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Kaiserstuhl

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ausgezeichnete Häuser 2020

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Gustav Enderlin in Eichstetten

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In Eichstetten geht es in der Hofeinfahrt bei Gustav Enderlin lebhaft her: Sechs Mehlschwalbennester sind belegt, und die Jungen schlüpfen gerade. Ein benachbartes Kunstnest für Rauchschwalben wurde geschickt mit Lehmkügelchen zu einem weiteren Mehlschwalbennest umgebaut. Einerseits ist die Fähigkeit dieser Vögel, sich Nestmöglichkeiten zu verschaffen, erstaunlich und bewundernswert, andererseits bezeugt es das Fehlen geeigneter Plätze für unsere Schwalben. Deshalb will Gustav Enderlin noch zwei weitere Doppel-Kunstnester anbringen.

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Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl verlieh Gustav Enderlin für seinen Einsatz eine Urkunde und Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

B. Mutke, Juni 2020

 

Elsbeth und Manfred Breisacher in Eichstetten

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In der Hofeinfahrt von Elsbeth und Manfred Breisacher in Eichstetten versuchten Mehlschwalben vergeblich an einem T-Träger Nester zu bauen. Das Material fiel ab.
Auf Rat von Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl erwarb das Ehepaar zwei Doppel-Kunstnester für Mehlschwalben aus dem Fundus der Ortsgruppe. Zwei Tage nach der Anbringung der Nester in der Hofeinfahrt waren alle vier belegt, dazu zwei weitere natürliche Nester. Nun herrscht Trubel in der Einfahrt, Jubel bei den Naturschutzmachern!
Sorgen macht sich Manfred Breisacher um das Nestmaterial. Er beobachtete, dass die Mehlschwalben mit künstlichem, flies ähnlichem Material versuchen, weitere Nester zu bauen, was nicht funktioniert. Nun will er eine Lehmpfütze im Garten anlegen. Dort könnten sich die Vögel den nötigen Lehm für einen erfolgreichen Nestbau besorgen.
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Engelbert Mayer vom NABU Kaiserstuhl würdigte gerne das Ehepaar Breisacher mit einer Urkunde und Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

B. Mutke, Juni 2020 

 

Familie Wagner aus Oberrotweil

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Sechs Nester haben Rauchschwalben bei Familie Wagner im Hof ihres Weingutes in Oberrotweil schon vor vielen Jahren aus Lehm gebaut. Gerade Rauchschwalben sind vom Rückgang ihrer Art stark betroffen. Sie nisten vor allem in Ställen und Höfen. Ihnen hilft es, einen Zugang offenzuhalten und den regen Flugverkehr zur Brutzeit zu dulden. Gibt es noch Tiere im Stall wie bei Familie Wagner, so ist für die Nahrung mit gesorgt und die Fliegenplage in Schranken gehalten.
Peter Wagner geht es beim Schutz der Schwalben um die Erhaltung der Biodiversität. Er beobachtet den Artenrückgang in seiner Umwelt mit Sorge und versucht auch aus diesem Grund, mit einer biodynamischen Wirtschaftsweise im Weinberg die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern.  Wildkräutervielfalt und damit einhergehend Insektenvielfalt sowie eine an Bodenleben reiche Erde in seinen Reblagen sowie die Nachfrage nach seinen Weinen geben ihm Recht. Die Vögel gehören für ihn zum ausgeglichenen Biotop dazu. Gerne gibt er seine Kenntnisse weiter und führt Interessierte durch seinen Weinberg. Auch seine kleine Tochter, coronakrisenbedingt zurzeit einfach oft mit im Weinberg, überzeugt uns mit ihrer Artenkenntnis – Wiedehopf und Bienenfresser erkennt sie schon am Ruf.
Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verliehen Andreas Galli und Barbara Mutke vom NABU Kaiserstuhl Familie Wagner die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Barbara Mutke 30.05.2020

 

Aktualisiert  05. Juli 2020