Breisach: Umweltpreis für Pfarrgemeinde


                                                          Badische Zeitung vom 30. April 2008
   Breisach: Umweltpreis für PfarrgemeindeFledermäuse sind willkommen: Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat die Pfarrgemeinde des Breisacher St.-Stephans Münsters mit der Plakette "Lebensraum Kirchturm" ausgezeichnet.

Engelbert Mayer, Vorsitzender der Kaiserstühler Nabu-Gruppe, dankte Pfarrer Peter Klug für das Engagement der Pfarrgemeinde für den Natur- und Artenschutz.

Im Zuge der schrittweisen Fassadenrestaurierung des Münsters mussten in den vergangenen Monaten Vögel, die im Gemäuer nisten und brüten, ausquartiert werden. Dafür wurden künstliche Nistkästen an der Mauer unterhalb des Gebäudes und an der Pfarrhausfassade als Ausweichquartiere angebracht.

Während der Sanierung werden demnächst spezielle, für Nischen- und Höhlenbrüter geeignete Niststellen eingebaut, damit Mehlschwalben und Dohlen, Mauersegler, Schleiereulen und Turmfalken sowie Fledermäuse auch in Zukunft als willkommene Gäste im Gemäuer und auf den beiden Türmen der Breisacher Hauptkirche bleiben können.

Foto: Kricheldorff
Bei der Restaurierung des Breisacher Münsters wird auch der Arten- und Vogelschutz beachtet. Dafür überreichten Jürgen Hurst (links) und Engelbert Mayer an Pfarrer Peter Klug (rechts) die Plakette "Lebensraum Kirchturm" des Nabu.

Der Breisacher Jürgen Hurst, Nabu-Mitglied und Bewohner des Münsterbergs, der täglich mit seinem Hund die Kirche umrundet, hatte die Pfarrgemeinde auf das Gebot des Vogel- und Artenschutzes bei der Restaurierung aufmerksam gemacht und den Ausgleich angeregt.

Für die in der Krypta nistenden Schwalben wurden daraufhin Ausweichnester angebracht. Schon seit Jahren nistet ein Turmfalke im Gebälk des Südturmes, und Dohlen haben im Hagenbachturm ihr Quartier.

Es wird sichergestellt, dass sie Ausweichnistplätze rund um das Münster erhalten, um nach Beendigung der Restaurierungsarbeiten an der Kirche wieder ihr gewohntes Zuhause haben. Das Stephansmünster ist das erste Gotteshaus in der Region, dem der Nabu die Plakette verliehen hat. Pfarrer Peter Klug wird jetzt einen Platz an der Kirchenmauer auswählen, an der sie für alle sichtbar angebracht werden soll.

Mayer wies bei der Übergabe der Plakette darauf hin, dass Schwalben an Fassaden, die mit modernen Kunstputzen versehen sind, nicht nisten können. An der Kirchenmauer werden deshalb Stellen von Kunstputz freigehalten, damit die Vögel ihre Nester auch künftig an der Außenmauer des Münsters bauen können.

Für Fledermäuse werden eigens kleine Einfluglöcher ins Mauerwerk eingebaut. Mayer erinnerte daran, dass bei Dachstuhlsanierungen inzwischen Holzschutzmittel verwendet werden, die für nistende Fledermäuse ungefährlich sind.

Vor Jahren hatte der Nabu festgestellt, dass giftige Holzschutzanstriche den Lebensraum der Fledermauspopulationen in Dachstühlen zerstörten und darauf hingewirkt, dass die Hersteller giftfreie Substanzen für die Schutzbehandlung des alten Gebälks entwickeln. Viele Bauherren würden darauf achten und bei Sanierungen diese Holzschutzmittel verwenden. In diesem Zusammenhang lobte der Vogelexperte des Nabu das erzbischöfliche Bauamt in Freiburg, das für den Vogel- und Artenschutz sehr aufgeschlossen sei.

Von BZ- Mitarbeiter Kai Kricheldorff

 

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