Apfelernte auf unserer Streuobstwiese 2011

 

Nun ist es wieder soweit: der Herbst naht, morgens ziehen Nebelschwaden über die Wiesen, die Weinreben tragen schwer an ihren Trauben und an den Obstbäumen leuchten die Früchte. Und schon ruft Engelbert Mayer, Vorsitzender der NABU-Gruppe Kaiserstuhl, Mitglieder und Interessierte zur jährlichen Apfelernte auf der NABU-eigenen Streuobstwiese der Gruppe am Etlisbach bei Bötzingen zusammen. Frühmorgens treffen wir uns, das Gras unter den Bäumen ist noch nass, ein großer Anhänger für aufgelesene Äpfel steht schon bereit. Engelbert Mayer macht auf eine Schar umherfliegender Bienenfresser aufmerksam, und der Ruf des Grünspechts, dem wir wohl zuviel Unruhe ins Revier bringen, begleitet uns den ganzen Vormittag über.  

 
Beim Auflesen

Jeder nimmt sich einen Eimer und los gehts: Rheinischer Bohnapfel, Boskop, Danziger Kantapfel, Brettacher, Landsberger Renette und andere alte Apfelsorten werden von den jungen und auch bis zu 80 Jahre alten Hochstammbäumen geschüttelt und von uns sorgfältig aufgelesen. Äpfel mit Faulstellen dürfen nicht im Anhänger landen, denn das Obst wird an die St. Katharinen-Kellerei in Königschaffhausen gebracht und zusammen mit nach NABU-Kriterien erzeugten Äpfeln von anderen Landwirten aus der Region zu Streuobst-Apfelsaft verarbeitet.  

Mittlerweile ist es heiß geworden und die Wiese belebt sich mit Insekten. Unterbrechung bei der Ernte: eine Gottesanbeterin, die große Fangschrecke im Kaiserstuhl, fliegt vorbei!  
Mit 9 Helfern und bei angenehmen Witterungsbedingungen bei der ersten Apfelernte des Jahres kommen wir schnell voran und finden noch Zeit, in einigen Nistkästen und Brutröhren nachzusehen, ob sie bewohnt waren und sie zu säubern. An Gewölle, Federchen und kleinen Mausknochen im Streu erkennen wir, dass der Steinkauz den Brutplatz angenommen hatte; ein bequemes Moosnest weist auf Meisen hin und Feldsperlinge haben verlassene Meisenkästen genutzt, sich ihre Wohnhöhle aus weichen Schilfblütenständen auf das Moospolster zu bauen.  


Vesperbringer

Es ist Mittag, wir bauen Bänke und Tisch auf, und da kommt auch schon unser Rechner Reinhold Mayer mit einem wohlverdienten Vesper. In netter Runde sitzen wir zusammen, trinken stolz köstlichen Streuobst-Apfelsaft von selbstgesammelten Äpfeln und entdecken Bläulinge, Kohl- und Blaumeisen, Rehe, Turmfalken und Mäusebussarde von unserem Sitzplatz aus. 


Die nächste Ernte steht am Samstag, den 8. Oktober, an. Hoffentlich ist das Wetter dann auch gut - ein kräftiges Vesper nach der Arbeit gibt es aber immer!  Bei diesem ersten Termin wurden bei der Kelterei für das NABU-Apfelsaft-Projekt insgesamt über 12 Tonnen ungespritzte Äpfel von Hochstammbäumen angeliefert.

Barbara Mutke  
05.09.2011 


Nach getaner Arbeit

Beim Fachsimpeln

Wo ist die Gottesanbeterin

Reinigungsaktion

Was hat gebrütet

Fotos: Engelbert Mayer  © 2011

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