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Liste der zurück-gekehrten Vögel

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Schleiereulen

Schleiereulen 2021
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Schleiereulen 2020

20200421 5 junge Schleiereulen HP

In unserem seit Jahren betreuten Schleiereulen-Nistkasten in Eichstetten hat sich wieder Nachwuchs eingefunden: 5 kleine Schleiereulen sind geschlüpft!

Standpunkte

19. Januar 2022 BZ Weniger Spritzmittel im Weinberg

In den Weinbergen am Kaiserstuhl soll es weniger Chemie geben – und mehr Arten

Von Dirk Sattelberger Mi, 19. Januar 2022 um 16:19 Uhr Breisach | 3

Winzer brauchen seit 1. Januar eine Genehmigung, um ihre Reben in Naturschutzgebieten mit Pflanzenschutzmitteln zu behandeln. Pilzwiderstandsfähige Weine stellen eine Alternative dar.

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Seit 1. Januar dürfen Winzer ihre Reben im Naturschutzgebiet nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung spritzen. Nach Einschätzung des Naturschutzbundes (Nabu) erhalten betroffene Winzer zwar problemlos eine Erlaubnis für 117 Pflanzenschutzmittel. Für die Umwelt ist es in den Augen des Nabu-Landwirtschaftsexperten Jochen Goedecke aber sinnvoller, auf diese Mittel ganz zu verzichten.

Der Hintergrund

Das Gesetz zur Stärkung der Biodiversität sieht laut Nabu vor, dass künftig 40 bis 50 Prozent weniger Pestizide in der Landwirtschaft gespritzt werden. Das Ziel soll bis zum Jahr 2030 erreicht sein. Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln in Naturschutzgebieten ist aber weiterhin erlaubt, wenn ein Winzer dort Reben hat und eine Ausnahmegenehmigung erhält. Die ist laut Nabu-Experte Jochen Goedecke erhältlich, wenn der Winzer sonst in eine wirtschaftliche Schieflage kommt. Das Regierungspräsidium Freiburg erlaube dann die Verwendung von 117 Mitteln im Weinbau und 75 im Obstbau, falls die Pflanzen in Naturschutzgebieten stehen. Bei den Nabu-Naturtagen wurde jetzt gezeigt, wie nach Ansicht von Bio-Winzern auf Spritzmittel verzichtet werden kann.

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Pilzwiderstandsfähige Rebsorten

"Wir sehen diese Ausnahmeregelungen im Obst- und Weinbau kritisch. Man kann zum Beispiel schnell auf Herbizide verzichten", sagt Jochen Goedecke vom Nabu zu Unkrautbekämpfungsmitteln. Er geht davon aus, dass diese Erlaubnisse fünf Jahre lang gelten und anschließend erneut erteilt werden. Dass es auch anders gehen kann, nämlich ohne Chemie, legte das Weingut Johannes Kiefer aus Eichstetten jetzt bei den Nabu-Naturschutztagen dar. Dort wird Pilzen, Kraut und schädlichen Insekten anders begegnet. Ziel sei es, sowohl die Widerstandskraft der Weinpflanzen zu stärken, als auch ihre Umgebung, etwa mit blütenreichen Pflanzen. In sehr seltenen Fällen werden Mittel wie Backpulver eingesetzt.

"Jede rodungsreife Rebanlage könnte mit Piwi-Sorten bestockt werden." Barbara Kiefer

Die größte Rolle aber spielten die pilzwiderstandsfähigen Weinsorten, sogenannte Piwi. Sie wurden unter anderem in Freiburg gezüchtet und sind bekannt als Souvignier Gris, Johanniter oder Solaris. Barbara Kiefer, die Mutter des Eigentümers, sagt im Pressegespräch: "Jede rodungsreife Rebanlage könnte mit Piwi-Sorten bestockt werden." Das könne über die sogenannte Umstockungsprämie gefördert werden.

Wein-Dossier: Alles Wissenswerte über den badischen Wein


Im Familienweingut stünden die Rebstöcke mit größerem Abstand zueinander, damit sie besser belüftet werden. Johannes Kiefer findet, dass diese Rebsorten gut in Cuvées passen. "Jeder Wein kann weinrechtlich mit bis zu 15 Prozent Piwi-Wein verschnitten werden. Der restliche Wein kann über bestehende Cuvées ohne Rebsortenangabe verkauft werden", sagt Johannes Kiefer.

Zurückhaltende Kunden

Doch wenn ein Umstieg machbar ist, warum setzen dann so viele Winzer auch im Kaiserstuhl auf konventionelle Methoden und damit auf Spritzmittel? Tatsächlich haben die Winzergenossenschaften überwiegend altbekannte Sorten im Angebot, auch weil sie bei den Kunden gut ankommen. Nabu-Experte Jochen Goedecke glaubt, dass die Kunden die Möglichkeit erhalten sollen, Piwi-Wein kaufen zu können. "Hier sollte der Staat helfen, sonst ist es mit der Akzeptanz schwierig." Barbara Kiefer geht davon aus, dass die Kunden durchaus "etwas Neues wünschen". Ertragseinbußen bei der Weinlese sehen die Öko-Winzer nicht (rund 120 Kilogram pro Ar).

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Rückkehr der Insekten

Was passiert in der Natur, wenn auf die weit verbreiteten Pflanzenbehandlungsmittel verzichtet wird? Die Kiefers haben es gemerkt, nachdem sie 2007 ihr Weingut gegründet haben: Mehr Insekten fliegen umher. "In den ersten zwei Jahren kommen Generalisten wie Langkornbienen, Heuschrecken und Florfliegen, später Bordwanzen und Gottesanbeterinnen", sagt Johannes Kiefer. Ein alleiniger Verzicht auf Chemie werde aber die Wende zu mehr Artenreichtum nicht bringen. Nötig sind in seinen Augen auch mehr Kräuter, Gräser und heimische Einsaaten auf renaturierten Rebböschungen.

Den Vortrag der Kiefers "Weinbau ohne Pestizide – Wie geht das?" gibt es bei youtube.com, ihre Tipps im PDF-Format unter: mehr.bz/ohnepestizide

Im ursprünglichen Text war die Rede davon, dass auch Glyphosat auf Antrag in Naturschutzgebieten zum Einsatz kommen kann. Der Badische Weinbauverband weist darauf hin, dass die im Text genannte Liste mit Pflanzenschutzmitteln glyphosathaltige Mittel in Naturschutzgebieten explizit verbiete. "Beim Regierungspräsidium Freiburg wurden folglich auch keine Ausnahmen zur Anwendung von glyphosathaltigen Mitteln erteilt", schreibt der Badische Weinbauverband.Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

Ressort: Breisach

17. August 2020 Fessenheimer Erklärung

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Fessenheimer Erklärung


Keine neuen Atomanlagen im Elsass!


Freiburg, Colmar, Basel – im August 2020

Partei-, religions- und generationenübergreifend erklären die unten aufgeführten Gruppen, Gruppierungen, Vereine, Organisationen und Institutionen, Kirchengemeinden, politische Parteien und Umweltministerien:

Nach über vier Jahrzehnten nuklearer Bedrohung, die bis zum Abtransport der restlichen Brennelemente aus den Abklingbecken im Atomkraftwerk Fessenheim noch gegeben ist, muss die atomare Ära am Oberrhein ein Ende haben. Die wirtschaftliche Zukunft muss im Sinne des Atomausstiegs und der Energiewende umweltbewusst und ressourcenschonend gestaltet werden - auch und gerade vor dem Hintergrund der Herausforderungen der Klimaveränderung und dem Verlust der Artenvielfalt.

Der von Frankreich und Deutschland gemeinsam in Gang gesetzte und in den jüngsten Aachener Verträgen (Elysee-Vertrag 2.0) ratifizierte Zukunftsprozess Fessenheim hat sich diese Ziele gesetzt und garantiert damit die Schaffung von vielen neuen und „sauberen“ Arbeitsplätzen in unserer Region.
Dem widersprechen die Pläne der EDF für den Bau eines so genannten Technocentres zur Aufarbeitung und zum Einschmelzen radioaktiv kontaminierter Großkomponenten aus Atomkraftwerken aus ganz Mitteleuropa. Sie spalten schon jetzt die Gemüter am Oberrhein und drohen zu einem massiven Vertrauensverlust der teilweise sehr guten deutsch-französischen Zusammenarbeit zu führen.

Kein „Technocenter“ in Fessenheim, keine regelmäßigen (Groß)Transporte radioaktiv belasteter Materialien durch das Elsass und durch Südbaden.


„Vive l'Alsace sans nucléaire !“ - „Für ein Dreyeckland ohne Atomanlagen.“


Gustav Rosa, i.A. Mahnwache Dreyeckland

p.s. Die Liste der Unterstützer wird laufend ergänzt und kann eingesehen werden unter:
https://old.spd-breisach.de/index.php?id=332&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1831&cHash=e84da1368757b463c6cdac349dc9d13d
Wer sich noch eintragen lassen will, soll bitte eine E-Mail mit Angabe des Namens und der
Gruppe, Gruppierung, Vereins, Organisation, Institution, Kirchengemeinde, politischen Par-
tei, Umweltministerium usw. an moma@proalterna.eu schicken.
Zu Natura 2000-Managementplan für das FFH-Gebiet 7911-341 „Kaiserstuhl“ und das Vogelschutzgebiet 7912-442 „Kaiserstuhl“

Zu Natura 2000-Managementplan für
das FFH-Gebiet 7911-341 „Kaiserstuhl“ und das
Vogelschutzgebiet 7912-442 „Kaiserstuhl“

Juni 2020
 
Wir unterstützen die vorgeschlagenen Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Insbesondere zu den in Kapitel 6.2 gelisteten Erhaltungs – und Entwicklungsmaßnahmen wollen wir im folgenden Stellung beziehen.

Zu Kapitel 6.2
Viele Maßnahmen, wie sie in den Kapiteln ab 6.2.1 für die verschiedenen Lebensraumtypen angegeben sind, treffen auch auf die Böschungen zu, die in der Regel einem dieser Lebensraumtypen zugeordnet werden können. Ausgehend vom LEV Breisgau-Hochschwarzwald, wird an Böschungen vermehrt die Mahd mit Abräumen angewandt. Dies ist ein guter, vielversprechender und begrüßenswerter Ansatz.

Dennoch ist derzeit noch das Mulchen die Regel. Hier müssen Anstrengungen unternommen werden, damit zukünftig das Mulchen so wenig wie möglich angewandt wird.
 
Gerade an „privaten“ Böschungen wird oftmals bereits im April und im Mai, d.h. mitten in der Brutzeit und vor oder während der Blüte, mit der Pflege durch Mulcher oder Freischneider begonnen.

