Steinkauz 2007

  
Junge Steinkäuze und eine Maus

Bei einem Kontrollgang im Juni 2007 am frühen Morgen sah ich im Vorraum einer mardersicheren Steinkauzröhre junge Steinkäuze, die neugierig in die große Welt blickten. Ich konnte nicht genau feststellen, um wie viele es sich dabei handelte. Da hinter dem kleinen Kontrollloch ein Auge sichtbar war und ein anderer aus dem 

Einflugloch schaute, handelte es sich um mindestens 2 Jungvögel.  

Ich suchte mir ein Versteck, um das weitere Tun der Käuze zu beobachten. Sie kamen nicht aus der Röhre heraus, blieben aber weiterhin sichtbar und machten sich gegenseitig den besten Platz streitig.  Ich verließ vorsichtig mein Versteck und stellte mich in 5 Meter Entfernung vor Spalierobstbäumen auf. Ungestört machten die Jungkäuze weiter, es herrschte weiterhin ein reges Treiben im Vorraum der Röhre. Plötzlich war im oberen Teil des Einflugloches das Unterteil einer Maus auf dem Kopf des einen Jungvogels sichtbar. Die Maus bewegte sich auf dem Kopf des einen Jungvogels, der sich aber dadurch nicht weiter stören ließ. Meine Vermutung war, dass der zweite Jungkauz gerade die Maus verspeisen wollte.

Das Gewusel in der Röhre wurde jetzt noch heftiger: Ein Flügel hing zum Einflugloch heraus, anscheinend fand gerade ein Stellungswechsel der beiden Käuze statt.

  Nun saß am Einflugloch ein junger Kauz mit der Maus, die größtenteils in seinem Schnabel steckte. Er würgte und würgte, die Maus blieb aber einfach stecken.  

Der Kauz versuchte die Maus zu verschlucken, er würgte sie zur Hälfte rein, ließ sie aber immer wieder herausrutschen. Auf einmal war im Schnabel des Kauzes die obere Hälfte der Maus sichtbar, sie war ohne Fell, gänzlich schwarz und glänzend.  

Es wurde ununterbrochen mit der Maus gearbeitet, so dass diese irgendwann im Schnabel hängend, außerhalb des Einflugloches herunterhing. So blickte der Steinkauz minutenlang aus dem Einflugloch der Röhre.

Anscheinend schaffte der Jungkauz es nicht, die Maus herunterzuwürgen, und gab es schließlich auf. Er ließ die Maus wieder los, sie lag zu seinen Füßen und wurde nicht mehr beachtet.

 

Text und Bilder: Engelbert Mayer

 

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