Vorliebe Bienenstöcke und sticht geschlossene Waben an, um daraus zu trinken. Meist wird er von Arbeiterinnen erstochen, oder findet nicht mehr aus dem Bienenhaus hinaus.

So fand ich vor ein paar Jahren in einem Bienenhaus einen toten Totenkopf-Schwärmer.

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Das Weibchen legt seine Eier am liebsten an Nachtschattengewächsen ab, mit Vorliebe an Kartoffeln. Die Raupen ruhen tagsüber am Boden, steigen nachts am Kartoffelkraut hoch und fressen mit Vorliebe die Blüten.

Dies bestätigte auch der Hobbygärtner, er fand an seinen Kartoffeln fast keine Blüten mehr. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es nicht die einzige Raupe dort war.

Die von ihm mitgebrachte Raupe war ca. 13 cm lang, etwa fingerdick und hatte eine überwiegend gelbe Farbe. Bläuliche Zeichnungen auf dem Rücken und am Ende ein gelbes Horn.

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Engelbert Mayer, im August 2021

Rauchschwalben lesen Insekten von Mauer ab

Am 30. Juni 2021 – ein völlig verregneter Tag – flogen mehrere Rauchschwalben eine Mauer in Ihringen an.
Kurz zuvor war die Rasenfläche vor der Friedhofsmauer gemäht worden und viele überlebende Insekten flüchteten an die Mauer. Diese hatte auch einen kleinen Dachvorsprung.

Schwalbe fliegt Mauer an


Während einer kleinen Pause dort, konnte ich die faszinierenden Flugmanöver der Schwalben ausgiebig beobachten.

Es waren auch frisch ausgeflogene Schwalben mit dabei. Diese setzten sich zwischendurch auf die Mauer und warteten auf eine Fütterung durch die Altvögel.

Eine nicht alltägliche Beobachtung.

Engelbert Mayer im Juli 2021

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

 

Görwihler NABU-Vorsitzender wird für jahrzehntelange Naturschutzarbeit geehrt

Seit über 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Wie kein anderer steht er für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, die den Erhalt der Lebensräume von Schwalben fördert. Für seinen Einsatz wurde ihm nun das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

 

Bundesverdienstkreuz für Rudi Apel Freuen sich über die Auszeichnung von NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel (v. li. N. re.): der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle,
der Grünen-Landtagsabgeordnete aus Waldshut, Niklas Nüssle, Rudi Apel, Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow,
Landrat Dr. Martin Kistler und Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund.
Foto: NABU Baden-Württemberg

  • April 2021 - Schwalben sind seine große Leidenschaft, ihr Schutz treibt ihn um und an. Seit mehr als 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Seiner Vision folgend, Schwalben willkommen zu heißen, reist der 69-Jährige quer durch den Südwesten, um aufzuklären, Plaketten an Häuser und Höfe anzubringen und ihren Besitzerinnen und Besitzern zu danken. Für seinen Einsatz für die Natur im Land erhält er jetzt selbst großen Dank: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und Staatssekretär Dr. Andre Baumann, reisten nun extra nach Görwihl, um heute im Beisein von Landrat Dr. Martin Kistler, Bürgermeister Carsten Quednow und Corona-bedingt einiger weniger Gäste die Auszeichnung vorzunehmen.

    Unermüdlicher Macher im südbadischen Naturschutz
    „Mit seinem Engagement hat er den Naturschutz in herausragender Weise gefördert und bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Bewusstsein, Wertschätzung und Faszination für die heimische Natur gestiftet. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Rudi Apel“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der Ehrung. Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, erklärt dazu: „Rudi Apel ist ein Macher im Naturschutz und lässt sich auch von Widrigkeiten nicht abschrecken. Sein Einsatz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt rückt dabei uns Menschen ins Zentrum. Jede und jeder kann unsere Welt ein klein wenig besser machen, ist seine Botschaft. Vielen Dank für diesen unermüdlichen Einsatz.“

