Im Januar 2014 meldete sich ein Gartenbesitzer bei mir, er hätte an seinem Futterhäuschen in Bahlingen am Kaiserstuhl einen ihm unbekannten Vogel gesehen. Der Garten befindet sich außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Die Beschreibung des Vogels gab mir selbst auch ein Rätsel auf.

Der Gartenbesitzer montierte daraufhin eine Wildkamera direkt am Futterhäuschen. Und der Vogel konnte dann am 20.01.2014 tatsächlich fotografiert werden.

Befreundete Ornithologen identifizierten den Vogel als teil-melanistische Kohlmeise. Ihr Kopf war ganz schwarz, der Rest des Gefieders war normal gefärbt.
 

Teil-melanistische-KohlmeiseF.J. Kamerewerd-3

Teil-melanistische-KohlmeiseF.J. Kamerewerd-4


Mitte März erzählte mir ein NABU-Aktiver, dass er einen Vogel am Futterhäuschen gesehen habe, der ihm unbekannt gewesen ist. Das Futterhäuschen ist im Vorgarten eines Hauses am Ortsrand von Eichstetten am Kaiserstuhl aufgestellt.

Der Beobachter hat dann immer seine Kamera bereit gehalten, um ein Foto zu machen, falls der Vogel wieder das Futterhäuschen besuchen sollte. Am 23. März 2015  war es dann endlich soweit, Es war ihm möglich, durch das Fenster hindurch Aufnahmen von dem Vogel zu machen.

Es handelte sich dabei auch um eine Teil-melanistische Kohlmeise. Bild-Vergleiche mit den Aufnahmen aus 2014 zeigten, dass es sich dabei um zwei verschiedene Vögel handelte.
 

Teil-melanistische-KohlmeiseH. Falkenstein-3

Teil-melanistische-KohlmeiseH. Falkenstein-4


Die Beschreibung dieser Fehlfarbenzeichnung kommt von Melano = auch Schwärzling genannt.

Bezeichnet wird dies als Melanismus. Darunter versteht man im Tierreich eine dunkle Pigmentierung von Haut, Haaren oder Schuppen. Die Ursachen sind vielschichtig, meist durch Umwelteinflüsse wie erhöhte Sonneneinstrahlung, Luftfeuchtigkeit oder Temperaturen.

Melanismus gibt es im Tierreich bei Raubkatzen, Schlangen und Vögeln. Bei Vögeln scheint es jedoch meist eine Reaktion auf Stress, einseitige Ernährung

Das Gegenteil von Melanismus ist Albinismus.

Verf.: Engelbert Mayer 28.03.15