Artenschutz-Projekt Schleiereule

  
In mehreren Feldscheunen am Kaiserstuhl haben wir Nistkästen für Schleiereulen angebracht. Manchmal erstaunlich schnell ist der eine oder andere Nistkasten besiedelt worden.

Auch in fünf Kirchtürmen sind Nistkästen für Turmfalke, Wanderfalke und Schleiereulen installiert worden.  Diese Kästen werden immer wieder wechselweise von Turmfalke, Dohle oder Schleiereule belegt.  



Aber auch private Naturfreunde haben sich der Art angenommen und Nisthilfen angebracht. In der Scheune von unserem Aktiven Dietmar Meyer brütete vor einigen Jahren immer eine Schleiereule im Nistkasten. 

Eines Tages war dieser Kasten plötzlich von einem Turmfalken-Paar belegt. Auf mein Anraten hat er dann direkt daneben einen zweiten Nistkasten installiert um beiden Vogelarten einen Brutplatz zur Verfügung zu stellen. Groß war dann die Freude, als beide Kästen von Turmfalke und Schleiereule belegt wurden und eine auch erfolgreiche Brut stattgefunden hat.
Dieser Zustand ist für beide Vogelarten kein Problem, der eine ist Nachtjäger und der andere jagt am Tage, somit kommen sie wunderbar miteinander aus.  



Den Winter über hat eine Eule -  meistens das Weibchen – den Nistkasten als Tageseinstand. Die ausgewürgten Gewölle sind dann im Nistkasten zu finden. Sie bestehen aus Haaren und Knochen der gefressenen Beutetiere. Diese Gewölle auseinander zu nehmen, begeistert immer wieder Kinder beim Ferienprogramm oder bei Besuchen in Schulen.

Auch bei Eulen –Exkursionen sind die Gewölle für alle Teilnehmer faszinierend. Bei einer Winter-Exkursion streifen wir dann wenn möglich auch einen Schlafplatz von Waldohreulen und können sie dann wunderbar beobachten und beim Ausfliegen sehen, hören tut man sie auf keinen Fall.

Die jungen Eulen – in Mäusejahren bis zu acht  - warten ab dem Abend direkt am Einflugloch auf ihre Eltern die ihnen Mäuse bringen. Wenn die Jungeulen dann etwas größer sind, legen die Altvögel die Mäuse nur noch am Eingang ab, die Jungen holen sie sich dann.

Eine wunderbare Beobachtung konnten wir bei einer Exkursion machen. Die sechs jungen Eulen bettelten alle nebeneinander hinter dem Einflug, nur der kleinste und jüngste stand hinter seinen Geschwistern. Plötzlich schob er sich unter seinen größeren Geschwister durch, war dann nicht mehr zu sehen.  Man hörte an der Aufregung der jungen Eulen, dass Futter gekommen war und plötzlich kam der Kleinste unter den Beinen seiner Geschwister wieder hervor 

und hatte tatsächlich die Maus im Schnabel. Eine interessante Erfahrung für alle Teilnehmer war, dass keines der älteren Geschwister dem Kleinsten die Maus streitig machte. Ein absoluter Genuss für uns war es dann beim Herunterwürgen der Maus zuzusehen. Im Ganzen wurde sie geschluckt, nach jeder ruckartigen Bewegung des Kopfes verschwand die Maus wieder ein Stückchen mehr, bis nur noch der Schwanz aus dem Schnabel herausschaute. Erstaunlich dabei war auch, dass die Maus fast so lang  wie die junge Schleiereule groß war.

In einer Scheune in Eichstetten haben wir im Nistkasten eine Infrarotkamera installiert, die die Bilder auf ein Fernsehgerät im Erdgeschoss überträgt. Das hat den Vorteil, dass wir nicht zu oft kontrollieren müssen und auch mal eine spontane Abend-Veranstaltung ansetzen können um dann bei der Fütterung der jungen Eulen zuzusehen.

Wenn die jungen Schleiereulen beringt werden, ist es für die Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.

 

 

Fotos. Engelbert Mayer und Andreas Galli © 2011

Leider gibt es auch immer wieder Straßenopfer, wenn die Schleieulen auf der Jagd nach Mäusen zu niedrig über die Straßen fliegen. Trotzdem ist es uns bei dem Projekt gelungen mehreren Schleiereulen mardersichere und auch geräumige Brutplätze anzubieten.

zurück

Startseite