    Großes Engagement für die Glücksboten
    Apel steht wie kein anderer für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“. 2007 entdeckte der gebürtige Rutesheimer die kleine Plakette in Mecklenburg-Vorpommern, brachte sie in den Südwesten und löste dort enorme Begeisterung für die gefiederten Glücksboten und ihren Schutz aus. Die wendigen Flieger begleiten den Gründer der NABU-Gruppe Görwihl seit seinen Anfängen im Naturschutz Ende der 1980er Jahre. „Damals dachte ich mir: Für diese Vögel musst Du kämpfen.“ Schwalben faszinieren Apel: „Wie sie fliegen und ihre Nester bauen, ist beeindruckend. Sie sammeln tausend Lehmkugeln und bauen sich ein Zuhause, das über Jahre halten kann.“

    Sein Engagement ist ein Kampf um Dinge, die in ländlichen Gemeinden einst selbstverständlich waren: Ställe, Misthaufen, Lehmpfützen und viele Insekten. Apel versucht, Hausbesitzerinnen und -besitzer zu überzeugen, damit sie die kleinen Schwalbennester an ihren Fassaden dulden. Er informiert geduldig in unzähligen Vorträgen, Presseartikeln und Veranstaltungen über die Gefährdung der Tiere – mit Erfolg. Inzwischen hat er rund 2.000 Häuser und Höfe im Land ausgezeichnet und ist bundesweit ein gefragter Fachmann für die Flugkünstler. Leider setzt sich der Abwärtstrend der Schwalben im Land trotz allem weiter fort.

    Wer Rudi Apels Engagement verfolgt, erlebt einen vielseitigen und zupackenden Naturschützer, der Biotope pflegt, berät, erklärt, motiviert und beim konkreten Einsatz nie das große Ganze aus dem Blick verliert. „Lange bevor Naturschutz ein prominentes Thema wurde, setzte sich Rudi Apel für den Erhalt der Umwelt zwischen Alb und Wehra ein. Es freut mich sehr, dass diese Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde“, sagt Landrat Dr. Kistler über den Geehrten. Carsten Quednow, Bürgermeister der Gemeinde, in der Apel seit mehr als 40 Jahren lebt, ergänzt: „Ich schätze Rudi Apel sehr und die Gemeinde Görwihl ist stolz auf diese Ehrung ihres Bürgers.“

    Zeit, um sich zur Ruhe zu setzen, findet Rudi Apel indes nicht, obwohl er das Rentenalter längst erreicht hat. Der NABU Görwihl ist seit kurzem Eigentümer einer Streuobstwiese mit 120 Bäumen. Sie will gemäht und gepflegt werden, Nistkästen und Steinkauzröhren warten auf ihre Montage. Naturschützer ist man eben lebenslang – und die Arbeit geht dabei nie aus.
Podcast NABU Kreis Emmendingen
13.02.2021 Wintergäste auf dem Rhein/Weisweil

Wintergäste in Weisweil – eine Wasservogel-Exkursion im Februar 2021

Corona-bedingt musste auch unsere Wasservogel-Exkursion im Februar abgesagt werden.

Wir hatten deshalb die Idee, gemäß geltenden Corona-Regeln einmal gucken zu gehen, was sich in Weisweil am Rhein ornithologisch so tut, und Euch davon zu berichten.

Barbara erlebte eine Woche vorher, am 6.2.2021, ein Hochwasser, das sie bislang so noch nie gesehen hatte. Der stille Altrheinarm war zum reißenden Strom geworden, der von den Wasservögeln gemieden wurde, unser gewohnter Beobachtungsdamm stellenweise überspült oder nah an der Wasserkante.

20210204_Hochwasser Hochwasser (Foto: B.Mutke)


Eine Woche später, am 13.2.2021, war es sehr kalt geworden. Gute Chancen, Wasservögel zu entdecken, die dem noch kälteren Wetter im Norden und Osten nach Süden ausgewichen waren!

Eisigem Ostwind und 8 Grad Minustemperaturen trotzend zogen Barbara und Andreas morgens um 10 Uhr los.

20210213_Barbara_und_Andreas_beim_Voegel_gucken
Barbara und Andreas beim Vögel gucken (Foto: S.Mutke)

War das wirklich eine so gute Idee? Es war so bitterkalt...
Doch wir wurden belohnt. Hier, was wir entdeckten:

Blesshuhn, Haubentaucher, Zwergtaucher, Gänsesäger, Zwergsäger (2 Paare!), Graureiher, Möve (die Art konnte nicht ermittelt werden), viele Kormorane ...

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Kormorane (Foto: S.Mutke)

Entenvögel: Reiherente, Schnatterente, Stockente, Tafelente sowie Krickente (5 Paare!!) und Kolbenente (2 Paare!!)