Eine der Maßnahmen, die im MaP oft genannt wird, ist die Extensivierung der Landnutzung. Es wird allgemein erwartet, dass aufgrund des aktuell stattfindenden Strukturwandels eine teilweise Stilllegung von Flächen erfolgen wird. Es sind Maßnahmen zu ergreifen, damit diese Flächen nach Stilllegung zum einen abgeräumt werden und zum anderen schnell in eine geregelte Pflege übergehen, bevor die natürliche Sukzession einsetzt.
 
Mehrfach angesprochen wird auch der Wert freistehender, großer und alter Bäume, die unbedingt erhalten und gefördert werden müssen. Große und alte Bäume sind bedauerlicherweise über die Jahre weitgehend aus der Reb- und Ackerlandschaft verschwunden. Bäume und Hecken sind Lebensraum für viele Arten und außerdem gestalterische Landschaftselemente.

Zu 6.2.18 Habitaterhalt und -pflege in Weinbauflächen
Dieses Kapitel behandelt im wesentlichen die Pflege der Böschungen. Diese wurde über Jahrzehnte nur unzureichend oder gar nicht durchgeführt und berücksichtigt. Eine fachgerechte Böschungspflege ist dringend notwendig und dient der Förderung sehr vieler Arten, letztlich auch der Offenhaltung der Böschungen, wie sie die Winzer als  notwendig erachten, und erhält das Landschaftsbild.
Sie erfordert allerdings eine Vielfalt von Maßnahmen, die die Eigentümer (leider auch Kommunen) aus technischen, physiologischen, organisatorischen oder finanziellen Gründen oft nicht leisten können oder wollen. Auch die inzwischen gut etablierten LEVs können dies aufgrund ihrer Ausstattung nur teilweise abdecken.

Im Arbeitskreis Böschungspflege wurde deshalb vermehrt eine Professionalisierung der Böschungspflege gesehen. Dies auch deshalb, um die bereits erwähnten freistehenden Bäume und Hecken zu fördern. Stattdessen wird sehr oft einfach alle paar Jahre ein ganzer Böschungsabschnitt vollständig von allem höheren Bewuchs „befreit“.

In diesem Kapitel fünfter Absatz steht der Satz: „Bei der Böschungspflege ist ein flächiger Herbizideinsatz zu vermeiden.“ Der Einsatz von Herbizid an Böschungen ist grundsätzlich verboten und soll es auch bleiben. Ein flächiger Einsatz ist nicht zu vermeiden, er ist verboten! Dieser Satz soll vollständig gestrichen werden.
Im Kapitel 6.2.18 wird außerdem die Reblaus bzw. die Bekämpfung der verwilderten Unterlagsreben angesprochen. Auch dieses Thema wurde im Arbeitskreis Böschungspflege schon intensiv diskutiert und inzwischen gibt es, gerade in Zusammenarbeit mit den LEVs, gute Ansätze wie vollständig zugewachsene Böschungen wieder in einen guten Zustand gebracht werden können. Die Naturschutzverbände haben hier einen begrenzten, zielgerichteten, punktuellen Einsatz von Herbiziden akzeptiert.

In diesem Zusammenhang wird praktisch nur von Böschungen gesprochen, die schon vollständig von verwilderten Unterlagsreben zugewuchert sind. Oftmals in Kombination mit Brombeere, womit das Freiräumen der Böschungen in jeder Hinsicht zur Herausforderung wird.
Leider ist an sehr vielen Böschungen zu beobachten, wie sich die verwilderte Unterlagsrebe in den Anfängen zeigt. Es ist zwingend und dringend, dass die verwilderten Unterlagsreben bereits in diesem frühen Stadium durch die Bewirtschafter entfernt werden. Gerade um die ganzen negativen Folgen zu vermeiden.

Bekämpfung im frühen Stadium ist vielfach schneller, einfacher, billiger, besser für die biologische Vielfalt und vermeidet zudem das Aufkommen der Reblaus. Hier muss viel stärker darauf gedrängt werden, dass keine weiteren Böschungen von verwilderten Unterlagsreben überwuchert werden.
 
In Kapitel 6.2.18 wird unter den Maßnahmen auch das kontrollierte
Brennen angegeben.
Von 2001 bis 2017 wurde das kontrollierte Brennen regelmäßig durch Allgemeinverfügung erlaubt. Der Arbeitskreis Böschungspflege hat Regeln definiert, nach denen die
Flämmungen jeweils durchzuführen waren. Nach vielen Jahren Diskussion und auch Streit ist im Jahr 2017 die Anzahl der falsch geflämmten Böschungen auf über 50% gestiegen – was bedeutet: „Es funktioniert nicht!“. Der Nutzen des kontrollierten Brennens ist nicht gegeben. Die Naturschutzverbände lehnen aus diesen Gründen das Böschungsflämmen ab.

6.2.19 Berücksichtigung von Horstschutzzonen
Die Vorschläge zum Horstschutz sollten in dem genannten Zeitraum von Anfang März bis Ende August einhaltbar sein.

Zu 6.2.26 Erstellung eines Besucherlenkungskonzepts
Ein Besucherlenkungskonzept ist sehr dringlich, da der Tourismus im Kaiserstuhl immer merkwürdigere und rücksichtslosere Ausmaße annimmt und zu einem zerstörenden Tourismus in der Natur wird, statt zu nachhaltigem Naturtourismus. Beispiele sind der Rückgang der Küchenschellen durch immer breiter werdende Wege, Picknick in diesen Wiesen, Events zur besten Brutzeit, Mountainbiken über den Badberg, Störungen in der Brutzeit und Betreten der Orchideenwiesen u.v.m.
Die Gründe für die Notwendigkeit eines Besucherlenkungskonzept sind ausreichend dargestellt und auch die Maßnahmen. Manche der Besucher lassen sich aufklären, viele Besucher zeigen sich jedoch unbelehrbar und lassen sich durch einen Naturschutzwart leider kaum beeindrucken.
Deshalb ist die Frage zu stellen, ob höhere Bußgelder einer Verbesserung der Situation dienlich sein können. Benötigt wird eine professionelle Kontrolle mit der Möglichkeit der direkten Sanktionierung.
Viele der genannten Punkte fallen in die Verantwortung der Eigentümer der Flächen, d.h. also in die von Kommunen und Landwirtschaft. Es ist nicht Aufgabe des MaP, aber wir halten es für wichtig, dass vermehrt Aufklärung und Förderung der Betroffenen erfolgt, damit dauerhaft eine Verbesserung erfolgen kann.

Dies alles, damit der Kaiserstuhl für alle so einzigartig bleibt wie er ist.

NABU Kaiserstuhl, Bachstr. 15, 79235 Vogtsburg www.nabu-kaiserstuhl.de
Insektensterben in Mitteleuropa

Insektensterben in Mitteleuropa

Ab 1750 hat man in Mitteleuropa mit der ganzjährigen Stallhaltung begonnen. Der anfallende Stallmist wurde für die Felder gebraucht. Wiesen blieben ungedüngt, wurden im Frühjahr mit Vieh bestoßen und im Sommer meist nur einmal gemäht, um Heu für den Winter zu gewinnen und von ganz armen Wiesen Einstreu für den Stall.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann die Düngung mit Chilesalpeter. Stallmist war immer noch sehr wichtig, aber die Dreifelderwirtschaft wurde aufgegeben. Brachen, die vielen Insekten einen Lebensraum boten, gab es nun kaum mehr. Erst als 1910 das Haber-Bosch-Verfahren zur künstlichen Gewinnung von Ammoniak entwickelt wurde, begann die Ära des Kunstdüngers. Stallmist wurde zunehmend bedeutungsloser, fiel aber immer noch in großen Mengen an. Nun konnte man es sich leisten, Stallmist in Form von Gülle auf die Wiesen zu verbringen.

Raupen vertragen keine Stickstoff-Überdüngung und überdüngte Wiesen verarmen biologisch extrem. Zudem können nur wenige stickstoffliebende Pflanzen auf überdüngten Wiesen überleben. Auf gedüngten Wiesen geht der Reichtum an Insekten also sehr stark zurück. Je stärker mit Gülle gedüngt wird, umso mehr verarmen diese.

Ebenfalls begann man ab der Mitte 19. Jahrhundert allmählich mit dem sogenannten „naturnahen Waldbau“, der alles ist, nur nicht naturnah. Vielmehr dient er möglichst hohem Ertrag der Forstwirtschaft. Die Bäume stehen nun so dicht, dass kaum mehr Licht auf den Boden kommt. Die meisten Waldschmetterlinge sind aber Lichtwaldarten oder auf Saumstrukturen im Wald (Waldmantel, Waldsaum) angewiesen. Im geschlossenen Hochwald können diese nicht mehr überleben. Vorher weidete das Vieh auch im Wald und durch Nieder- und Mittelwaldbewirtschaftung war der Wald sehr licht – und entsprechend artenreich. Solche Waldstrukturen gibt es heute kaum mehr wo, weil die Forstwirtschaft auf maximalen Ertrag ausgerichtet ist. Ebenfalls der Ertragsoptimierung sind Übergänge im Wald, also der Waldmantel, zum Opfer gefallen. Der Wald geht übergangslos bis zum Waldweg bzw. zum Waldrand. Damit haben die Waldmantelarten unter den Schmetterlingen auch keine Habitate mehr. Durch Stürme wie Wiebke und Lothar wurde der Wald gelichtet und für einige Jahre hatten die Waldschmetterlings-Arten wieder eine kurze Phase der Regenerierung. Aber die lichten Stellen wurden schnell wieder aufgeforstet, zumeist mit Fichten.

1892 wurde von Bayer mit Dinitro-o-kresol das erste Insektizid entwickelt, 1939 kam DDT dazu. Nach dem 2. Weltkrieg begann der Siegeszug der Insektizide. Mit Einführung der Neonicotinoide in den 1970er-, verstärkt in den 1990er-Jahren kamen Insekten noch viel stärker in Bedrängnis. Im intensivlandwirtschaftlich genutzten Terrain überleben in den letzten Jahren kaum mehr Schmetterlinge. Gerade die „Allerweltsarten“, die bis um die Jahrtausendwende noch recht häufig waren, gehen jetzt sehr stark zurück. Heute sind es vor allem eher seltene Arten, die in Schutzgebieten leben, die es noch etwas zahlreicher gibt, weil ihnen die Intensivlandwirtschaft nicht so sehr zusetzt.

Seit 2017 setzt zudem der Klimawandel den Insekten massiv zu. Das war der nächste und bislang letzte Tiefschlag. Unsere heimischen Arten sind nicht an mediterrane Dürreperioden angepasst. Einige wenige Arten, wie der Karstweißling, breiten sich nun aus Südeuropa zu uns aus, aber insgesamt geht der Individuenreichtum sehr stark zurück. Alleine in den Hochlagen der Alpen gibt es noch verbreitet einen Reichtum an Arten und Individuen. Ansonsten sterben viele Arten aus, andere gehen in der Individuendichte so stark zurück, dass man nur noch Einzelfalter sieht.

