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Beispiel Kaiserstuhl

Pheromon-Dispenser in Weinbergen werden nicht immer korrekt entsorgt

Von Thomas Rhenisch Fr, 22. April 2022 um 11:05 Uhr Vogtsburg | 3

Sie bekämpfen den Traubenwickler in Weinbergen auf ökologische Art. Die Plastikstreifen der Pheromon-Dispenser landen später oft auf dem Boden. Langfristig kann das der Umwelt schaden.

 

Knapp 600.000 Pheromon-Dispenser sind in den vergangenen Wochen in den Rebanlagen des Tunibergs aufgehängt worden. Aus den Weinbergen des Kaiserstuhls sind sie ebenfalls kaum mehr wegzudenken. Die kleinen Plastikstreifen bekämpfen den Traubenwickler auf umweltverträgliche Art. Doch nicht immer werden sie am Ende wieder korrekt eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt.

Mit Hilfe der Dispenser sollen Traubenwickler an der Paarung gehindert werden. Die Methode gilt als ökologisch einwandfrei, weil sie den Einsatz von Insektiziden bei der Bekämpfung der kleinen Schmetterlinge, deren Larven an den Reben große Schäden anrichten können, überflüssig macht. Eine Voraussetzung für ihre ökologische Unbedenklichkeit ist jedoch, dass die ausgebrachten Dispenser wieder eingesammelt und ordnungsgemäß entsorgt werden. Doch das geschieht allem Anschein nach nicht immer. Allzu häufig werden die Plastikstreifen beim Zurückschneiden der Reben einfach auf den Boden geschmissen.

Biologe sieht ein verbreitetes Problem

"Wenn man mit offenen Augen durch die Weinberge läuft, findet man buchstäblich auf Schritt und Tritt Teile dieser Pheromonkapseln", kritisiert ein BZ-Leser in einer Zuschrift an die Badische Zeitung. Der Breisacher, der auf seinen Spaziergängen regelmäßig den Kaiserstuhl durchstreift, beklagt, dass die roten Kunststoffbändchen die Böden langfristig als Mikroplastik belasten würden.

Der Traubenwickler

Traubenwickler sind Schmetterlinge, deren Larven großen Schaden im Weinbau anrichten können. Deshalb werden sogenannte Pheromon-Dispenser in den Reben aufgehängt. Sie verströmen einen Duft, der dem Lockstoff der weiblichen Insekten entspricht. Die Männchen werden so gezielt verwirrt. Dadurch wird die Paarung verhindert und die Population reduziert.

Diese Sorge treibt auch den Biologen Reinhold Treiber um, Geschäftsführer des Landschaftserhaltungsverbands Breisgau Hochschwarzwald. Viele der abertausenden Lockstoff-Dispenser, die im Frühjahr in die Reben gehängt würden, blieben dort hängen, bedauert Treiber. Spätestens mit dem Rebschnitt landeten sie dann auf dem Boden, und irgendwann würden sie untergemulcht. Er sieht darin ein verbreitetes Problem. "Was an Plastik in die Natur rausgetragen wird, das gehört auch wieder eingesammelt", forderte der Biologe bereits in einem BZ-Artikel über die zunehmende Belastung der Agrarflächen mit Kunststoffresten im vergangenen Jahr.

Naturschutzwart appelliert an die Winzer, die alten Dispenser einzusammeln

Wie groß das Problem allerdings tatsächlich ist, sprich: wie viele der ausgebrachten Dispenser auf und schließlich im Boden landen, ist schwer abzuschätzen. Genaue Zahlen gibt es nicht. Während der Weinbauberater des Landratsamtes für den Kaiserstuhl, Tobias Burtsche, davon ausgeht, dass es lediglich ein paar schwarze Schafe seien, die die Dispenser nicht ordnungsgemäß entsorgen, glaubt der Naturschutzwart des Nabu-Kaiserstuhl, Gerhard Höfflin, dass die Zahl der Verstöße deutlich höher liege. Eigentlich sei alles geregelt, findet Höfflin, man müsse sich nur einfach an die Regeln halten. "Und die Behörde schaut zu", ärgert sich der Naturschutzwart, der nachdrücklich an die Winzer appelliert, die alten Dispenser einzusammeln und zu entsorgen. Der Aufwand dafür sei nicht übermäßig groß.
Auch Weinbauberater Burtsche verweist darauf, dass die Entsorgung der Duftstoffstreifen gut geregelt sei. Es seien eigens Sammelstellen eingerichtet, an denen die gebrauchten Dispenser abgegeben und einer umweltgerechten Entsorgung zugeführt werden können. Hierüber würden die Winzer auch regelmäßig informiert. "Da kommt dann auch eine ordentliche Menge an alten Dispensern zusammen", berichtet Burtsche.
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Ressort: Vogtsburg

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