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Reiherenten, am Uferrand Krickenten(Foto: S.Mutke)

Die Sensation der diesjährigen Wasservogel-Exkursion waren für uns 3 Paare Löffelenten!

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Reiherenten, im Hintergrund die Löffelenten (Foto: S.Mutke)

Barbara Mutke, Andreas Galli,  Februar 2021

13. September 2020 NABU Tagfalterexkursion
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Hilfe für Bienenfresser

In Eichstetten in einem kleinen, nur etwa 40 Meter langem Lösshohlweg, deren linksseitige Böschung nur eine Höhe von 1,80 m hat, brüten aktuell 3 Paare vom Bienenfresser.

Von den Bruthöhlen liegen zwei in Kopf- und eine nur in Brusthöhe. Nicht ungefährlich für Vogel und Mensch.

Es handelt sich bei dem Weg um einen unbefestigten, der bei der momentanen und extremen Trockenheit beim Befahren sehr viel Staub aufwirbelt.

Um die Brut in den Höhlen nicht so vielem Staub auszusetzen, habe ich mit Erlaubnis des örtlichen Bauhofes am Anfang und am Ende dieses kleinen Hohlweges für die Dauer der Fütterung Schilder aufgestellt.

Beim Einfahren steht darauf „Bitte langsam“ und beim Ausfahren „Danke.

 

So hoffen wir alle, dass die jungen Bienenfresser gesund ausfliegen können.

Engelbert Mayer, 14. Juli 2020

Ehre allen Held(inn)en des Streuobstanbaus

Ein fruchtiges Highlight: Der Streuobstanbau zählt zu den Neuaufnahmen im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen
Kulturerbes. Das ist die langersehnte Standing Ovation für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und be-
wahren trotz der unzureichenden Entlohnung für die Bewirtschaftung. Nun ehrt die Deutsche UNESCO-Kommission
den Verein Hochstamm Deutschland e.V. als deren Stellvertreter und Trägergruppe der grandiosen Neuaufnahme.

Vor sechs Jahren kommt ein paar kreativen Köpfen der Geistesblitz: Der Streuobstanbau muss in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Und mit unglaublichen 1,3 Millionen Menschen im Rücken standen die Chancen gut, um zu beweisen: Streuobst ist KULT.

Kollektiver Antrag kollektiver Triumph

Der Verein Hochstamm Deutschland e.V. ergreift im Jahr 2019 die Initiative, die Antragstellung als deutschlandweites Kooperationsprojekt zu organisieren. Das hieb- und stichfeste Argument des Antrags ist, dass der Streuobstanbau aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung gewachsen und somit direkt an menschliches Wissen gebunden ist. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten beruhen die Bewirtschaftung von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten sowie die Verarbeitung des Obstes auf einem kostbaren Erfahrungsschatz. Worin der Antrag mündet, ist der größte Erfolg: Der Streuobstanbau ist Anfang 2021 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden. Dies wäre ohne das Zutun von 1,3 Millionen Streuobst-Held(inn)en, Unterstützenden und Fachleuten realitätsfern gewesen.

Jeher lauteste Laudatio: Ohne Held(inn)en keine Streuobstkultur

„In Deutschland gibt es rund 300.000 Hektar Streuobstwiesen, um die sich mehr als eine halbe Million Menschen kümmern –
ein beachtliches gesellschaftliches Engagement im Naturschutz“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. „Die Streuobstwiesen schützen Vielfalt und Erhalt alter Obstsorten und prägen ganze Kulturlandschaften. Diese Form des Obstanbaus, die in der Vergangenheit oftmals durch industrielle und intensive Landwirtschaft verdrängt wurde, stärkt heute nicht nur das gesellschaftliche Miteinander, sondern leistet auch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.“ Die Deutsche UNESCO-Kommission überreichte nun jüngst Hochstamm Deutschland e.V. als Trägergruppe dieser Neuaufnahme eine Urkunde bei der Auszeichnungsveranstaltung am 18. November 2021 im Düsseldorfer Schauspielhaus. Es ist der langersehnte tosende Applaus für das Engagement zahlreicher, oft ehrenamtlicher Streuobst-Held(inn)en: Sie bewahren dieses Immaterielle Kulturerbe in Form einer einzigartigen Landschaft mit einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Und das, obwohl die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen harte Arbeit ist, die bisher nur skandalös schlecht entlohnt wird.