Gegen das Insektensterben helfen würde nur ein tiefgreifender Wandel in der Land- und Forstwirtschaft. Aber der ist ebenso wenig zu erwarten, wie dass die Menschheit entschlossen gegen den Klimawandel vorgeht. M. E. ist es daher nicht fünf vor zwölf, sondern Viertel nach eins. Also für eine Rettung der Insekten bereits viel zu spät.

Hinzu kommt seit 1980 mit der Bundesartenschutzverordnung eine völlig verfehlte Naturschutzpolitik, die die weitere Erforschung der Insektenwelt stark einschränkt und vor allem Kinder und Jugendliche von der Natur fernhält. Daher sind Insektenforscher heute ebenso vom Aussterben bedroht, wie die Insekten. Hierzu ein Beispiel: Wenn ein Landwirt Mohrrüben anpflanzt, woran der gesetzlich geschützte Schwalbenschwanz Eier ablegt, dann darf er diese mit Insektiziden gegen den Raupenfraß schützen. Das nennt sich ordnungsgemäße Landwirtschaft.  Wenn er aber eine einzelne Raupe von den Mohrrüben pflückt und sie seiner Tochter, die Biologie-Lehrerin ist, gibt, damit diese sie in den Unterricht mitnimmt, dann machen sich beide strafbar. Denn das Töten der Raupe zum Zweck des Schutzes des Gemüses ist erlaubt. Das Einsammeln zu Unterrichtszwecken bedarf der amtlichen Genehmigung. Daher fällt es zunehmend weniger auf, wenn Insektenarten seltener werden und aussterben. Denn es mangelt zunehmend an Experten, die die einzelnen Arten unterscheiden können.

Verfasser: Jürgen Hensle, Mai 2020

Wiederbesiedlung der Krypta in Breisach mit Rauchschwalben

Wiederbesiedlung der Krypta des Münsters St. Stephan in Breisach durch die Rauchschwalbe (Hirundo rustica)

Summary:
Hurst, J.: recolonisation of the crypt in st. stephan´s cathedral in Breisach by Barn swallows (Hirundo rustica). – Naturschutz südl. oberrhein 9: 226-228. since at least 1992 until 2003, up to a maximum of 12 occupied nests, Barn swallows bred in the crypt of the cathedral in Breisach. the Barn swallows have gradually abandoned this breeding site when House Martins started colonizing the site. In 2004, there were 36 occupied House Martin nests. Following a renovation in 2006/2007 no swallows bred in the crypt for several years. only in 2018 a pair of Barn swallows bred successfully again at one of the former nesting sites.
Keywords: Hirundo rustica, Barn swallow, nesting site, crypt, cathedral, Breisach, southern upper rhine plain.

Einleitung
Bis vor wenigen Jahrzehnten brütete die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) außer in Viehställen und scheunen auch in überdachten Hauseinfahrten, unter Brücken (BoscHert 1996), in Garagen und an anderen Plätzen. In der Krypta des Breisacher Münsters brüteten früher einzelne Rauchschwalbenpaare. Nach und nach gesellten sich brütende Mehlschwalben (Delichon urbicum) hinzu und verdrängten die Rauchschwalben, bis diese als Brutvögel ganz aus der Krypta verschwanden. Wegen sanierungsarbeiten mussten auch die Mehlschwalbennester entfernt werden. Es dauerte Jahre, bis die Krypta von der Rauchschwalbe wieder als Brutplatz angenommen wurde.

Frühere Beobachtungen
Die Krypta ist eine inArkarden, durch fünf Bogentore nach außen geöffnete unterkirche, deren sterngewölbe auf einem inneren Mittelpfeiler ruht (www.ebfr.de) (Abb. 1). Im Jahre 1992 fielen mir acht Nester der Rauchschwalbe im Innern der Krypta auf. In den folgenden Jahren stieg die Zahl der Nester an. Zudem begannen Mehlschwalben ebenfalls, ihre Nester in der Krypta zu bauen. 1995 zogen beide schwalbenarten mit jeweils zwölf belegten Nestern gleich. In den darauf folgenden Jahren sank jedoch der Anteil der Rauchschwalben-Nester rapide. 1997 konnten noch sieben, 2000 noch 3 bis 4 belegte Nester ausgemacht werden. 2004 waren die Rauchschwalben ganz aus der Krypta verschwunden, während der Bestand der Mehlschwalbe auf 36 Brutpaare und Nester angestiegen war. ob der Bestandsrückgang mit dem seit den 1970er Jahren anhaltenden trend des Bestandrückgangs der Rauchschwalbe (HölZINGer 1999, GeDeoN et al. 2014, www.nabu.de) zu tun hatte oder ob die Rauchschwalben einfach nur von den Mehlschwalben verdrängt wurden, blieb unklar. Auf jeden Fall nahm der Brutbestand der Rauchschwalbe am nächst gelegenen Brutplatz, der tiefgarage des Hotels amMünster - heute Hotel stadt Breisach – leicht zu. Im Jahr 1997 fanden sich dort vier belegte Nester, im Jahr 2000 schon neun. leider wurden diese Nester schnell wieder beseitigt und alle potenziellen Nestplätze mit Drähten überspannt, um einen Nestbau zu verhindern. In den Jahren 2006/2007 stand eine sanierung der Krypta an. Dazu wurden alle verbliebenen Mehlschwalbennester in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde entfernt. Als Ausgleichsmaßnahme wurden an den Nachbargebäuden und an Mauern
Kunstnester fürMehlschwalben montiert, in der Hoffnung auf baldigenWiedereinzug der schwalben nach Beendigung der sanierungsarbeiten. Doch Krypta und Kunstnester blieben unbesetzt.


Aktuelle Feststellungen
erst ende Mai 2018 sah ich erstmals wieder ein Rauchschwalben-Paar in der Krypta. eine Kotansammlung unter einem der sterngewölbe erweckte den Verdacht auf einen Nestbau. Bei einer Kontrolle am 07.06.2018 fand ich tatsächlich einen brütenden Altvogel auf seinem Nest (Abb. 2). Bei einer weiteren Kontrolle am 27.06.2018 lugten drei Nestlinge über den Nestrand, die am 15.07.2018 ausgeflogen waren (Abb. 3). Bei der nächsten Kontrolle am 29.07.18 flog ein Altvogel vom Nest ab. es wurde also mit einer Zweitbrut begonnen. Von den vier Jungvögeln flog der letzte am 06.09.2018 aus.
Das Nest war im sterngewölbe auf einer steinplastik (Abb. 1, 2) gebaut, wie die Nester, die ich vor 26 Jahren dort erstmals fand. 15 Jahre nach den letzten Bruten hatten die Rauchschwalben den alten Neststandort
wieder neu besiedelt.

   

Diskussion
„In Deutschland sind Fälle kirchenbewohnender Rauchschwalben selten“ (Vietinghogg-Riesch 1955).Hölzinger (1999) kannte aus Baden-Württemberg kein Beispiel. Durch Aufgabe der Viehhaltung, die Modernisierung von Häusern und die Anlage moderner Wohngebiete wurden am südlichen oberrhein potenzielle Neststandorte der Rauchschwalbe selbst in kleinen Dörfern zunehmend selten.An einem traditionellen Brutort wie der Krypta des BreisacherMünsters sind daher die Nester zu erhalten und die Neuanlage von Nestern zu fördern.

Zusammenfassung
Mindestens seit dem Jahr 1992 bis 2003 brüteten Rauchschwalben in der Krypta des Breisacher Münsters, einer nach außen offenen unterkirche, mit maximal zwölf besetzten Nestern im Jahr 1995. Die Rauchschwalben gaben den Brutort allmählich auf, als sich Mehlschwalben ansiedelten, die im Jahr 2004 dort 36 besetzte Nester besaßen. Nach einer renovierung in den Jahren 2006/2007 blieb die Krypta jahrelang ohne brütende
schwalben. erst 2018 brütete wieder ein Rauchschwalbenpaar an einem der früheren Neststandorte erfolgreich.

Literatur
BoscHert,M. (1996): Bruten der Rauchschwalbe (Hirundo rustica) unter Brücken – Naturschutz am südlichen oberrhein 1: 155-157.
GeDeoN, K., c. GrüNeBerG, A. MIttscHKe, c. suDFelDt, W. eIcKHorst, s. FIscHer, M. FlADe, s. FrIcK,
I. GeIersBerGer, B. KooP, M. KrAMer, t. KrüGer, N. rotH, t. ryslAVy, s. strüBING, s.r. suDMANN,
r. steFFeNs, F. VöKler & K. WItt (2014): Atlas Deutscher Brutvogelarten. Atlas of German Breeding
Birds. – Münster (stiftung Vogelmonitoring Deutschland und Dachverband Deutscher Avifaunisten).
HölZINGer, J. (1999): Die Vögel Baden-Württembergs. Band 3.1 singvögel 1. – stuttgart (ulmer).
VIetINGHoFF-rIescH, A. v. (1955): Die Rauchschwalbe. – Berlin (Duncker & Humblot).
Internet: www.ebfr.de www.nabu.de

Anschrift des Verfassers:
Jürgen Hurst, Goldengasse 9, D-79206 Breisach.

 

Aktuell 2022

Juni 2022 Fuchs gräbt von oben Bienenfresser aus

Anfang Juni 2022 entdeckte ich in einer kleinen Lösshöhle nach vielen Jahren zum ersten Mal eine vom Bienenfresser gegrabene Bruthöhle. Sie befand sich 80 cm weit in der Höhle drin und 150 cm über dem Boden. Ein sicherer Brutplatz nach meiner Ansicht.

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Denn immer wieder kommt es vor, dass die Bienenfresser ihre Bruthöhle an einer niederen Böschung,

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oder an einer steilen Lösswand zu weit unten graben.

Fuchs oder auch Steinmarder graben dann die Höhle auf und manchmal, aber selten, gelingt es ihnen bis zur Brutkammer vorzukommen. 

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Ich habe mir also keinerlei Gedanken über die Sicherheit des Brutplatzes in der Lösshöhle gemacht. I Und es wurde auch eifrig gefüttert.

20220709_4_Anflug.webp 20220709_5_Abflug.webp

Am 09.07.2022 konnte ich jedoch keine Fütterungen der Jungvögel mehr feststellen. Zu diesem Zeitpunkt konnten jedoch die jungen Bienenfresser noch nicht ausgeflogen sein.

Bei näherem Betrachten sah ich, dass rechts neben der Höhle viel Erdreich die Böschung herunter lag. Bis in 2,00 Meter Höhe reichte das ausgegrabene Erdreich.

20220717_6_Aushub_neben_Stollen1.webp

Ganz oben, am Ende des Erdreiches befands sich ein tiefes Loch, genau über der Brutkammer der Bienenfresser Höhle.

