Bei herrlichem Januarwetter fanden sich am Samstag, 22. Januar 15 künftige Spurenleser beim Burkheimer Sportplatz ein, um mehr über die Spuren des Wildes in unseren heimischen Wäldern zu erfahren. Die Jugendgruppe des NABU-Kaiserstuhl mit Jürgen Hurst und Fabian Mayer hatte unter dem Motto ”NAJU-Walddetektive” zu dieser Exkursion eingeladen.

Nach einer Einführung durch den örtlichen Forstrevierleiter Theo Liebenstein in die Kunst des Fährtenlesens und das Verhalten des Wildes beim Zusammentreffen mit Menschen, ging es auch schon los auf “Spurensuche”.

atrappe1Anhand von Pappsilhouetten, die von Förster Liebenstein im voraus im Wald aufgestellt worden waren, konnten die Kinder lernen, wie schwer das Wild in Wirklichkeit zu entdecken ist, selbst wenn es sich nur wenige Meter neben dem Weg “wegdrückt” oder reglos stehen bleibt. Auch die verschiedenen Laute erklärte der Förster, wie zum Beispiel der Rehgeiß die ihr Junges ruft.



Untermalt von spannenden Erlebnissen und Anekdoten des Försters wurde immer wieder Neues entdeckt. So zum Beispiel die zahlreichen Spuren der heute ja wieder häufig vorkommenden Wildschweine. Dass man deren Gewicht am “Trittsiegel” erkennen, an ihren “Wechseln” ihre Wege nachvollziehen und in ihren “Suhlen” fast versinken kann, konnten die Kinder hautnah erleben.

huetteAls der Förster dann noch von riesigen Keilern und gefährlichen Begegnungen mit den wehrhaften Tieren erzählte und zugleich warnte, war die Faszination und Respekt gleichermaßen geweckt.

Auch über die Gefahr der gerade wiederkehrenden Tollwut und des Fuchsbandwurms im Zusammenhang mit dem Fuchs klärte er die Kinder auf und gab ihnen die richtigen Verhaltensmaßregeln mit auf den Weg

 

Dass man Meister Reineke im Wald sogar öfters Riechen kann, wurde beim Passieren seiner Reviermarken jedes Mal durch zahlreiches Naserümpfen bestätigt.

Nachdem dann die “Walddetektive” noch die Besonderheiten der verschiedene Vogelnistkästen im Wald und die begleitenden Eltern wissenswertes über den naturnahen Waldbau der Landesforstverwaltung gelernt hatten, war der Höhepunkt für die nach 3 ½ Stunden Wanderung keineswegs erschöpfte Kinderschar gekommen. Der präparierte Kopf eines riesigen Keilers, der vor 100 Jahren einen Vorgänger des Revierleiters bei der Jagd schwer verletzt hatte, machte eine direkte Begegnung mit dem ”Urian” am Ende doch noch möglich.

theojuergen

Es ist nur eine Holz-Attrappe

Jürgen Hurst hatte auch ein paar Gewölle vom
Uhu dabei

So gingen die zufriedenen Kinder mit reichlich Erzählstoff nach Hause und in Zukunft wohl immer mit offenen Augen, Ohren und Nasen in den Wald.

Von Fabian Mayer

Fotos © NABU-Kaiserstuhl