Offizieller Rückenwind: Rentabilität gegen das Schwinden der Kulturform Streuobstanbau

Eine unbequeme Wahrheit: Die Landkarte der Hochstamm-Streuobstwiesen bekommt Jahr für Jahr mehr Lücken. Heute gefährden vor allem der hohe Arbeits- und Zeitaufwand und die mangelnde Rentabilität den Bestand der Streuobstwiesen. Doch mit dem Rückenwind aus der offiziellen Anerkennung tut sich etwas in der Streuobstwelt. Deshalb verlässt Hochstamm Deutschland e.V. die bequeme Komfort-Zone: „Der Kulturerbe-Antrag ist der erste Schritt für mehr Wertschätzung“, freut sich Martina Hörmann, Vorsitzende des Vereins. „Darauf bauen wir auf und entwickeln ein Markenzeichen für 100 %-Streuobstprodukte, denn Wertschätzung muss sich auch finanziell niederschlagen und die wirtschaftliche Situation der Held(inn)en muss sich verbessern“. Im Mai 2020 startete der Verein ein Projekt zum Aufbau eines Gemeinschaftsmarketings für Hochstamm-Streuobst-Produkte in Baden-Württemberg. Auch die Bundesländer sehen sich mehr und mehr in der Pflicht. In Baden-Württemberg treffen sich zum Beispiel in der nächsten Woche erstmals Streuobst-Forschende aus ganz Deutschland zu einem Kolloquium. In Bayern nimmt man 600 Mio. Euro in den nächsten 15 Jahren zur Rettung der Streuobstwiesen in die Hand – für Tier, Natur, Mensch und KULTUR!

Hintergrundinformationen:

Verein Hochstamm Deutschland e.V.

Hochstamm Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger, bundesweit tätiger Verein mit Sitz in Baden-Württemberg, der sich für den Erhalt von Streuobstwiesen einsetzt. Hinter Hochstamm Deutschland stehen Streuobst-Initiativen, Kommunen, Verbände und Privatpersonen.

Ziel des Vereins ist es, Streuobstwiesenfreunde dabei zu unterstützen, den verbliebenen Bestand zu erhalten und Ideen für seine Weiterentwicklung zu geben – durch Vernetzung, Austausch und Beteiligung. Hochstamm Deutschland bietet dazu u.a. auf der vereinseigenen Homepage (www.hochstamm-deutschland.de) eine Plattform. Der Verein setzt sich auch dafür ein, dass die zeit- und arbeitsintensive Pflege einer Streuobstwiese nicht nur Herzensangelegenheit ist – mit Vermarktungswegen und -ideen, die
eine wirtschaftliche Grundlage für den Anbau auf Hochstamm-Streuobst schaffen. Dazu gehört das aktuelle Gemeinschaftsmarketing-Projekt. Dort erarbeitet der Verein mit zahlreichen Bewirtschaften und weiteren Fachkundigen ein gemeinsames Siegel für „100 % Streuobstprodukte“.

Zudem schaffte es der Verein gemeinsam mit über 1,3 Millionen Unterstützerinnen und Unterstützern den Streuobstanbau in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes zu bringen. Damit rückt der Streuobstanbau vermehrt in den öffentlichen Fokus. Diese Aufmerksamkeit trägt zur Erhaltung der Streuobstkultur und des damit verbundenen Wissens bei. Im Nachgang diesen Erfolges wurde der internationale „Tag der Streuobstwiese“ durch verschiedene Initiatoren ins Leben gerufen.
Er findet jährlich am letzten Freitag im April statt.