20220717_6_Aushub_neben_Stollen1.webp 20220717_8_Grabung_2.webpDas war also die Ursache, warum kein Anflug der Altvögel mehr erfolgte. Der Fuchs hatte mit seiner guten Nase die Jungvögel erriechen können und war bei seinem Graben leider erfolgreich.

Engelbert Mayer. 25.07.2022

13. Februar 2022 Wasservogelexkursion am Rhein bei Weisweil

Wasservogelexkursion Februar 2022 am Rhein bei Weisweil

Die Wasservogelexkursion 2022 war nach der Pandemiepause sehr gut nachgefragt! Mehr als 40 Teilnehmer wurden gezählt und weiteren fast 30 Interessierten musste leider abgesagt werden. Wir teilten uns in 2 Gruppen auf, eine unter der Führung von Engelbert Mayer, die andere mit Andreas Galli und Barbara Mutke und wechselten nach 1 Stunde den Standort.

20220213_Wasservogelexkursion1

So waren die Wasservögel nicht sehr geschockt angesichts der vielen auf sie gerichteten Okulare.

20220213_Wasservogelexkursion2


Unsere gemeinsamen Beobachtungen:

Zwergtaucher und Haubentaucher

Höckerschwan
Graugans, Kanadagans, Nilgans, Rostgans

Schnatterente, Stockente, Krickente, Spießente, Reiherente, Schellente

Gänsesäger

Kormoran

Mittelmeermöve
Blässhuhn
Graureiher und Silberreiher

Barbara Mutke, Feb. 2022

Totenkopf im Kartoffelacker

Am 09. August 2021 besuchte mich ein Hobbygärtner und brachte in einem Eimer eine große gelbe Raupe mit. Diese hatte er in seinem Kartoffelfeld gefunden.

Laut Bestimmungsbücher handelte es sich um eine Raupe vom Totenkopf-Schwärmer.

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Einzelne Tiere des Nachtfalters fliegen aus den Tropen bis nach Mitteleuropa ein und zeugen Nachkommen, die aber nicht überwintern können. Sie erscheinen bei uns ab Mitte April, ihre Nachkommen fliegen dann im September. Der Falter selbst besucht mit Vorliebe Bienenstöcke und sticht geschlossene Waben an, um daraus zu trinken. Meist wird er von Arbeiterinnen erstochen, oder findet nicht mehr aus dem Bienenhaus hinaus.

So fand ich vor ein paar Jahren in einem Bienenhaus einen toten Totenkopf-Schwärmer.

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Das Weibchen legt seine Eier am liebsten an Nachtschattengewächsen ab, mit Vorliebe an Kartoffeln. Die Raupen ruhen tagsüber am Boden, steigen nachts am Kartoffelkraut hoch und fressen mit Vorliebe die Blüten.

Dies bestätigte auch der Hobbygärtner, er fand an seinen Kartoffeln fast keine Blüten mehr. Es ist deshalb davon auszugehen, dass es nicht die einzige Raupe dort war.

Die von ihm mitgebrachte Raupe war ca. 13 cm lang, etwa fingerdick und hatte eine überwiegend gelbe Farbe. Bläuliche Zeichnungen auf dem Rücken und am Ende ein gelbes Horn.

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Engelbert Mayer, im August 2021

Rauchschwalben lesen Insekten von Mauer ab

Am 30. Juni 2021 – ein völlig verregneter Tag – flogen mehrere Rauchschwalben eine Mauer in Ihringen an.
Kurz zuvor war die Rasenfläche vor der Friedhofsmauer gemäht worden und viele überlebende Insekten flüchteten an die Mauer. Diese hatte auch einen kleinen Dachvorsprung.

Schwalbe fliegt Mauer an


Während einer kleinen Pause dort, konnte ich die faszinierenden Flugmanöver der Schwalben ausgiebig beobachten.

Es waren auch frisch ausgeflogene Schwalben mit dabei. Diese setzten sich zwischendurch auf die Mauer und warteten auf eine Fütterung durch die Altvögel.

Eine nicht alltägliche Beobachtung.

Engelbert Mayer im Juli 2021

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel erhält das Bundesverdienstkreuz

 

Görwihler NABU-Vorsitzender wird für jahrzehntelange Naturschutzarbeit geehrt

Seit über 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Wie kein anderer steht er für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“, die den Erhalt der Lebensräume von Schwalben fördert. Für seinen Einsatz wurde ihm nun das Bundesverdienstkreuz verliehen.

 

 

Bundesverdienstkreuz für Rudi Apel Freuen sich über die Auszeichnung von NABU-Schwalbenfreund Rudi Apel (v. li. N. re.): der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle,
der Grünen-Landtagsabgeordnete aus Waldshut, Niklas Nüssle, Rudi Apel, Görwihls Bürgermeister Carsten Quednow,
Landrat Dr. Martin Kistler und Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund.
Foto: NABU Baden-Württemberg

  • April 2021 - Schwalben sind seine große Leidenschaft, ihr Schutz treibt ihn um und an. Seit mehr als 30 Jahren ist Rudi Apel Naturschützer mit Leib und Seele. Seiner Vision folgend, Schwalben willkommen zu heißen, reist der 69-Jährige quer durch den Südwesten, um aufzuklären, Plaketten an Häuser und Höfe anzubringen und ihren Besitzerinnen und Besitzern zu danken. Für seinen Einsatz für die Natur im Land erhält er jetzt selbst großen Dank: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle und Staatssekretär Dr. Andre Baumann, reisten nun extra nach Görwihl, um heute im Beisein von Landrat Dr. Martin Kistler, Bürgermeister Carsten Quednow und Corona-bedingt einiger weniger Gäste die Auszeichnung vorzunehmen.

    Unermüdlicher Macher im südbadischen Naturschutz
    „Mit seinem Engagement hat er den Naturschutz in herausragender Weise gefördert und bei seinen Mitbürgerinnen und Mitbürgern Bewusstsein, Wertschätzung und Faszination für die heimische Natur gestiftet. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung für Rudi Apel“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle bei der Ehrung. Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigter des Landes beim Bund, erklärt dazu: „Rudi Apel ist ein Macher im Naturschutz und lässt sich auch von Widrigkeiten nicht abschrecken. Sein Einsatz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt rückt dabei uns Menschen ins Zentrum. Jede und jeder kann unsere Welt ein klein wenig besser machen, ist seine Botschaft. Vielen Dank für diesen unermüdlichen Einsatz.“

    Großes Engagement für die Glücksboten
    Apel steht wie kein anderer für die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“. 2007 entdeckte der gebürtige Rutesheimer die kleine Plakette in Mecklenburg-Vorpommern, brachte sie in den Südwesten und löste dort enorme Begeisterung für die gefiederten Glücksboten und ihren Schutz aus. Die wendigen Flieger begleiten den Gründer der NABU-Gruppe Görwihl seit seinen Anfängen im Naturschutz Ende der 1980er Jahre. „Damals dachte ich mir: Für diese Vögel musst Du kämpfen.“ Schwalben faszinieren Apel: „Wie sie fliegen und ihre Nester bauen, ist beeindruckend. Sie sammeln tausend Lehmkugeln und bauen sich ein Zuhause, das über Jahre halten kann.“

    Sein Engagement ist ein Kampf um Dinge, die in ländlichen Gemeinden einst selbstverständlich waren: Ställe, Misthaufen, Lehmpfützen und viele Insekten. Apel versucht, Hausbesitzerinnen und -besitzer zu überzeugen, damit sie die kleinen Schwalbennester an ihren Fassaden dulden. Er informiert geduldig in unzähligen Vorträgen, Presseartikeln und Veranstaltungen über die Gefährdung der Tiere – mit Erfolg. Inzwischen hat er rund 2.000 Häuser und Höfe im Land ausgezeichnet und ist bundesweit ein gefragter Fachmann für die Flugkünstler. Leider setzt sich der Abwärtstrend der Schwalben im Land trotz allem weiter fort.

    Wer Rudi Apels Engagement verfolgt, erlebt einen vielseitigen und zupackenden Naturschützer, der Biotope pflegt, berät, erklärt, motiviert und beim konkreten Einsatz nie das große Ganze aus dem Blick verliert. „Lange bevor Naturschutz ein prominentes Thema wurde, setzte sich Rudi Apel für den Erhalt der Umwelt zwischen Alb und Wehra ein. Es freut mich sehr, dass diese Lebensleistung mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde“, sagt Landrat Dr. Kistler über den Geehrten. Carsten Quednow, Bürgermeister der Gemeinde, in der Apel seit mehr als 40 Jahren lebt, ergänzt: „Ich schätze Rudi Apel sehr und die Gemeinde Görwihl ist stolz auf diese Ehrung ihres Bürgers.“

    Zeit, um sich zur Ruhe zu setzen, findet Rudi Apel indes nicht, obwohl er das Rentenalter längst erreicht hat. Der NABU Görwihl ist seit kurzem Eigentümer einer Streuobstwiese mit 120 Bäumen. Sie will gemäht und gepflegt werden, Nistkästen und Steinkauzröhren warten auf ihre Montage. Naturschützer ist man eben lebenslang – und die Arbeit geht dabei nie aus.
Podcast NABU Kreis Emmendingen
13.02.2021 Wintergäste auf dem Rhein/Weisweil

Wintergäste in Weisweil – eine Wasservogel-Exkursion im Februar 2021

Corona-bedingt musste auch unsere Wasservogel-Exkursion im Februar abgesagt werden.

Wir hatten deshalb die Idee, gemäß geltenden Corona-Regeln einmal gucken zu gehen, was sich in Weisweil am Rhein ornithologisch so tut, und Euch davon zu berichten.

Barbara erlebte eine Woche vorher, am 6.2.2021, ein Hochwasser, das sie bislang so noch nie gesehen hatte. Der stille Altrheinarm war zum reißenden Strom geworden, der von den Wasservögeln gemieden wurde, unser gewohnter Beobachtungsdamm stellenweise überspült oder nah an der Wasserkante.

20210204_Hochwasser Hochwasser (Foto: B.Mutke)


Eine Woche später, am 13.2.2021, war es sehr kalt geworden. Gute Chancen, Wasservögel zu entdecken, die dem noch kälteren Wetter im Norden und Osten nach Süden ausgewichen waren!

Eisigem Ostwind und 8 Grad Minustemperaturen trotzend zogen Barbara und Andreas morgens um 10 Uhr los.

20210213_Barbara_und_Andreas_beim_Voegel_gucken
Barbara und Andreas beim Vögel gucken (Foto: S.Mutke)

War das wirklich eine so gute Idee? Es war so bitterkalt...
Doch wir wurden belohnt. Hier, was wir entdeckten:

Blesshuhn, Haubentaucher, Zwergtaucher, Gänsesäger, Zwergsäger (2 Paare!), Graureiher, Möve (die Art konnte nicht ermittelt werden), viele Kormorane ...

