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Kaiserstuhl

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ausgezeichnete Huser 2018

Schwalben eine Heimat geben, NABU-Plakette Schwalbenfreundliches Haus

Familie Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl

In der Toreinfahrt des Hauses von Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl sind 14 jährlich belegte Mehlschwalbennester zu entdecken – dafür gab es vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl nun eine Auszeichnung als „Schwalbenfreundliches Haus“.

Schwalben sind seit jeher beliebt. Sie gelten als Glücksboten und ihre Rückkehr kündigt den Sommer an. Man sagt, die kleinen Vögel würden sogar helfen, das Wetter vorauszusagen: Fliegen sie tief, droht Regen, fliegen sie hoch, gibt es gutes Wetter.

Seit langem leben sie als Kulturfolger bei den Menschen in der Stadt, am Haus und im Hof.

Doch die Glücksbringer haben es dieser Tage nicht leicht. Für sie wird es immer schwieriger, geeignete Nistmöglichkeiten, Material für ihren Nestbau oder Nahrung zu finden.
Vielerorts sind sie zudem von Menschen nicht mehr erwünscht. Zum Beispiel, weil sie Dreck verursachen und Hauswände verunreinigen. Dafür gibt es aber eine leichte Lösung: Einfach ein Brett unter dem Nest anbringen, das den Schwalbendreck abfängt. Trotzdem werden noch immer viele Nester mutwillig zerstört oder die Schwalben beim Nisten behindert. Doch das ist illegal. Laut Bundesnaturschutzgesetz sind die Nester der kleinen Flugkünstler geschützt und dürfen weder beschädigt noch entfernt werden.

Daher hat der NABU die Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ ins Leben gerufen: Diejenigen Hausbesitzer/-innen erhalten eine Plakette, die Schwalben an ihren Häusern brüten lassen, dafür auch zusätzliche Nisthilfen aufhängen oder eine Lehmpfütze für die Tiere anlegen. Sie soll zudem Menschen ermutigen, Schwalben mit Kunstnestern bei sich aufzunehmen.
Allein in Baden-Württemberg wurden seit dem Start der Aktion im Jahr 2010 bereits 1.200 Plaketten verteilt. Das sind 1.200 Brutplätze für Mehl- und Rauchschwalben!

Bei Lore und Günter Treffeisen in Vogtsburg-Bickensohl werden die Schwalben bereits seit 50 Jahren bei ihrer Rückkehr im Frühjahr freudig begrüßt.
Schwalben brüten in Kolonie und kehren jedes Jahr zu ihren früheren Nistplätzen zurück. Die Nester werden dann von den Vögeln mühselig ausgebessert. Ein Schwalbennest besteht aus ungefähr Tausend Lehmklümpchen, die die Tiere zusammentragen müssen. Als das Ehepaar beobachtete, dass manche Nester abfielen oder recht kaputt waren, ersetzen sie die Nester an der Toreinfahrt durch 14 Kunstnester. Kurz danach waren alle Nester wieder belegt.20180417_Fam_Treffeisen_Schwalben1

Auch um Insekten kümmern sich die beiden. Günter Treffeisen baute eine große und gut besuchte Nistmöglichkeit für Wildbienen an einer Schopfwand und Lore Treffeisen bietet ihnen mit ihrem blühenden Bauerngarten genügend Nahrungsömglichkeiten.20180417_Fam_Treffeisen_Schwalben2

Als Anerkennung für ihre Bereitschaft, die bedrohten Vögel willkommen zu heißen und zu unterstützen, verleihten nun Barbara Mutke und Martin Rombach vom Naturschutzbund (NABU) Kaiserstuhl dem Ehepaar die Plakette und Urkunde „Schwalbenfreundliches Haus“.

Informieren und Bewerben können sich Schwalbenfreunde dafür unter www.NABU.de/schwalben oder beim NABU Kaiserstuhl, wo es auch Schwalbennester zu erwerben gibt.

Barbara Mutke 3.5.2018

Kostenfreie Pressebilder: www.NABU.de/pressebilder_schwalben

 

Aktualisiert  01. Juli 2018