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Postillonbschung 2004 - 2016
abgeschlossen

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    Milde Winter sind für die meisten in Mitteleuropa urheimischen Schmetterlingsarten denkbar ungünstig. Im feuchten Bodenmillieu vermehren sich über den Winter allerlei Pilze und Bakterien, die den überwinternden Tieren stark zusetzen. Durch die höhere Temperatur ist der Stoffwechsel höher, was insbesondere für Arten östlicher Herkunft und Gebirgstiere sehr ungünstig ist. Haben sie doch ihre Fettvorräte schneller verbraucht, so dass sie zum Ende des Winters hin oft verhungern. Der Postillon als südeuropäische Art aber kommt mit milden Wintern bestens zurecht. Seine Raupe frisst den Winter über durch, was sie bei anhaltendem Frost und geschlossener Schneedecke nicht kann. Somit war der milde Winter 2013/2014 für ihn ein Segen. Trotz der denkbar ungünstigen Voraussetzungen aufgrund der ausgebliebenen Mahd überlebten somit einige Tiere. Die Population bei Eichstetten konnte sich anschließend bis zum Herbst wieder gut vermehrten, wenngleich sie nicht so individuenreich war wie in früheren Jahren.

    Landratsamts- bzw.  Landschaftserhaltungsverband (LEV) Breisgau-Hochschwarzwald haben die Pflege nun in andere Hände übergeben. Der Pflegeplan wird nun weitgehend eingehalten, und der Postillon hielt sich auch in Jahren ohne zusätzlichen Einflug aus Südeuropa an „seiner“ Böschung bestens. Im extrem milden Winter von 2015/2016 konnte er auch anderswo am Kaiserstuhl überleben; 2016 schlüpften die ersten Falter vereinzelt bereits ab Ende Februar. Die zuweilen extrem nasse Frühjahrswitterung setzte ihm dann wieder sehr zu, aber an der Postillonböschung überlebte er auch solche Widrigkeiten.

    Nur die Unterschutzstellung lässt weiterhin auf sich warten. Der Gemeinderat von Eichstetten gab zu Bedenken, dass eine unter Naturschutz stehende Böschung nicht mehr flurbereinigt werden könne. Das Argument, dass die Flurbereinigung in diesem Gebiet schon längst abgeschlossen wurde und niemand für eine neuerliche Umlegung Finanzmittel aufbringen würde, konnte ihn nicht umstimmen. Die Pflege der Postillonböschung wird vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald jedoch erfreulicherweise dennoch weiterhin finanziert.

    Autor Jürgen Hensle  im Januar 2017

Aktualisiert 24. September 2017