20210213_Komorane
Kormorane (Foto: S.Mutke)

Entenvögel: Reiherente, Schnatterente, Stockente, Tafelente sowie Krickente (5 Paare!!) und Kolbenente (2 Paare!!)

20210213_Reiherenten_am_Uferrand_Krickenten
Reiherenten, am Uferrand Krickenten(Foto: S.Mutke)

Die Sensation der diesjährigen Wasservogel-Exkursion waren für uns 3 Paare Löffelenten!

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Reiherenten, im Hintergrund die Löffelenten (Foto: S.Mutke)

Barbara Mutke, Andreas Galli,  Februar 2021

13. September 2020 NABU Tagfalterexkursion
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Hilfe für Bienenfresser

In Eichstetten in einem kleinen, nur etwa 40 Meter langem Lösshohlweg, deren linksseitige Böschung nur eine Höhe von 1,80 m hat, brüten aktuell 3 Paare vom Bienenfresser.

Von den Bruthöhlen liegen zwei in Kopf- und eine nur in Brusthöhe. Nicht ungefährlich für Vogel und Mensch.

Es handelt sich bei dem Weg um einen unbefestigten, der bei der momentanen und extremen Trockenheit beim Befahren sehr viel Staub aufwirbelt.

Um die Brut in den Höhlen nicht so vielem Staub auszusetzen, habe ich mit Erlaubnis des örtlichen Bauhofes am Anfang und am Ende dieses kleinen Hohlweges für die Dauer der Fütterung Schilder aufgestellt.

Beim Einfahren steht darauf „Bitte langsam“ und beim Ausfahren „Danke.

 

So hoffen wir alle, dass die jungen Bienenfresser gesund ausfliegen können.

Engelbert Mayer, 14. Juli 2020

Presse

11. August 2022 BZ Beitrag zum Artenschutz

Beitrag zum Artenschutz

Von BZ-Redaktion Do, 11. August 2022 Ihringen

Ihringer erhält Plakette für "Schwalbenfreundliches Haus".

12. Mai 2022 BZ Bienenfresser kehren zum Kaiserstuhl zurück

https://nabu-kaiserstuhl.de/Datenbank/Bilder/Badische_Zeitung.webpAus dem Winterquartier

Bienenfresser kehren zum Kaiserstuhl zurück

Von Christian Engel Do, 12. Mai 2022 um 14:00 Uhr Vogtsburg | 1

Die Bienenfresser sind zurück: Nach ihrem Winteraufenthalt in Afrika lassen sich die auffällig bunten Vögel über die Sommermonate besonders gern am Kaiserstuhl nieder.

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Dieser Bienenfresser hat Beute gemacht.  Foto: Albert Rummler

Das liegt nicht nur am warmen Klima, das der eigentliche (Sub)Tropenvogel so gerne mag, sondern auch am Löss: In dieses Gestein kann der Bienenfresser seine Bruthöhle ganz prächtig hineinzimmern.
Engelbert Mayer vom Naturschutzbund Kaiserstuhl (Nabu) hat die Höhlenarbeit der Vögel selbst beobachtet: Mit seinem spitzen Schnabel hackt der Bienenfresser ein Loch in die harten Lösswände, mit seinen Füßen schaufelt er den Staub hinaus. "Bis zu 1,20 Meter tief ist eine Höhle", sagt Engelbert Mayer, Gründer der Nabu-Ortsgruppe Kaiserstuhl, Hobbyornithologe und Vollbluttierschützer. Dass die Bienenfresser am harten Gestein ihre Schnäbel abwetzen geschenkt! Wem wollen sie noch imponieren, ihre Partner haben sie zuvor ja bereits gefunden.

Jetzt ist Balzzeit

In diesen Wochen ist Balzzeit. Da geht’s unter Vögeln wild zu – und das Bienenfressermännchen hat eine sehr spezielle Methode entwickelt, um das Weibchen zu beeindrucken. Im Fliegen jagt er Schmetterlinge, Käfer und Libellen, krallt sie sich aus der Luft – da machen die Weibchen natürlich große Augen. Aber dann geht’s weiter: Die erbeuteten Tiere tötet der Bienenfresser, indem er sie kräftig gegen eine Unterlage schlägt, etwa gegen einen Draht – giftige Insekten knetet der Bienenfresser im Anschluss durch, damit die Giftstoffe entweichen. Dann frisst er sie selber, verfüttert sie später an seinen Nachwuchs – oder überreicht sie einem Weibchen, quasi als Brautgeschenk.

800 Paare am Kaiserstuhl

Die Kehle gelb, der Rücken kastanienbraun, der Bauch türkisfarben – farblich ein absolut spektakuläres Tier. "Der setzt dem Eisvogel noch einen oben drauf", sagt Engelbert Mayer. Man könne die Tiere eigentlich im gesamten Kaiserstuhl besichtigen und hören, in Eichstetten, in Bötzingen, in Ihringen. Laut dem Nabu-Mitglied befinden sie sich vorzugsweise in nicht-flurbereinigtem Gelände, dort, wo noch Primärlöss vorhanden ist. Auf bis zu 800 Paare schätzt Mayer das Vorkommen der Tiere im Kaiserstuhl. Bis in den September hinein werden die Bienenfresser dort balzen, buddeln, brüten und Babys füttern – dann geht’s wieder ab in den Süden.

Ressort: Vogtsburg

Zum Artikel aus der gedruckten BZ vom Do, 12. Mai 2022:

Zeitungsartikel im Zeitungslayout: PDF-Version herunterladen

Webversion dieses Zeitungsartikels: Bienenfresser kehren zurück

29. April 2022 KWB Heimstatt für die Glücksboten

Heimstatt für die Glücksboten

 

Ingo Müller erhält „Schwalben-Ehrenplakette“

Eichstetten. Rauch- und Mehlschwalben finden gleichermaßen in Hof und Schopf von Ingo Müller gute Brutmöglichkeiten. Für dieses Engagement im Artenschutz überreichte der (Naturschutzbund (NABU), Ortsgruppe Kaiserstuhl, eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

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Ingo Müller (links) führt ein schwalbenfreundliches Haus,
was die von Gerhard Höfflin überbrachte Urkunde dokumentiert. Foto: NABU

Gerhard Höfflin und Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl erwischen ihn noch bei der Arbeit: Ingo Müller ist selbständiger Gärtner und richtete gerade bunte, fröhliche Ostergestecke für den Verkauf. In Hof und Schopf des alten Kaiserstühler Hauses, das er bewohnt, entdeckten sie zwei Rauchschwalbennester an den Holzbalken der Einfahrt und in einigen Metern Entfernung zwei Mehlschwalbennester. Die verschiedenen Vogelarten scheinen unter Abstandswahrung miteinander auszukommen. Dazwischen haben in einer Nische Hausrotschwänze schon ihr Nest bezogen.

Schwalben sind schon lange Kulturfolger der Menschen. Wo Tierhaltung stattfindet oder naturnahe Gärten vorhanden sind, finden die schlauen Tiere genügend Insektennahrung auch in einer Siedlung. Analten Balken in Hof und Schopf und an rauverputzten Hauswänden können sie ihre kunstvollen Lehmnesterbauen – die Rauchschwalben gern in Ställen und Scheunen, die Mehlschwalben eher an den Außenwänden der Häuser. Früher als Glücks

bringer und Frühlingsboten geachtet, haben die ortstreuen Vögel es heutzutage schwer, geeignete Stellen für den Nestbau zu finden und dort auch geduldet zu werden. Oft fehlt zudem das Nahrungsangebot in der Nähe. Bei Ingo Müller zeigte sich wieder, dass hinter jedem Schwalbenfreund auch ein Gartenfreund steckt. Denn seinem Haus gegenüber pflegter den schönen, vielfältig gestalteten Bauerngarten Hiss, der die Vögel anlockt. Arbeiten tut er mitten unterseinen Schwalben. „Geht das?“, wird er gefragt. „Ach“, meint er, und schaut gelassen nach oben zu den Nestern, „die stören doch nicht!“ Als Anerkennung für seine Bereitschaft, die geschützten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Barbara Mutke und Gerhard Höfflin vom NABU Kaiserstuhl Ingo Müller eine Urkunde und die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Interessierte finden weitere Informationen wie auch das Bewerbungsformular unter www.nabu-bw.de.

22. April 2022 Pheromon-Dispenser in Weinbergen werden nicht immer korrekt entsorgt

Beispiel Kaiserstuhl

Pheromon-Dispenser in Weinbergen werden nicht immer korrekt entsorgt

Von Thomas Rhenisch Fr, 22. April 2022 um 11:05 Uhr Vogtsburg | 3

Sie bekämpfen den Traubenwickler in Weinbergen auf ökologische Art. Die Plastikstreifen der Pheromon-Dispenser landen später oft auf dem Boden. Langfristig kann das der Umwelt schaden.

 

Knapp 600.000 Pheromon-Dispenser sind in den vergangenen Wochen in den Rebanlagen des Tunibergs aufgehängt worden. Aus den Weinbergen des Kaiserstuhls sind sie ebenfalls kaum mehr wegzudenken. Die kleinen Plastikstreifen bekämpfen den Traubenwickler auf umweltverträgliche Art. Doch nicht immer werden sie am Ende wieder korrekt eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.

Mit Hilfe der Dispenser sollen Traubenwickler an der Paarung gehindert werden. Die Methode gilt als ökologisch einwandfrei, weil sie den Einsatz von Insektiziden bei der Bekämpfung der kleinen Schmetterlinge, deren Larven an den Reben große Schäden anrichten können, überflüssig macht. Eine Voraussetzung für ihre ökologische Unbedenklichkeit ist jedoch, dass die ausgebrachten Dispenser wieder eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Doch das geschieht allem Anschein nach nicht immer. Allzu häufig werden die Plastikstreifen beim Zurückschneiden der Reben einfach auf den Boden geschmissen.

Biologe sieht ein verbreitetes Problem

"Wenn man mit offenen Augen durch die Weinberge läuft, findet man buchstäblich auf Schritt und Tritt Teile dieser Pheromonkapseln", kritisiert ein BZ-Leser in einer Zuschrift an die Badische Zeitung. Der Breisacher, der auf seinen Spaziergängen regelmäßig den Kaiserstuhl durchstreift, beklagt, dass die roten Kunststoffbändchen die Böden langfristig als Mikroplastik belasten würden.

Der Traubenwickler

Traubenwickler sind Schmetterlinge, deren Larven großen Schaden im Weinbau anrichten können. Deshalb werden sogenannte Pheromon-Dispenser in den Reben aufgehängt. Sie verströmen einen Duft, der dem Lockstoff der weiblichen Insekten entspricht. Die Männchen werden so gezielt verwirrt. Dadurch wird die Paarung verhindert und die Population reduziert.