Immaterielles Kulturerbe

Immaterielle Kulturerbe sind kulturelle Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen getragen und von Generation zu Generation weitergegeben und weiterentwickelt werden. Immaterielles Kulturerbe ist nicht anfassbar, sondern an den Menschen gebunden und wird durch das Engagement seiner Träger lebendig gehalten.
Streuobstlandschaften als Äcker, Wiesen oder Alleen mit hochstämmigen, großkronigen Obstbäumen sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Die Anlage, Bewirtschaftung und Pflege von Streuobstwiesen, das Züchten von Obstsorten und die Ernte sowie Verarbeitung des Obstes beruhen auf umfangreichem Erfahrungswissen im Umgang mit der Natur. Neben kulturellen Ausdrucksformen wie Erntefesten und -ritualen wurden über Jahrhunderte hinweg spezielle Handwerkstechniken z.B. zur Pflege von Streuobstbäumen entwickelt und verfeinert. Die kulturellen Eigenschaften von Streuobst stimmen mit den UNESCO-Kriterien in folgenden Punkten überein: Wissen und Bräuche in Bezug auf die Natur und das Universum, traditionelle Handwerkstechniken, Bräuche, Rituale und Feste.
Die Idee den Streuobstanbau auf die Liste des Immateriellen Kulturerbes zu bringen, entstand bereits vor vier Jahren beim Landesweiten Streuobsttag Baden-Württemberg 2015. Die Initiatoren haben diese Idee seitdem im Rahmen der Streuobsttage z.B. über einen eigenen Newsletter weitergetragen und diskutiert. Hochstamm Deutschland e.V. ist teilweise aus der Vernetzung der Streuobsttage entstanden und hat im Jahr 2019 die Initiative ergriffen, die Antragstellung als bundesweites Kooperationsprojekt zu organisieren. 2021 wurde dem Antrag, dem sich über 1,3 Millionen UnterstützerInnen angeschlossen hatten, stattgegeben und der Streuobstanbau in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Hochstamm Deutschland e.V. bittet bei Veröffentlichungen um einen korrekten Sprachgebrauch: Hinweis zum Sprachgebrauch.
Zu beachten gilt insbesondere, dass in Verbindung mit dem Immateriellen Kulturerbe immer vom „Streuobstanbau“ zu sprechen ist nicht von Streuobst, Streuobstwiesen etc. Aktuell ist ausschließlich Hochstamm Deutschland e.V. autorisiert das Logo „Immaterielles Kulturerbe“ für nicht-kommerzielle Zwecke zu verwenden.
Unterstützt wird der Verein bei seiner bundesweiten Kulturerbe-Kampagne mit einer Förderung aus dem Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE).
 

FOTOS zur kostenfreien Verwendung 

20211118_Logo_Hochstamm_Deutschland IKE_hp.pngImmaterielles Kulturerbe Streuobstanbau im Dateianhang

Es ist offiziell: Der Streuobstanbau in Deutschland ist Immaterielles Kulturerbe. Dies bestätigten die Kulturminister der Länder im März 2021 bei der Kulturministerkonferenz.

 

 

Quelle: Florian Fahlenbock

 



20211118_Keyvisual_Hochstamm_Deutschland_hp.pngKeyvisual Hochstamm Deutschland“ Quelle @focusfinder im Dateianhang

Streuobstlandschaften sind aus einer landwirtschaftlich-kulturellen Entwicklung entstanden und damit direkt an menschliches Wissen gebunden. Dieses Erfahrungswissen und die traditionellen Handwerkstechniken drohen vielerorts verloren zu gehen.
Quelle: focusfinder




20211118_Urkundenübergabe_hp.jpg„Urkundenübergabe“ im Dateianhang
Die Vorsitzende Martina Hörmann und Karolina Düthorn von der Geschäftsstelle Hochstamm Deutschland e.V. nehmen am 18. November 2021 in Düsseldorf die Urkunde der
Deutschen UNESCO-Kommission stellvertretend entgegen: Es ist der langersehnte Applaus für alle Held(inn)en, die dieses Kulturerbe praktizieren und bewahren.


Quelle: Hochstamm Deutschland e.V.

https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe-antrag
https://www.hochstamm-deutschland.de/kulturerbe
https://www.unesco.de/kultur-und-natur/immaterielles-kulturerbe/immaterielles-kulturerbe-deutschland/streuobstanbau

Kontakt Hochstamm Deutschland e.V.

Geschäftsstelle c/o neuland+ GmbH & Co KG
Hornungshof 3-4, 74575 Schrozberg
Hannes Bürckmann & Sophia Philipp
Tel.: 07936 / 99 05 20
Mobil: 0172 / 712 65 97

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.hochstamm-deutschland.de
Vereinssitz: Niedenbach 13, 72229 Rohrdorf
Vorsitzende: Martina Hörmann
Vereinsregister: VR 723 737
Registergericht: Stuttgart

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06. bis 14. August 2022 Sunndig-Schpaziergang

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