Postillonböschung 2005

  

Von Jürgen Hensle am 26.März.2005

 Die weitere Entwicklung 

Die Einsaat der Pflanzen erwies sich als Fehlschlag. Denn diese keimten zwar, vertrockneten dann aber im extrem trockenen April 2004. In diesem Monat ging auch ein - sicher schon vom 2003 her vorgeschädigter - Kirschbaum ein und wurde dann im nächsten Winter gefällt.

Dafür war der Postillon dann ab Mitte April erfreulich häufig. Er hatte es also wieder geschafft! Bis zum Herbst war der Falter dann stets vertreten, obwohl dieses Jahr kein Einflug aus dem Süden stattfand. Nur der verregnete Oktober tat ihm gar nicht gut. Die Weibchen kamen dann erst im November zur Eiablage. Und obwohl sie diese bis Anfang Dezember fortsetzten, blieb die Anzahl der Eier dann doch insgesamt in bescheidenen Umfang.

Bereits im Frühjahr 2004 hatten wir in der Gehölzzone einige Jungpflanzen der Siebenblatt-Zahnwurz ausgepflanzt. Eine Pflanze, die einst am Kaiserstuhl vorkam, heute aber ausgestorben ist. Im November säten wir dann wieder Gold-Aster an und zudem auch noch Pferde-Sesel, Kugel-Lauch und Feld-Mannstreu. Pflanzen, die einst am Kaiserstuhl verbreitet waren, heute aber selten geworden, bzw. vom Aussterben bedroht sind. Nun bleibt abzuwarten, ob sie gedeihen.

Den Winter über schnitten wir wieder die Feldahorne und Grauerlen in der Gehölzzone zurück, ebenso wie die Weiden. Die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Eichstetten halfen uns bei der Abfuhr des Holzes. Acht Mal mussten sie den großen Hänger leeren. Die Weiden wuchsen in einem Sommer über zwei Meter hoch. Mit zurückschneiden alleine war es hier nicht getan; eine bessere Lösung musste her. Und so sägten wir die meisten von ihnen im Februar dann dicht über dem Erdboden ab. Ein paar davon haben wir zusätzlich mit Planen abgedeckt und nun bleibt der Erfolg dieser Maßnahmen abzuwarten. Im Schatten der Weiden hatte sich ein dichter Filz aus Sauergräsern und Goldrute entwickelt. Diesen hackten wir nun an einigen Stellen heraus und säten dafür im März 2005 Rotklee an. Dies ist die Haupt-Futterpflanze des Kurzgeschwänzten Bläulings, einer stark gefährdeten Art, die in Deutschland fast nur noch in der Oberrheinebene vorkommt und gerade an den Böschungen des Kaiserstuhls zuweilen noch recht zahlreich ist. Und für den Postillon säten wir zugleich an besonders steilen und vegetationsfreien Stellen Luzerne an. An solchen Stellen eben, an denen alleine seine Raupe den mitteleuropäischen Winter überleben kann.

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