Diese Sorge treibt auch den Biologen Reinhold Treiber um, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau Hochschwarzwald. Viele der abertausenden Lockstoff-Dispenser, die im Frühjahr in die Reben gehängt würden, blieben dort hängen, bedauert Treiber. Spätestens mit dem Rebschnitt landeten sie dann auf dem Boden, und irgendwann würden sie untergemulcht. Er sieht darin ein verbreitetes Problem. "Was an Plastik in die Natur rausgetragen wird, das gehört auch wieder eingesammelt", forderte der Biologe bereits in einem BZ-Artikel über die zunehmende Belastung der Agrarflächen mit Kunststoffresten im vergangenen Jahr.

Naturschutzwart appelliert an die Winzer, die alten Dispenser einzusammeln

Wie groß das Problem allerdings tatsächlich ist, sprich: wie viele der ausgebrachten Dispenser auf und schließlich im Boden landen, ist schwer abzuschätzen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Während der Weinbauberater des Landratsamtes für den Kaiserstuhl, Tobias Burtsche, davon ausgeht, dass es lediglich ein paar schwarze Schafe seien, die die Dispenser nicht ordnungsgemäß entsorgen, glaubt der Naturschutzwart des Nabu-Kaiserstuhl, Gerhard Höfflin, dass die Zahl der Verstöße deutlich höher liege. Eigentlich sei alles geregelt, findet Höfflin, man müsse sich nur einfach an die Regeln halten. "Und die Behörde schaut zu", ärgert sich der Naturschutzwart, der nachdrücklich an die Winzer appelliert, die alten Dispenser einzusammeln und zu entsorgen. Der Aufwand dafür sei nicht übermäßig groß.
Auch Weinbauberater Burtsche verweist darauf, dass die Entsorgung der Duftstoffstreifen gut geregelt sei. Es seien eigens Sammelstellen eingerichtet, an denen die gebrauchten Dispenser abgegeben und einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden können. Hierüber würden die Winzer auch regelmäßig informiert. "Da kommt dann auch eine ordentliche Menge an alten Dispensern zusammen", berichtet Burtsche.
Mehr zum Thema:

Ressort: Vogtsburg

01. April 2022 BZ Jahreshauptversammlung 2021

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Nabu Kaiserstuhl steigert Mitgliederzahl

Von BZ-Redaktion Fr, 08. April 2022 Vogtsburg

Naturschutzbund erweitert vereinseigene Streuobstwiese im Etlisbach auf 2,5 Hektar.

Andreas Galli (links) ehrte Eichstettens Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Engelbert Mayer (rechts). Andreas Galli (links) ehrte Eichstettens Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Engelbert Mayer (rechts). Foto: Gerhard Höfflin

(BZ). Der Naturschutzbund (Nabu) Kaiserstuhl blickte bei seiner Jahresversammlung in Altvogtsburg auf ein herausforderndes Arbeitsjahr und viele erfolgreiche Aktionen zurück. Der Verein, der am 4. April 2021 sein 30-jähriges Bestehen feierte, konnte die Anzahl der Vereinsmitglieder von 617 auf 933 Mitglieder steigern. Dies sieht die Ortsgruppe als Beleg für die Verankerung in der Region.

Rückblick: Für das 2021 prägend war die Erweiterung der vereinseigenen Streuobstwiese im Etlisbach durch den Zukauf eines angrenzenden Grundstückes um rund 40 Ar auf inzwischen rund 2,5 Hektar. Dank der Unterstützung des Nabu- Bezirksverbands Südbaden konnten die Grundstückskosten überwiegend durch eine Großspende gedeckt werden. Mit dem Ziel einer ökologischen Aufwertung des Neuerwerbs wurden zum Jahreswechsel 2021/2022 umfangreiche Pflegemaßnahmen durch die aktiven Vereinsmitglieder unter Anleitung durchgeführt. Neben der Pflege des Nabu-Häusles in Eichstetten erfolgten viele weitere Aktionen, die dem Artenschutz dienen, wie das Aufstellen und die Kontrolle von Nisthilfen und das Vogel- und Insektenmonitoring. Das Angebot an Exkursionen und Vorträgen fand coronabedingt nur in eingeschränktem Umfang statt.

Ausblick: Zum Schluss der Versammlung bedankte sich der Vorstand bei den Mitgliedern für ihr Engagement und bat darum, ihn bei der Suche nach Interessenten zur Wiederbelebung der Naturschutzjugendgruppe zu unterstützen.

Ehrungen: Bei der Mitgliederversammlung wurden der Vereinsvorsitzende Andreas Galli und der stellvertretende Vorsitzende Gerhard Höfflin durch Sarah Adelmann vom Nabu Südbaden für ihre 20-jährige Mitgliedschaft geehrt. Die Ehrung für 30-jährige Mitgliedschaften von Hans Breisacher, Ernst Stegmaier und der Gemeinde Eichstetten, vertreten durch Altbürgermeister Gerhard Kiechle, erfolgte durch Engelbert Mayer.

Mayer blickte dabei laut Pressemitteilung auf eine kooperative und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Altbürgermeister Gerhard Kiechle und Bürgermeister Michael Bruder zurück.

Ressort: Vogtsburg

Veröffentlicht in der gedruckten Ausgabe der BZ vom Fr, 08. April 2022:

 

Reblandkurier 06.04.2022 Moor als CO2-Speicher bedeutend

Moor als CO2-Speicher bedeutend

MdB Matthias Gastel zu Besuch im Wasenweiler Ried / B31-West-Gegner werden in Berlin gehört

Gottenheim. Über den Zustand des Wasenweiler Rieds zwischen Gottenheim und Wasenweiler, das beim geplanten Weiterbau der B31 West zerschnitten und damit zerstört werden würde, informierte sich vergangene Woche der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne). Gastel, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bund, hatte lokale Experten und Straßengegner um den Austausch zum geplanten Ausbau der B31 West und zur Rolle des Wasenweiler Rieds als bedeutendes Niedermoor gebeten.

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*Matthias Gastel (links) informierte sich im Wasenweiler Ried bei Gottenheim über den Stand der Planung zum Weiterbau der B31 West. Foto: zVg

Das Treffen war auf Initiative des Regiobündnisses für den Stopp der B31 West zustande gekommen. Um auf Bundesebene gehört zu werden, hatten sie parteiübergreifend Bundestagsabgeordnete, die für den Wahlkreis zuständig sind, kontaktiert und um Austausch zur geplanten Trasse gebeten. Ziel des Besuches sei es nun gewesen, informieren die Vertreter der Bürgerinitiativen gegen die Bundesstraße in einer Pressemitteilung, „mit Fachexperten, Bürgerinitiativen und Naturschutzverbänden direkt vor Ort zu schauen, welche Eingriffe mit der neuen Straße verbunden wären – besonders im Hinblick auf das Niedermoor“.

Nach der Begrüßung durch Gottenheims Bürgermeister Christian Riesterer klärte Matthias Gastel über die rechtliche und die praktische Situation auf. Einerseits sei die B31 West im Bedarfsplan des Bundes aufgeführt, andererseits seien in diesem Bedarfsplan über 1.000 Neubauprojekte enthalten. Eine Zahl, die praktisch nicht finanzierbar sei. Zudem sehe der Koalitionsvertrag vor, beim Straßenbau mehr in den Bestand und die Sanierung von Gottenheim. Über den Zustand des Wasenweiler Rieds zwischen Gottenheim und Wasenweiler, das beim geplanten Weiterbau der B31 West zerschnitten und damit zerstört werden würde, informierte sich vergangene Woche der Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel (Grüne). Gastel, Mitglied des Verkehrsausschusses im Bund, hatte lokale Experten und Straßengegner um den Austausch zum geplanten Ausbau der B31 West und zur Rolle des Wasenweiler Rieds als bedeutendes Niedermoor gebeten. Straßen und weniger in den Neubau zu investieren. Der dringende Bedarf an Brückensanierungen müsse ebenfalls finanziert werden. Außerdem sehe der Koalitionsvertrag vor, mehr in die Schiene als in den Straßenbau zu investieren. Das sei das Dilemma, in dem sich Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) befinde. Reinhold Pix, Vorstand des Vereins zur Förderung umweltgerechter Verkehrsplanung Dreisam-Tuniberg-Kaiserstuhl (VLO) und Landtagsabgeordneter der Grünen, wies auf die Historie der B31 hin, die geplant, gestoppt und wieder weitergeplant worden sei. Anschließend machte die Gruppe von etwa 15 Personen einen Spaziergang im Gottenheimer Ried. Miriam Engelhardt von der Gottenheimer „B31 West – Nein danke“ erklärte an der ungenutzten Brücke am Ende der Ausbaustrecke verkehrstechnische Probleme der B31 West. Peter Lutz vom Landesnaturschutzverband (LNV) und Barbara Mutke (Nabu Kaiserstuhl) lieferten das Fachwissen zum Moorgebiet. Es sei das größte zusammenhängende Niedermoor in der Oberrheinebene mit einem Torfkörper von bis zu vier Metern Stärke. Neben der schützenswerten Tier- und Pflanzenwelt sei das Moor auch ein wichtiger CO2-Speicher, biete einen klimatischen Ausgleich und habe zudem eine Wasserrückhaltefähigkeit und wichtige Biotopeigenschaften. „Das alles würde zerstört“, so Peter Lutz. Besonders schlimm sei, dass der 360 Meter lange Trogbau unter der Bahnlinie hindurch genau durch den Kernbereich des Moores führe. Hier würden Bund und Land das aktuell Maßnahmen auf der Grundlage des Moorschutzprogrammes in Angriff nehme, gegeneinander arbeiten. (RK/ma)

KWB 18.03.2022 Lösswand für Bienenfresser eingerichtet

Lösswand für Bienenfresser eingerichtet

20220318_KWB_Endhale_Loesswand_Bienenfresser

Bötzingen (dht). Eine Lösswand für Bienenfresser in der Endhahle hat der Naturschutzbund Kaiserstuhl (Nabu) mithilfe des Vereins zum Erhalt der Kaiserstühler Endhahle wiederhergestellt und von Bewuchs befreit. Die Lössböschung soll nun als Lebensraum für den Bienenfresser und andere Insekten dienen. Anwesend waren u. a. vom Nabu der 1. Vorsitzende Andreas Galli, sein Vorgänger Engelbert Mayer, der 1.Vorsitzende des Endhahle-Vereins Matthias Höfflin. Ein Bagger sorgte dafür, dass die etwa vier Meter hohe Böschung von Pflanzen- und Baumbewuchs freigelegt wurde. Ein Böschungssockel wurde stehen gelassen. Auf dem Rebgrundstück, zu dem die Böschung gehört, wurden zudem Steine für Eidechsen aufgesetzt. Aufgehängt wurden zu dem Nistkästen für Vögel und Insekten und ein alter Stamm wurde als Totholz für Spechte, eine Ansitzstange (Jule) als Baumersatz und Sitzgelegenheit für Greifvogel aufgestellt.

