Postillonböschung 2011

  
Geschrieben von Jürgen Hensle 2011

Unter Schutz!

Nach dem nasskalten Frühjahr 2010 folgte ein trocken-warmer Frühsommer. Leider hielt diese für den Postillon günstige Periode nur einen Monat lang an, dann wurde es für den Rest des Jahres auch schon wieder regnerisch. Dennoch hielt sich der Postillon an seiner Böschung hartnäckig. Die Falter aus den überwinternden Raupen schlüpften erst ganz ungewöhnlich spät im Juni. Grund hierfür war der extrem kalte und nasse Mai. Der nasse August setzte dann der nächsten Generation zu. Dennoch waren bis in den November hinein stets dann, wenn einmal die Sonne schien, auch einzelne Falter an "seiner" Böschung anzutreffen. Der Winter 2010/2011 war merkwürdig zweigeteilt: Erst sehr kalt und schneereich, danach ausgesprochen mild. Im Februar fanden wir dann wieder Eier und Raupen. Ein Beleg dafür, dass trotz der denkbar ungünstigen herbstlichen Witterung einige Weibchen Eier abgelegt haben müssen. Nun folgte ein ausgesprochen warmes Frühjahr 2011. Für den Postillon ideal, verleitete es ihn aber auch dazu, fast vollständig abzuwandern. In seiner südeuropäischen Urheimat ist das sicher sinnvoll. Wird es dort schon im Frühjahr trocken und heiß, verdorrt die Vegetation frühzeitig und die Raupennachkommen der Frühjahrstiere würden kaum mehr grünes Futter vorfinden. An dieses Verhaltensmuster hält sich der Postillon auch in Mitteleuropa. Denn wo er sich gerade befindet, kann er ja nicht wissen.
Somit hatte es im Sommer 2011, trotz überwiegend recht günstiger Wetterlage, an der Postillon-Böschung nur recht wenige Postillone, denn eingewandert sind in diesem Jahr offenbar auch keine. Bis zum Herbst hatten sich die wenigen Verbliebenen aber wieder so gut vermehrt, dass im Oktober und November nicht wenige flogen. 

 

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