 Foto: Horst David

KWB 18.03.2022 Obstbaumpflanzaktion für den Naturschutz

Obstbaumpflanzaktion für den Naturschutz

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Bötzingen (dht). Mitglieder des Naturschutzbundes-Kaiserstuhl pflanzten kürzlich bei schönem, aber kaltem Frühlingswetter gemeinsam mit Helfern 23 Hochstamm-Obstbäume auf dem vereinseigenen Grundstück im Etlisbach. Gepflanzt wurden die zum Teil alten Apfelsorten Schwarzwälder, Weiß und Freiburger Renette, Weiße Wachsrenette, Schwarzer Api, Thurgauer Weinapfel, Ulmer Polizeiapfel, Martinskracher, Gewürzluiken, Neuneschläfer, Burgundy, Sestermüher Zitronenapfel, und Eibersdorfer und Himbeerapfel von Holowaus.
Ebenfalss angepflanzt wurden die (alten) Birnensorten König Karl von Württemberg, Betzelsbirne und Frankfurter Birne. Ebenso erfolgte der Jahresrückschnitt an den Weiden. Wie stets erhielten die fleißigen Mitmacher ein zünftiges Vesper, Kaffee und einen Apfelkuchen nach erledigter Arbeit.

Foto: Horst David

16.02.2022 BZ Wasservögel aus dem hohen Norden besuchen im Winter den Rhein bei Weisweil

Wasservögel aus dem hohen Norden besuchen im Winter den Rhein bei Weisweil

Von Ruth Seitz
Mi, 16. Februar 2022 Weisweil

Bei einer Exkursion der Nabu-Gruppe Kaiserstuhl haben zahlreiche interessierte
Naturfreunde am Rhein bei Weisweil Wasservögel beobachtet. Manche Arten kommen auch, um dauerhaft zu bleiben.

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Vogelexkursion Wintergäste am Rhein: Exkursionsteilnehmer am Sonntag bei der Tierbeobachtung am Rhein bei Weisweil. Foto: Ruth Seitz

Das hat Andreas Galli noch nie erlebt: Üblicherweise geht er im Frühjahr mit rund 20 Teilnehmern zur Wasservögel-Exkursion des Nabu Kaiserstuhl – in diesem Jahr hatte er sage und schreibe 70 Anmeldungen. "Das gab‘s noch gar nie", sagt der Nabu-Vorsitzende und schüttelt den Kopf, freut sich aber über das Interesse. Einigen Interessierten musste er absagen, eine Exkursion mit so vielen Leuten sei einfach nicht machbar. Galli hat seinen Kollegen Engelbert Mayer aus Eichstetten mit ins Boot geholt, sie teilen sich die Teilnehmer am Sonntagmorgen auf.

Kaiserwetter zur Nabu-Exkursion bei Weisweil

Das Wetter ist wie ein Geschenk: Blauer Himmel, es ist noch kühl um zehn Uhr, aber nicht klapperkalt, kein Nebel. Beste Sicht also und für den Blick auf die Wintergäste auf dem Wasser wie gemacht. Mit von der Partie ist auch Barbara Mutke, von Hause aus Biologin und Beisitzerin im Nabu Südbaden, die den Exkursionsteilnehmern mit Andreas Galli zusammen die Wasservögel näherbringt.
Alle sind pünktlich da, die erste Gruppe mit Andreas Galli geht unterhalb des Kiosks an der Boulebahn vorbei am Rhein Richtung Norden, die andere Gruppe mit Engelbert Mayer geht die Treppe zum Kiosk oberhalb der Staustufe hoch. Viele haben Ferngläser mitgebracht, einige kennen sich genau aus mit Wasservögeln, andere sind rein aus Interesse dabei

Die skandinavischen Krickenten suchen im Süden nach Nahrung

"Es ist ein Drama mit den Vögeln, die können einfach nicht ruhig sitzen bleiben", sagt Galli mit einem Augenzwinkern, als er das Spektiv, ein Spezialfernglas zur Naturbeobachtung, auf eine Wasservogelgruppe scharfgestellt hat, die auf einer kleinen Insel im Rhein sitzt – Seite an Seite, friedlich. Gänsesäger mit ihren charakteristisch gebogenen Schnäbeln sind dabei, ganz vorne sitzt ein Männchen, zu erkennen am grünen Schimmer am Kopf.
Die Gänsesäger sind nicht ganz so selten, erklärt Andreas Galli. Vor einigen Jahren sei es noch eine Sensation gewesen, wenn einer da war, heute sei das eher ganz normal. Die meisten Enten brüten im Uferbereich oder nahe am Wasser, die Gänsesäger fliegen weit ins "Landesinnere", um in Höhlen zu brüten, zum Beispiel von Spechten. Kein Spaß für den Nachwuchs, denn er muss dann fünf, sechs Meter aus dem Nest in die Tiefe stürzen, ohne fliegen zu können. Damit nicht genug: Dann watscheln die Kleinen, von den Eltern streng bewacht, oft kilometerweit bis zum Wasser.

Von 100 "eingeschleppten" Arten werden zehn bis 15 heimisch

Eine Nilgans gesellt sich zu der Vogelgruppe, kein seltener Gast in der Region. Je weiter man nach Norden komme, desto mehr Nilgänse gebe es, sagt ein Exkursionsteilnehmer. Von rund 100 Arten, die "eingeschleppt" werden, werden etwa zehn bis 15 heimisch, sagt Andreas Galli, die Nilgans mache nicht gerade Probleme, aber sie "verdränge schon". Die Gruppe beobachtet die Vögel – Reiherenten, Spießenten, auch eine Möwe – immer wieder stellt Andreas Galli das Spektiv ein, immer wieder huscht das Motiv aus dem Blickfeld. Ein Kormoran fliegt übers Wasser. Während Enten sich ihre Gefieder fetten, kann dies ein Kormoran nicht, er muss sich seine Flügel trocknen lassen, erklärt Barbara Mutke. Deshalb sitzen die Kormorane oft mit ausgebreiteten Flügeln auf einem Ast oder Stein. Sie sind wie Graureiher und Haubentaucher bei den Fischern wenig beliebt.

Die Wintergäste genießen am Rhein die erste Wärme

Nach gut einer Stunde tauschen die beiden Gruppen ihre Standorte. Während unten auf dem Wasser lebhafter Betrieb herrscht, ist es oberhalb der Staustufe ruhig. Nicht ein Schwan ist zu sehen. Sonst tummeln sich hier oft Dutzende. "Stell mal auf den Haubentaucher", sagt Andreas Galli. Der Wasservogel nimmt einen anmutigen Hopser und ist erst mal weg, taucht später an einer ganz anderen Stelle wieder auf. Andreas Galli und Barbara Mutke erzählen und stehen Rede und Antwort, die Zeit vergeht wie im Flug.
Die Wintergäste unten am Rhein lassen sich von nichts und niemandem stören: Sie sitzen auf der kleinen Insel, lassen sich die Sonne aufs Gefieder scheinen und genießen die erste Wärme.

Ressort: Weisweil
Aus der gedruckten BZ vom Mi, 16. Februar 2022.

28.01.2022 KWB Polizeiapfel hat wieder Zukunft

„Polizeiapfel“ hat wieder Zukunft

 Baumpflegearbeiten auf neuer Nabu Streuobstwiese

 

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Bötzingen (dht). Kürzlich fanden Baumpflegearbeiten auf der neuen NabuStreuobstwiese statt. Zahlreiche trafen sich dafür zum Arbeitseinsatz auf dem rund 39 Ar großen Grundstück, das im Frühjahr 2021 dem NabuKaiserstuhl in Bötzingen verkauft wurde. Für den Vorbesitzer war die Fläche nicht mehr rentabel und mit zu viel Arbeitsaufwandverbunden.

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Die alten Obstbäume wurden unter der fachgerechten Anleitung von Gerhard Höfflin aus Eichstetten geschnitten, der Holzschnitt eingesammelt und dann verbrannt. Bei dieser Aktion kam auch das kleine Elektroauto mit Ladefläche von Höfflin zum Einsatz. Der Bachlauf wurde gepflegt, die Weiden ge schnitten sowie einige Nistkästen gesäubert und repariert. Einige der überalternden Halbstammbäume auf der neuen Streuobstwiese werden durch Hochstammbäume ersetzt. Es sollen weitere Hochstammbäume der alten Sorten von der Firma "Obstparadies Staufen" von Martin Geng angepflanzt werden: Freiburger Renette, Badener Renette, Schwarzwälder Renette, Roter Berlepsch, Thurgauer Weinapfel und Ulmer Polizeiapfel. Aber auch alte Birnensorten sollen gepflanzt werden

11.01.2022 BZ Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten gibt es viel Platz für Mehl- und Rauchschwalben

Von Horst David & Manfred Frietsch Di, 11. Januar 2022 Eichstetten

Das Haus von Anna-Maria Schmidt in Eichstetten hat die Nabu-Ortsgruppe Kaiserstuhl mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet. Der Nabu bietet auch künstliche Nester an.

Seit mehreren Jahren zeichnet Barbara Mutke von der Ortsgruppe Kaiserstuhl des Naturschutzbund Nabu Hausbesitzer mit der Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" aus. Voraussetzung ist natürlich, dass sie an ihren Häusern und Hofgebäuden Nistplätze für Schwalben anbieten. Vor kurzem wurde auch die Eichstetterin Anna-Maria Schmidt ausgezeichnet, als Dank für den Erhalt von Brutplätzen für Rauch- und Mehlschwalben in ihrem Anwesen.20210111_BZ_Sfh_Bild2_hp.jpg

Aufmerksam geworden auf das Hofanwesen wurde der Nabu durch einen Hinweis von Valerie Schönenberg. Sie ist Mieterin im Hof von Schmidt und hatte das schwalbenfreundliche Haus dem Nabu gemeldet. Barbara Mutke übergab vor Ort die Urkunden für das Engagement im Artenschutz an Anna-Maria Schmidt und dazu auch eine Plakette mit der Abbildung zweier Schwalben. Diese Plakette kann am Haus angebracht werden und soll auch so sichtbar Werbung für die Aktion "schwalbenfreundliches Haus" machen.

Mit der Aktion will der Nabu dafür sorgen, dass gerade im ländlichen Raum wieder mehr Brutplätze für Schwalben geschaffen werden. Dabei geht es um Rauch- und Mehlschwalben. Beide Vogelarten haben sich über Jahrhunderte an den Menschen gewöhnt und bauen ihre Nester bevorzugt an oder in Gebäuden. Rauchschwalben nisten fast nur im Inneren von Gebäuden. Ihr schalenförmiges Nest bauen sie aus Lehm mit darin verbackenen Pflanzenhalmen. Sie sind darauf angewiesen, dass es Gebäude mit großen Öffnungen gibt, so dass sie in der Zeit, in der sie ihre Jungen mit im Fluge erbeuteten kleinen Insekten füttern, pausenlos ein- und ausfliegen können. Bevorzugt nutzen sie Ställe und Scheunen mit entsprechend offener Bauweise, die aber seit Jahren immer wenige werden.

Ställe und Scheunen mit offener Bauweise werden seit Jahren immer seltener

Mehlschwalben bauen ihre Nester außen an Gebäuden, oft direkt unter vorspringenden Dächern. Sie kleben ihre halbkugeligen, aus kleinen Lehmkügelchen geformten Nester meist in kleinen Kolonien direkt nebeneinander. Der Nabu wirbt dafür, dass man den Vögeln ihr Nistplätze lässt. Sollte es Probleme wegen herabfallendem Kot geben, können darunter Auffangbrette angebracht werden. Auch sollten in den fast acht Monaten, in denen die Schwalben von September bis Anfang Mai in südlichen Gefilden, in Afrika, verbringen, ihre Nester nicht beseitigt werden. Denn Schwalben beziehen ihre gewohnten Nistplätze immer wieder neu.

Erschwert wird den Vögeln ihr Nestbau auch dadurch, dass es kaum noch offene, feuchte Lehmkuhlen in der Landschaft gibt, in denen sie ihr Baumaterial finden. Darum wirbt der Nabu dafür, an geeigneten Stellen solche Kuhlen anzulegen. Zusätzlich hat er auch künstliche Schwalbennester entworfen und an geeigneten Häusern angebracht, so auch bei Anna-Maria Schmidt in Eichstetten. Die an einem Balken der offenen Scheune angebrachten Kunstnester wurden von Mehlschwalben sofort angenommen.20210111_BZ_Sfh_Bild1_hp.jpg

Aber auch einige Rauchschwalben nisten dort, das Anwesen bietet für beide Arten genug Platz. Rauchschwalben fallen durch ihre rostrot gefärbte Kehle und Stirn sowie lang gespeiste Schwanzfedern auf. Sie fliegen atemberaubend schnell mit geradezu halsbrecherischen Kurven und Wendungen. Mehlschwalben haben kürzere Schwanzfedern und fallen durch ihre weiße Unterseite auf, die wie mit Mehl bestäubt wirken. Ihr nicht ganz so rasanter Flug ist leichter mit den Augen zu verfolgen. Beide Schwalbenarten jagen Fluginsekten. Da Misthaufen mit ihrer Vielzahl an Fliegen kaum noch anzutreffen sind, benötigen die Schwalben, wie andere Insekten jagende Vögel auch, eine vielfältige Garten- und Feldflora, weil sich nur so Aussicht auf entsprechend viele Insekten bietet. Im Garten von Anna-Maria Schmidt und rund um den Hühnerstall finden die Vögel genügend Nahrung. Und für überwinternde Vogelarten, die auch Körner fressen, bereitet Anna-Maria Schmidt in ihrem Hof aus der Ernte von Sonnenblumenkernen und Walnüssen eigenes Vogelfutter zu.

Interessenten für Nistmöglichkeiten für Schwalben bietet der Nabu Beratung an.

Info: Bewerbungsformular für "Schwalbenfreundliches Haus" unter http://www.nabu-bw.de/schwalbenfreundlicheshaus

Ressort: Eichstetten

AKW Fessenheim

491. Montagsmahnwache auf dem Breisacher Neutorplatz

Am 14. September fand an der 491. Montagsmahnwache auf dem Breisacher Neutorplatz eine Protestveranstaltung gegen das angedachte oder geplante Techno-Centre in Fessenheim statt.

Hier ein Link zu einem Video dazu.

Video von Maik Bock: 491. Montagsmahnwache

24.02.2020 462. Mahnwache, der erste Block ist abgeschaltet
Liebe NABU Freundinnen und Freunde,

nach Jahrzehnten des Widerstands, begonnen 1973 in Breisach und im Wyhler Wald, und 461 montäglichen Mahnwachen nach dem GAU von Fukushima 2011, ist am 22. Februar 2020 der Reaktorblock I im AKW Fessenheim endgültig abgeschaltet worden.
Teil-Erleichterung bei der 462. Mahnwache am Rosenmontag:

462-Mahnwache_FessenheimUte Friedrich und Günther Sacherer aus dem Kaiserstuhl - seit den Anfängen im Widerstand dabei!


Am Freitag, 28. Februar 2020, gibt es aus diesem Anlass einen Dreyeckland-Musikabend um 19 Uhr in der Martinskirche Müllheim - sehet das Plakat im Anhang.
Die Anspannung bleibt aber noch erhalten bis 30. Juni 2020 - der Tag, an dem auch der 2. Reaktorblock in Fessenheim abgeschaltet werden wird.
Die Mahnwache Dreyeckland gegen Atomkraft und für die Schließung des Atomkraftwerks Fessenheim trifft sich deshalb weiterhin jeden Montag von 18 bis 19 Uhr am Neutorplatz in Breisach.
25.10.2019 KWB Was damals geschah, wirkt heute nach
20191025_KWB_Was_damals_geschah-wirkt_bis_heute_nach
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16.01.2017 300. Mahnwache gegen das AKW Fessenheim

Auf dem Neutorplatz

300. Mahnwache für die Abschaltung des AKW Fessenheim

 "300. Mahnwache  - wie lange noch?" Diese Frage stand bei der  Montagsmahnwache gegen Atomkraft und für die sofortige Abschaltung des  elsässischen Kernkraftwerks Fessenheim auf einem Transparent. Auf dem  Breisacher Neutorplatz hatten sich bei klirrender Kälte über 60  Teilnehmer zu der seit fast sechs Jahren stattfindenden Kundgebung  eingefunden.

Bild Badische Zeitung

Bild Badische Zeitung


Auf dem Breisacher Neutorplatz forderten  die Atomkraftgegner, die beiden Meiler schnell vom Netz zu nehmen /  Hilfe für die Beschäftigten in Aussicht gestellt  Foto: Kai Kricheldorff

 Die Breisacher Mahnwache habe als Teil der  Anti-Atom-Protestbewegung im Dreyeckland dazu beitragen können, dass es  immer deutlichere Anzeichen für die kurzfristig bevorstehende Schließung der beiden Reaktoren des AKW Fessenheim gebe, stellte  Mahnwachenorganisator Gustav Rosa von der Initiative Pro Alterna fest.

Deutsche und französische AKW-Gegner gingen bereits seit einiger Zeit  neue Wege und kümmerten sich um die Ängste und Befürchtungen der  Beschäftigten in Fessenheim, deren Arbeitsplätze akut gefährdet sind,  wenn die beiden Meiler abgeschaltet werden. "Wir strecken dazu unsere  helfende Hand über den Rhein aus", so Rosa, nach dessen Worten es  Möglichkeiten und Wege gebe, eine neue Wirtschaftsregion im Dreyeckland  aufzubauen. Darüber müsse jetzt ernsthaft und auch auf lokalpolitischer  Ebene geredet werden.

An der 300. Mahnwache am Montagabend nahmen rund 60 Anti-AKW-Aktivisten  aus Breisach, vom Kaiserstuhl und dem Tuniberg, aus dem Markgräflerland  und dem Elsass teil.

Viele von ihnen hatten für sich und für die Teilnehmer Gebäck und heiße  Getränke mitgebracht und Eckard Zöllner spielte dazu auf seiner  Drehorgel. Wie lange noch werden sich die Atomkraftwerksgegner auf dem Breisacher  Neutorplatz treffen? Heute erscheint fraglich, ob es jemals eine 400.  Montagsmahnwache geben wird. Kundgebung Nummer 301 findet aber auf jeden Fall am 23. Januar um 18 Uhr auf dem Neutorplatz statt. Kommenden  Montag, wie gehabt.

05.04.2012 50. Montagsmahnwache gegen das AKW Fessenheim

Seit 50 Wochen findet in Breisach immer Montags eine Mahnwache statt.
Sie wird vom SPD-Ortsverein Breisach organisiert und ist parteiübergreifend. Dabei wird das sofortige Abschalten aller AKWs gefordert - für immer und ewig und die sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim. Auch NABU-Aktive beteiligen sich von Anfang an an dieser Mahnwache.

Mit Ute Friedrich und Günther Sacherer, Mitgliedern der NABU-Kaiserstuhl Gruppe,
konnte das folgende Interview zu den Montagsmahnwachen geführt werden:

  

1. Was ist das - die Montagsmahnwache?  
Aufgegriffen von den Montagsdemos um die Nikolaikirche in Leipzig und anderen Orten der ehemaligen DDR. Bundesweit begonnen nach der Katastrophe von Fukushima.

2. Wie kam die Montagsmahnwache in Breisach zustande?
Hauptinitiator war von Anfang an Gustav Rosa aus Niederrimsingen und Mitstreiter aus Breisach und Umgebung, die Fessenheim in der Nähe haben.

3. Wo gibt es noch Mahnwachen im Umkreis?
Weisweil, Endingen, Emmendingen, Freiburg haben bis Winterbeginn regelmäßig Mahnwachen oder Demos abgehalten, Breisach und Müllheim haben ohne Unterbrechung bis heute durchgehalten. Weisweil hatte auch am gleichen Tag wie Breisach die 50. Montagsmahnwache. Sie haben jedes Mal ca. 30 Personen, das ist sehr beachtlich für einen relativ kleinen Ort.

4. Wie reagieren die Mitbürger darauf?
Unterschiedlich. Manche hupen und geben Gas im Vorbeifahren (in der 20km-Zone!), andere bekunden Zustimmung, z.B. der Flammenkuchenbäcker vom Weihnachtsmarkt
hatte uns eingeladen; neulich hat die Eisdiele allen, die mit der Fahne unterwegs waren, eine Kugel Eis spendiert!

5. Gab es bisher Besuch von Politikern und Stadträten aus Breisach?
SPD-Stadträte und der ULB sind regelmäßig dabei, Christoph Bayer von der SPD war mehr als einmal hier, CDU-Leute machen sich rar.

6. Wie kamen Sie zur Anti-AKW-Bewegung?
Günter Sacherer ist seit 1971 dabei, als bei Breisach (außerhalb Jägerhof) ein Kernkraftwerk gebaut werden sollte. Später ging der Kampf in Wyhl weiter.

7. Ihr Ziel?
Die Stilllegung von Fessenheim.

8. Haben Sie ein persönliches „Durchhalte-Motto“?
Weitermachen, bis Fessenheim vom Netz geht. Im Moment kommt die Meldung über einen Störfall in der Normandie.

Mahnwache2Fotos: Gustav Rosa ©2012

Am Montag, den 2.4.12, hatte die 50. Mahnwache in Breisach stattgefunden.

Barbara Mutke 5.April.2012  

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Vortrag über den Wiedehopf

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unbeliebte Naturbewohner

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